Ein Blog ? Nicht wirklich !

12.01.2009 14:50    |    LSirion LSirion    |   Stichworte: , , , , ,

Zunächst Verbrauch in Liter / 100 km bestimmen:

 

1. volltanken

2. fahren und Strecke messen

3. volltanken

4. Tankmenge in Liter / Strecke in km

5. mit 100 mutiplizieren

 

 

Den Verbrauch beeinflussen mindestens folgende Punkte:

 

1. Fahrprofil (> 100 % Verbrauchsabweichung möglich):

 

a) Fahrweise (zügig aber effizient / langsam und ständig auf der Bremse / schnell und ständig auf der Bremse / ...)

b) mittlere Streckenlänge (Zigarettenholen oder km-Fressen ?)

c) Fahrstrecke (Gebirge oder Flachland ? / Megacity oder Land ? / Berufsverkehr oder allein auf der Straße ?)

d) Fahrgeschwindigkeit (Außerorts 80 oder 100 ? / Autobahn 90 oder immer Vollgas ? / Innerorts 50 ?)

 

2. Wetterlage (> 20 % Abweichung möglich):

 

a) Außentemperatur (frostig oder heiß ?)

b) Wind (Gegenwind oder Rückenwind ? / Sturm ?)

c) Regen (Tropfenweise oder aus Kübeln ?)

d) Schnee (Tiefschnee oder vereinzelte Schneeflocken ?)

 

3. Unnütze Anbauten (> 10 % Abweichung möglich):

 

a) Spoiler

b) Dachbox

c) Schürzen

 

4. Verbraucher ? (> 10 % Abweichung möglich):

 

a) Licht

b) Heckscheibenheizung

c) Sitzheizung

d) Klimaanlage

e) Zuheizer

 

^ Verbrauchseinfluss stark abhängig von der Durchschnittsgeschwindigkeit

 

5. Reifen (> 10 % Abweichung möglich):

 

a) Luftdruck (Wie hoch ? / Wann zuletzt kontrolliert ?)

b) Marke (Verbrauchswerte siehe Reifen-Tests)

c) Größe (Originalbereifung ?)

 

6. Gewichte (> 10 % Abweichung möglich):

 

a) durchschnittliche Zuladung (geschätzt in kg ?)

 

7. Wartung (> 5 % Abweichung möglich):

 

a) Motoröl (Wann zuletzt gewechselt ?)

b) Getriebeöl (Wann zuletzt gewechselt ?)

 

Ohne Angaben dazu kann niemand weiter helfen... es könnten auch noch weitere Punkte (Anhänger / ...) in Frage kommen.

 

Anmerkung:

Kein Hersteller gibt reale Verbrauchswerte an, die so in der Realität eintreffen werden.

 

 

Wer Angaben machen oder Beispiele nennen will... gerne...


18.10.2008 01:43    |    LSirion LSirion    |   Stichworte: , , ,

Nachdem ich zum realen Verbrauch in Hinblick auf den Werksverbrauch schon eine Anmerkung geschrieben habe, will ich nun noch etwas näher auf den NEFZ eingehen.

 

Zu finden ist die Richtlinie 70/220/EWG wie bereits beschrieben an folgender Stelle:

http://eur-lex.europa.eu/de/index.htm / einfache Suche / Nummer / -> Richtlinie + 1970 + 220

 

Am besten man sucht sich das entsprechende PDF - irgendwo dort zu finden - ich verwende hier folgende Fassung:

 

1970L0220— DE— 01.01.2007 — 023.001— 1

 

Sämtliche Werte sind diesem PDF entnommen und ohne Gewähr.

 

 

Dort kann man überdies genau nachlesen wie das mit den Fahrwiderständen, den Schwungmassen, dem Abgasentnahmesystem, den Verdunstungsemissionsmessungen und vielen anderen Dingen funktioniert - aber wirklich genauestens.

 

 

Beim ADAC ist die Grafik ja schon sehr schön abgebildet (Link) aber da ich schon so genaue Daten im PDF fand, habe ich einfach selbst ein paar Diagramme erstellt...

 

Nach oben ist die Geschwindigkeit in km/h angetragen, nach rechts die Zeit in Sekunden.

Rote Punkte sind Schaltpunkte - beim Innerortstest ist für das Schalten eine Zeit von 2 Sekunden eingeplant, außerorts ist die Schaltdauer nur bis zum 4. Gang mit 2 Sekunden definiert.

"LL" heißt Leerlauf ohne Gang, "--" bedeutet ausgekuppelter Motor und eingelegter Gang.

