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02.07.2010 17:33    |    Celsi Celsi    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: , ,

Okay, da ist es wieder: Der erklärte Maschinenpolierer und Baumarktprodukte-Hasser Celsi testet eine SONAX-Politur. Das ist ja, als würde der Papst ein Counterstrike-Review verfassen. Oder ? Nicht ganz, denn es gibt da 2 Besonderheiten: Das SONAX Saphir Power Polish ist auch mit der Machine zu verarbeiten, und die Premium Line von SONAX hat nur noch sehr wenig mit den roten und blau-silbernen Pullen gemeinsam, die uns Baumarkt begegnen.

Im Gegenteil, vorbehaltlich der Langzeittest-Ergebnisse orakle ich, dass das in diesem Kurz-Review verwendete Wachs sich irgendwo in der oberen Region unter den bezahlbaren HighEnd-Carnaubawachsen einordnen wird, mit 'Nachbarn' wie COLLINITE 476 und den hervorragenden DODO JUICE Wachsen.

 

Ein Problem dieses Reviews war es, ein Auto in die Finger zu bekommen, auf dem ich das mal probieren konnte: Meine Orange ist top-gepflegt und wäre vor Empörung wahrscheinlich 2 Tagen lang nicht mehr angesprungen, wenn ich ihrem makellosen Lack mit einer Politur gekommen wäre: Da ist einfach nichts zu polieren, ein 'Vorher' sähe aus wie ein 'Nachher'. Drum habe ich mir einfach einen Arbeitskollegen geschnappt und seinen Golf V in 'black magic perleffekt' zum Testopfer erklärt. Optimal war diese Wahl nicht, aber dazu später mehr.

 

Ablauf:

Kollege Christian ist kein leidenschaftlicher Autopfleger, um es mal moderat zu formulieren. Deswegen stellte sich bei der Fahrt in die Portalwaschanlage auch nicht die Frage, ob die Nylon-Bürsten den Lack schädigen könnten, sondern man entwickelte zwangsläufig eine Art Mitgefühl für die Bürsten. Der Wagen kam zwar einigermaßen sauber wieder zum Vorschein, aber über Monate eingebrannte Insekten lassen sich auch durch Peitschenhiebe und viel Wasser nicht beeindrucken: Siehe Bild 1 und 2. Swirls sind auch reichlich vorhanden, und ab und zu ist auch ein Steinschlagkrater dazwischen. Perfekt, also wird flugs ein ca. 30x30cm Quadrat abgeklebt (Bild 3).

 

1 Ausgangszustand (1)1 Ausgangszustand (1)2 Ausgangszustand (2)2 Ausgangszustand (2)3 Abgeklebter Bereich3 Abgeklebter Bereich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zeit drängt, wir haben schließlich nur Mittagspause. Also packe ich schnell die SONAX Saphir Power Polish aus. Das Set fällt zunächst durch angenehm viel sinnvolles Zubehör auf:

 

- Anleitung

- Handpolier-Hilfe mit Klettboden

- Schaumstoff-Polierpad (abnehmbar, waschbar) mit Klettbefestigung

- Weißes, weiches Mikrofasertuch für das Abnehmen der Politur.

 

Ich trage also mäßig viel Politur auf das Pad auf. Durch die griffige Handpolierhilfe kann ich so richtig schön Druck ausüben und arbeite die Politur unter einigem Kraftaufwand ca. 3 Minuten lang auf der abgeklebten Fläche durch (Bild 4), bis ich fast 'trocken' fahre. Danach werden die wenigen Reste der Politur mit dem weissen Tuch problemlos abgenommen (Bild 5).

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es ist ein schöner Glanz entstanden und die letzten Rest der Insektenleichen, die auf diesem Lack ein echtes Problem darstellen, weil sie den Decklack leicht anätzen, wenn sie in der Sonne brutzeln, sind weg. Das hatte ich damals, als ich noch keine Maschine hatte, weder mit meinem damals noch verwendeten A1 Speed Polish hinbekommen, noch später mit der 3M Handpolitur. Insbesondere auf letztere halte ich grosse Stücke und verwende sie heute immer noch für Stellen, wo ich mit der Maschine nicht hinkomme und für die 1/2jährliche Grundreinigung der Felgen.

Auf Bild 6 sieht man außerdem, daß der Perleffekt jetzt richig schon zur Geltung kommt, allerdings auch, dass das Saphir Power Polish so gut wie nichts gegen die Swirls ausrichten konnte. Das war aber zu erwarten, dieser moderne VW Lack ist fürchterlich hart und stellt sogar Maschinenpolierer vor eine echte Herausforderung. Unter diesem Gesichtpunkt hätte ich lieber ein anderes Auto für meinen Test wählen sollen, am besten eines mit einem Uni-Lack, aber meine Auswahl war halt nicht groß. Die 'Flecken' im vorderen Bereich sind übrigens keine Verunreinigungen auf dem Lack, sondern Steinschlagkrater.

