10.04.2010 09:42
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Dr Seltsam
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Kommentare (13)
Waren das noch Zeiten früher. Vater wäscht Sonntags in der Einfahrt sein Schätzchen und der Sohn darf ganz Stolz mithelfen. Mutter macht die Polster sauber und am Ende des Tages steht die Kiste Stolz auf Hochglanz poliert in der Einfahrt. Das Auto ist quasi ein Familienmitglied und wird entsprechedn gepflegt und gehegt.
War einmal.
Vor langer Zeit.
Die Idee zu diesem Artikel kam mir schon vor zwei Monaten in einer Einkaufspassage auf der Suche nach Bananen. Dort entdeckte ich ein Werbeplakat für irgend n schrebbeligen Kinderfilm auf dem ein Kind mit einem Ball vor den Haxen über ein Auto läuft. Schreind hät ich am liebsten das Plakat abgerissen. Die Ballkratzer ( riesiger, halbrunder Abdruck vom Ball sprich seine Schleifspuren wo er Aufschlug und abrollte ) in meiner Heckscheibe die ich von solchen fussballspielenden Rabauken habe, lassen jedesmal meinen Blutdruck steigen wenn sie Nachts von hintermir fahrenden Autos illuminiert werden. Und jetzt wird sowas auch noch als "cool" auf einem Plakat verbreitet. Na mal sehen wann der erste übers Auto läuft. Ne Delle im Dach ( war auch ein Fussball ) hab ich ebenfalls in meiner Sammlung anzubieten.
Derweil werden in Hamburg mittlerweile schon alte Gebraucht abgefackelt ( Andy, hattest du nichtmal n Blog dazu?! ) und heute morgen noch folgender Artikel:
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/969446
40% der deutschen Jugendlichen halten Autos für "uncool". Okay, da wurden nur Großstädter gefragt, ich denke aufem Land sieht das noch etwas anders aus, aber allgemein frage ich mich schon, wird aus dem einstigen Mobilitätsliebling erst ein seelenloser Blechhaufen und dann ein Hassobjekt?!
Ich meine, wenn man sich auch noch so die Nachrichten anschaut. Entweder man sabbert sich vor Freude über irgend einen Porsche XY 300 ÜberPS fast in die Hose oder es wird darüber berrichtet wo Autos überall ausgesperrt werden soll, wie man welche Autos mit welchen "Normen" überall aussperren kann und sowieso ist der Tenor das eigentlich nur Leute ohne Umweltgewissen noch Auto fahren weil es ja Bus und Bahn gibt.
Schaut man dann noch auf die Straßen wird man das Trugbild des "geliebten Familienmitglieds" endgültig los. Rostig, abgefahrne Reifen, angeklebte Außenspiegel und der Kofferraum eine mobile Müllhalde. Von der "Liebe zum Auto" aus den 70ern ist da nichts mehr zu spüren, mehr denkt man das das Auto nur ein lästiges Ding ist was man aber eben irgendwie braucht. Ok, manche haben kein Geld ihren Wagen in Schuss zu halten, aber wenn ich mir allein die Müllhalde in einigen Autos hinten ansehe, dann frag ich mich doch ob das nicht anders geht. Wenigstens mal die Pfandflaschensammlung ausmisten.
Bleibt also die Frage, verliert das Auto an "Respekt"?! Ist es nur noch ein ungeliebter Blechhaufen den die meisten gerne loswerden würden oder ist es immer noch der Familienliebling bzw wenigstens ein guter Kumpel auf vier Rädern?!
Damit der ganze Thread nicht zu traurig wird hab ich mal als Bilder etwas aus meiner "Yo Dawg" Sammlung angeheftet, bin aber wahrscheinlich der einzige der über diese Bilder lachen kann |




Kommentare: 13
10.04.2010 10:41 |
Rippa
Früher war einfach alles besser!!111
Naja, vor 25 Jahren war es auch noch so, dass ein Auto was besonderes war. Es hatte nicht jede Familie mehrere Autos. . . . heute is es zwar immer noch ein Statussymbol, aber schon lange nix mehr besonderes.
Es gibt doch aber immer noch viele, die das Auto wie ein Familienmitglied behandeln, musst dich nur mal hier auf MT umschauen
10.04.2010 11:27 |
tino27
Ich glaub in der deutschen Vorstadtsiedlung ist dieses Idyll vom Familienauto noch vorhanden. Und Papas Porsche, den man nicht mal anfassen darf.
Bei mir gegenüber ist ein doppelter Bolzplatz. Ab und an hab ich schon einen Ball übern Zaun fliegen sehen und kawum voll aufs Autodach. Ich parke aber meist nicht da, da dort auch komische Bäume stehen und immer irgendwas abwerfern.