 

Die blauen Zahlen bezeichnen den zu wählenden Gang*, die schwarzen Zahlen zeigen die Beschleunigung in m/s².

 

* Automatikfahrzeuge schalten selbst, voreingestellt ist Fahrstufe "drive", diese wird nicht verändert

* Fahrzeuge mit Schaltanzeige werden nach dieser geschaltet

* im zweiten Teil kann über 100 km/h nach Herstellerangabe auch ein höherer Gang als der 5. verwendet werden

 

 

Auswertung:

 

 

Gesamtdauer: 1180 Sekunden + 40 Sekunden Warmlaufphase

 

4 x Grundstadtfahrzyklus je 195 Sekunden:

 

Mittlere Geschwindigkeit während der Prüfung: 19 km/h.

Theoretisch durchfahrene Strecke je Zyklus: 1,013 km.

 

In der Grafik fällt einem sofort die niedrige Beschleunigung auf:

 

0 -15 km/h in 4 Sekunden

0 -15 km/h in 5 Sekunden

15 - 32 km/h in 5 Sekunden

0 - 15 km/h in 5 Sekunden

15 - 35 km/h in 9 Sekunden

35 - 50 km/h in 8 Sekunden

 

Also von 0 - 50 km/h inklusive Schaltzeiten in 26 Sekunden - sehr realitätsnah ?!

 

 

1 x Außerstädtischer Fahrzyklus 400 Sekunden:

 

Mittlere Geschwindigkeit während der Prüfung: 62,6 km/h.

Theoretisch durchfahrene Strecke je Zyklus: 6,955 km.

 

Hier ist die Beschleunigung ähnlich wahnwitzig:

 

0 -15 km/h in 5 Sekunden

15 -35 km/h in 9 Sekunden

35 - 50 km/h in 8 Sekunden

50 - 70 km/h in 13 Sekunden

 

Also von 0 - 70 km/h inklusive Schaltzeiten in 41 Sekunden.

 

50 - 70 km/h in 13 Sekunden

70 - 100 km/h in 35 Sekunden

100 - 120 km/h in 20 Sekunden

 

Also von 0 - 100 km/h inklusive Schaltzeiten in 76 Sekunden.

Dagegen sind die 100 - 120 km/h in 20 Sekunden schon sehr flott !

 

Beim Verzögern sieht es kaum anders aus. Maximal 1,389 m/s² bei 50 - 0 km/h, das ist eine Wegstrecke von über 69 m für diesen mickrigen Bremsvorgang !

 

 

Angesichts dieser Werte und der bereits im anderen Thema erwähnten Vorgaben, ist nun wohl jedem klar, wie es im NEFZ zu absolut realitätsfernen Verbräuchen kommen kann. Diese sind zwar untereinander vergleichbar, aber das ist auch schon fast alles...

 

 

Starke Fahrzeuge werden völlig realitätsfern bewegt, sind unterfordert und gehen sofort in den höchstmöglichen Gang...

 

 

Es gibt also eigentlich nur ein Fazit:

 

Um ein großes Fahrzeug auf NEFZ-Verbrauchswerte zu bringen muss man entsprechend langsam damit fahren - so langsam wie mit einem Kleinwagen mit Basismotorisierung.

Im Umkehrschluss bedeutet dies je mehr Leistung ein Fahrzeug hat, desto weiter kann es sich von der Normverbrauchsangabe entfernen.

 

 

Auf diese Werte die kommende CO2-Steuer auszulegen kann wohl nicht ernsthaft begründet werden !

Wer dies unterstützt hat meiner Meinung nach immernoch nicht verstanden wie der NEFZ funktioniert, oder er will übermotorisierte Fahrzeuge fördern, warum auch immer - sicherlich nicht der Umwelt zuliebe !


17.10.2008 19:20    |    LSirion LSirion    |   Stichworte: , ,

Nein ! Sage ich ! Der Staat zockt uns nicht ab, er hat lediglich eine "feste" Steuer auf den Kraftstoff erhoben, was Vor- aber auch Nachteile hat, die ich im folgenden erläutern werde...

 

 

Aktuell sieht es für Benzin so aus:

 

Der Liter kostet 1,30 €:

Davon gehen 86 Cent an den Staat, das sind 66,3 %.

 

Da schreit der Bürger, versteht die Welt nicht mehr... aber wie kommt es zu diesem Preis ?