 

4 Politur einarbeiten4 Politur einarbeiten5 Politur abnehmen5 Politur abnehmen6 Zwischenergebnis nach Politur6 Zwischenergebnis nach Politur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun ist der Lack natürlich offen, muß also wieder konserviert werden. Naja, 'wieder': ich bezweifle irgendwie, daß dieser Wagen jemals konserviert wurde (sorry Christian), der Lack fällt wahrscheinlich in einen anaphylaktischen Schock, wenn er gleich Wachs bekommt. Um in der Produktlinie zu bleiben, bekommt er das SONAX Premium Line Carnauba Care (Bild 7) verpasst, ein Wachs, von dem ich bereits in der Vergangenheit geschrieben habe, dass es einen sehr guten Eindruck macht und auf den ersten Blick nicht vom DODO JUICE Supernatural zu unterscheiden ist - es riecht sogar gleich. Was kein großes Wunder ist: Beides sind hochgradige Carnauba-Wachse, beide verzichten konsequent auf Duft- oder Farbstoffe. Auch in der Verarbeitung (Bild 8) konnte ich keinen Unterschied bemerken, die Konsistenz war gleich, die leichte Abnehmbarkeit (Wachs bleibt cremig, trocknet nicht an) ebenso. Ob auch die Standzeit mithalten kann, wird sich zeigen. Während bei meinem Wagen Standzeittests sinnlos sind, weil ich viel zu oft quick-detaile oder nachwachse, besteht die Gefahr bei Anti-Pfleger Christians Golf nicht.

 

Das Wachs-Set beinhaltete noch folgendes praktische Zubehör:

 

- Auftragsschwämmchen (wiederverwendbar)

- Rotes Mikrofasertuch zum Abnehmen

- Beutel zur Aufbewahrung

 

Aber nun erstmal wieder runter mit dem Wachs (Bild 9):

 

7 Wachs SONAX Carnauba Care7 Wachs SONAX Carnauba Care8 Wachs applizieren8 Wachs applizieren9 Wachs abnehmen9 Wachs abnehmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bild, welches sich zum Schluß bietet, muß sich nicht verstecken: Ein schöner Glanz (Bilder 11 + 12), wenn auch nicht swirlfrei, (s.o.), ein gefühlt sehr glatter Lack und ein guter Beading-Effekt: In Bild 10 wurde eine Handvoll Wasser auf die behandelte Fläche geschüttet, das fast vollständig abgelaufen ist. Mit einem durchgehendem Wasserfluß wie aus einem Schlauch ließen sich ganz sicher die gleichen tollen Beading (Ablauf-)Effekte erzielen wie in den einschlägigen Youtube-Videos zu den HighEnd-Wachsen zu sehen ist.

 

10 Beadingversuch nach Wachsen10 Beadingversuch nach Wachsen11 Endergebnis (1)11 Endergebnis (1)12 Endergebnis (2)12 Endergebnis (2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber ich vergesse schon wieder, dass ich hier die Politur reviewe, nicht das Wachs. Denn dessen wichtigste Eigenschaft, die Standzeit, werde ich (hoffentlich :) ) erst nach Monaten beurteilen können. Die Gefahr, dass Christian mir den Test durch eine eigene Polish & Wax Aktion verdirbt, besteht definitiv nicht. (Wenn der meine ganze Lästerei hier liest, bin ich reif :) )

 

Drum fasse ich meine Gedanken zum SONAX Saphir Power Polish wie folgt zusammen:

 

Gesamtnote 2- (gut minus)

 

PRO:

- Gute Reinigungsleistung, die bei 'schwarz' gefürchteten Insekteneinbrennungen sind gut rausgegangen.

- Erzeugt guten Hochglanz

- Hochwertiges und brauchbares Zubehör

 

CONTRA:

- Das einzelne weiße Tuch würde nicht reichen, wenn man den ganzen Golf machen würde. Das merkt man ggf. erst zu spät.

- Kann auf den heutigen harten 'VAG'-Lacken auch nichts gegen tiefe Swirls ausrichten - das kann aber, meines Wissens nach, auch keine andere Handpolitur, ich verzweifele ja manchmal sogar mit der Maschine!

- Trotz Berücksichtigung des Zubehörs etwas teuer, auch wenn ich die Ergiebigkeit des Mittels nicht richtig einschätzen kann, weil ich nur einen Spot gemacht habe. Ich würde schätzen, die Flasche reicht für 3 oder 4 Autos. Eine Buddel Meguiars Ultimate Compound kostet über 10 EUR weniger, hat fast den doppelten Inhalt, aber kommt 'nackt', ohne Pad und Tuch.

 

In diesem Zusammenhang bedauere ich, daß ich Ultimate Compound (welche nicht zur Verfügung stand) und das Saphir Power Polish nicht direkt nebeneinander vergleichen konnte, vllt. hole ich das irgendwann nach. Außerdem muß das Saphir Power Polish irgendwann auch noch mal unter meine Maschine, wenn ich mehr Zeit habe :) Gegen die üblichen guten Maschinenpolituren verratzt es dann aber preislich völlig. Die Preisgestaltung hat übrigens das 'Minus' hinter der Note oben verursacht, da stand erst eine glatte 2.

 

Insgesamt halte ich es aber für ein gutes Produkt, und wer als 'Handpolierer' gerade mal Lust hat, was neues zu probieren, dem sei ein Versuch mit dem Saphir Power Polish empfohlen.

 

Gruss,

Celsi


Autor

Celsi Celsi

Wachsnascher


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