18.02.2009 11:58
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Dr Seltsam
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Kommentare (7)
Karneval, feiern ja oder nein?!Bitte erstmal oben abstimmen und dann hier lesen, will ein möglichst unverfälschtes Ergebeniss
Und jetzt mal zum Thema: NEIN, ich feier Karneval nicht den es geht mir auf die Nerven. Und zwar gewaltig!
Ich meine, gegen Weihnachten hab ich eigentlich nichts. Gut, Konsumterror, aber es ist irgendwo noch besinnlich und das leckre Essen is sowieso was feines. Ostern ist sowieso nur ne kleine Nummer und bunte Ostergestecke sind hübsch anzusehen, aber der Sinn von Karneval hat sich bis heute mir nicht erschlossen.
Wobei, rollen wir das ganze von vorne auf: Anfangen tut alles am 11.11 noch recht harmlos. Ein paar Beiträge in den Zeitungen hier und da, dann is Ruhe im Schiff. Bis zirka ein - zwei Monat vor Aschermittwoch. Dann aufeinmal setzt ein merkwürdiger Prozess ein.
In den Schaufenstern schiessen zuerst die Clowns ins Kraut. Meistens pothässliche Dinger, riesige Köpfe, hässliche Plastikclownsgesichter. Unweigerlich muss ich da immer an Stephen Kings "ES" denken. Man macht die Augen zu, geht vorbei und tut so als hät mans nicht gesehen.
Ein paar Tage später aber geht dann die zweite Stufe los, MUSIK! Karnevalsmusik! In den Läden, beim Blutspenden ( neulich beim eintretten zu hören, "Es ist noch Suppe da!", endlich Humor im Karneval dacht ich mir ) und teilweise im Radio wobei es auf den Höhepunkt zugehend immer schlimmer wird. Lieder mit der Aussagekraft eines leeren Blatt Papiers, meist mit irgendwelchen verhuscht-sexuellen Andeutungen. Langsam wird die Lage für Antikarnevalisten wie mich ernst und wir denken darüber nach nur noch mit MP3-Player samt Kopfhörern einkaufen zu gehen.
Zwei Wochen dann vor Karneval bricht der Wahnsinn richtig los. Die ersten Kostümierten gehen/taumeln ( je nach Tageszeit und Promillgehalt ) über die Straßen. In den Zeitungen weichen die Berrichte alten Männern in grenzwertigen Kostümen an denen die Jungs von der Puderrosa Ranch ihren gefallen finden würden. Je nach Art der Zeitung meist mit halbwegs grinsenden Kindern ( professionelle Großtageszeitung ) oder einfach nur irgendwie bemitleidenswert guckenden Geschöpfen in seltsamen Aufzug die man am liebsten mit einem Kommando der Delta Force, der GSG 9 oder des SAS befreien möchte ( kleinere, lokale Wurstblätter ). Gleichzeitig vermehren sich die breits oben beschriebenen Clowns und in den Zeitungen tauchen beleibte Hausfrauen in seltsam uniformen Clownskostümen auf. Die nervtötende Musik nimmt zu.
Letzte Phase vor Aschermittwoch, zirka 1 Woche vor Aschermittwoch. Besoffne Kinder zieren teilweise schon früh morgens das Straßenbild. Einen 12 Jährigen ( noch mit Wodkaflasche in der Hand ) der in den Rinnstein kotzt und das um 12 Uhr Mittags durft ich letztes Jahr beobachten. Geschäfte haben geschlossen, die, die noch offen haben, haben mittlerweile auch das Sperrfeuer der Karnevalsmusik eröffnet, kostümierte Gestalten rollen durch die Gänge auf der Suche nach Sprit und hinter dem Lenkrad ist man permanent bremsbereit falls einer von denen plötzlich vors Auto stolpert.
An vielen Stellen in und um Köln bricht der Verkehr wegen Karnevalszügen zusammen da wichtige Hauptstraßen gesperrt werden, Anwohner finden Müll aller Art in ihrem Garten, dekoriert mit der ein oder andren Schnappsleiche. Nebenstraßenbewohner wie ich sind da noch die Glückseligen. Am Morgen nach dem Karnevalskollaps bieten viele größre öffentliche Plätze den gleichen Ausblick wie eine Müllkippe. Verzweifelte Karnevalsflüchtlinge stürmen die neuen Bundesländer, den Norden und Teile Süddeutschlands wo der Karneval quasi ignoriert wird. Leute die nicht fliehen können verbarikadieren sich in ihren Häusern und schreiben sinnlose Blogs. Die Medien sind teilweise zusammengebrochen, Karneval auf allen Kanälen, besoffne Opas im Kostüm, Hausfrauen unter Vollsuff die irgendwelche Leute küssen die sie nicht kennen und stöhnende Busfahrer die ihre vollgereiherten Sammeltransporte reinigen müssen. Und egal ob man will oder nicht, sobald man sich auch nur teilweise im öffentlichen Raum bewegt wird man von den Gestalten umringt, beschallt und teilweise befummelt.
Aschermittwoch ist dann wieder alles vorbei. Die Antikarnevalisten kriechen aus ihren Löchern, froh darüber das alles vorbei ist. Bis nächstes Jahr wieder alles von vorne losgeht..... Positive Nachricht zum Schluss, die Zahl der aktiven Karnevalisten nimmt ab! |