 

21 Cent sind 19 % Mehrwertsteuer - erhoben auf...

... 65 Cent - Energiesteuer (ein fester Wert, davon 15 Cent Ökosteuer)

... 44 Cent - bekommen die Mineralölgesellschaften (Rohölpreis, Aufbereitung und eine "geringe" Marge)

 

 

Jetzt nehme ich "Extremsituationen":

 

Der Spritpreis steigt (wieder) auf 1,60 €:

Nun gehen 91 Cent an den Staat, das sind 56,9 %.

... 26 Cent Mehrwertsteuer

... 65 Cent Energiesteuer

... 69 Cent Mineralölgesellschaften

 

Der Spritpreis steigt auf 2,00 €:

Nun gehen 97 Cent an den Staat, das sind 48,7 %.

... 32 Cent Mehrwertsteuer

... 65 Cent Energiesteuer

... 103 Cent Mineralölgesellschaften

 

Der Spritpreis sinkt auf 1,00 €:

Nun gehen 81 Cent an den Staat, das sind 81,4 %.

... 16 Cent Mehrwertsteuer

... 65 Cent Energiesteuer

... 19 Cent Mineralölgesellschaften

 

Man erkennt also folgendes:

 

Wenn der Benzinpreis 1 € beträgt, nimmt der Staat 81 Cent ein. Steigt der Spritpreis auf 2 € bekommt der Staat 97 Cent.

442 % mehr für die Mineralölwirtschaft, also 100 % Preisanstieg beim Endkunden bedeuten 19 % Einnahmenzuwachs beim Staat.

 

Selbst bei 3 € Verbraucherpreis nimmt der Staat nur 1,13 € ein !

Vom aktuellen Standpunkt sieht es folgendermaßen aus:

 

Damit der Spritpreis um 1/3 ansteigt (2 €), müsste sich der Anteil der Mineralölgesellschaften (MÖG) auf das 2,34 - fache erhöhen.

Allerdings ist dieser Anteil nicht direkt mit dem Rohölpreis vergleichbar:

 

 

70 $ je Barrel entsprechen aktuell 44 Cent für die MÖG.

145 $ je Barrel entsprachen im Juli 65 Cent für die MÖG.

 

Somit kann man abschätzen, dass - sofern die Kosten für die MÖG direkt am Rohölpreis hängen - die Herstellung eines Liters Benzin etwa 20 Cent kostet.

 

Angenommen der Anteil des Rohölpreises je Liter Benzin beträgt nun 20 Cent, kann man davon ausgehen, dass der Rohölpreis auf über 250 $ je Barrel steigen muss, bis der Liter Benzin 2 € kostet.

 

Oder etwa nicht ? Ich bitte um Berichtigung...

 

 

Kurz zum Diesel:

 

Diesel ist netto teurer als Benzin und es herrscht eine höhere Nachfrage. Die Energiesteuer ist zwar niedriger (47 Cent, davon 15 Cent Ökosteuer) aber größere Schwankungen sind möglich.

 

 

Noch kurz das Thema "Diesel lohnt sich nicht mehr, wenn Diesel so viel wie Benzin kostet":

 

Ein Diesel verbraucht im Schnitt etwa 25 % weniger als ein Benziner, das muss reichen...

Natürlich zahlt er sich nicht so schnell aus und die nötige (Jahres)Fahrleistung steigt an, aber einmal ernsthaft:

 

Wer einen Neuwagen kauft, der soll sich nicht wegen 1.000 € auf 100.000 km haben... zumindest meine Meinung.

 

 

 

.... es ist ja nichteinmal so, dass der Staat uns dumm dastehen lässt - nein ! Es gibt im Internet beim Bundesministerium der Finanzen sogar eine sehr gut animierte Grafik zur Zusammensetzung der Kraftstoffpreise:

 

Link

 

 

Und damit ich nicht die Vorteile / Nachteile schuldig bleibe:

 

Der Vorteil liegt ganz klar in der festen Energiesteuer, die die Einnahmen des Staates auf einem relativ konstanten Niveau und somit die Verteuerung in einem erträglichen Maß hält.

 

Der Nachteil liegt in der hohen Steuer selbst begründet und darin, dass weder die KFZ-Steuer noch die Entfernungspauschale gerecht sind. Wer wenig verdient und nichts absetzen kann, der muss für seine Fahrtkosten selbst aufkommen. Wer hingegen mehr verdient und ein recht neues Auto fährt, kann viel absetzten und muss obendrein (trotz Mehrleistung) auch weniger KFZ-Steuer bezahlen.

 

 

 

Das ist zumindest meine Meinung zum Thema...


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