Ich park auch nicht auf der gegenüberliegenden Seite, da dort nur Kaputte langlaufen. Von Cola über Pisse bis Müll hat mein Auto da schon alles abbekommen.
Bin einmal rückwärts gegen ne Mauer gefahren (weil ich auf die Olle im Nebenauto geschaut hab
). Da hab ich mich totgeärgert. Aber ich seh es als Narben an das hat keineswegs was mit mangeldem Respekt zu tun. Mein Auto ist nun mal ein Massenmodell und wird sicher nicht die nächsten 10 Jahre überleben.
Aber ich erinner mich gern an das Familienauto zurück. Bei mir war das zuerst der Trabant Kombi von meinem Opa. Später würd ich sagen, der Xantia von meinen Eltern. Das war schon ein geiles Auto und selbst damals hab ich schon gerafft, dass Luftfederung nicht jeder hat.
10.04.2010 12:02 |
Andi 90
Achja, wenn ich sowas höre, bekomm ich richtige Krämpfe....die armen armen Autos, sowas geht doch nicht...
Jedesmal wenn ich mit meinem Auto zum Müllplatz unterwegs bin, dabei immer behutsam auf die Ware im Kofferaum achtend, damit ja nichts verschmutzt wird, sehe ich oft so alte, eigentlich noch schöne Autos, die von unten bis oben mit Gartenabfällen beladen sind.
Meistens sind das Renter an deren Autos noch das alte Nummernschild ohne die Europakennzeichnung plankt.
Das traurige Auto....da frag ich mich, kann man sich nicht mal die Mühe machen, den Müll in Säcke zu packen
?!?!?!?
JA, es hat sich einiges verändert, aber ein Auto ist und bleibt immer etwas besonderes, auch wenn es mittlerweile zum Massenmobil geworden ist.
PS: Über die Bilder kann ich auch lachen aber nur über die ersten 2 ^^
"Wow, awesome i got a brand new car in my car, thank you, thank youvery much Xzibit.
My friends won't believe it....i can drive while i drive"
Gruß Andi
10.04.2010 13:48 |
knollennase
hallo
naja ok ich oute mich ....auch ich sehe mein auto nur noch als fortbewegungsmittel. gewaschen hab ich den vor nem haben jahr mal (steht eh draussen und wird bei jedem regen gewaschen;o) ) klar, bei meinen ersten autos damals war das auch noch anders, aber heute bin ich da nicht mehr so wild drauf. vor allem aber, weil meine zeit mittlerweile ein rares gut geworden ist, daß ich nicht für waschkram opfern will.


bis denn
John
10.04.2010 14:56 |
RauheZeit
Ich, 21, behandel meine "alte Dame" besser als etwaige Familienmitglieder.
Von Hand gewachst, also das Auto, nicht die Familie.
Und sehe mich da jetzt mal als positives Gegenbeispiel.
10.04.2010 18:17 |
Andi 90
@ Rauhe Zeiten
so gehört sich das...
@ knollennase
Nunja, man kann ja sein Auto auch in gute Hände abgeben und es professionell waschen lassen.
Ein halbes Jahr ich schon echt happig
Schäm dich, so darf man doch nicht sein bestes Stück behandeln (ja richtig gelesen sein bestes Stück
)
11.04.2010 13:10 |
Han_Omag F45
Ich geh noch ein bischen weiter zurück: frühe 60er.
Wir wohnten in einem Neubaublock. Wasser aus dem dritten Stock in Eimern tragen um das Auto zu waschen? Nee. Das gäbe ne blöde Lauferei oder zu wenig Wasser, bzw. beides. So traf man sich wöchentlich zum Autowaschen am Bach auf der Wiese ausserhalb der Stadt. So jedenfalls wurde unser erstes richtiges Auto, ein DKW Meisterklasse allwöchentlich gepflegt. Umweltschutz? Was soll das sein? Hauptsache das Auto ist sauber.
Ich bin nicht der Meinung, das das Auto an Respekt verloren hat, jedenfalls nicht allgemein. Es ist mehr Gedankenlosigkeit. N "geiles" Auto wird erst bestaunt und ne halbe Stunde später mit dem Ball verbeult. Is ja nich unsere Karre, und wenn ich Ball spielen will, dann spiel ich Ball. Wenn der mal das Auto berührt, so was passiert eben.
Allerdings ist das Auto auch im Gegensatz zu früher etwas Selbstverständliches geworden. Wer keins hat, ist ja fast schon asozial (nicht meine persönliche Meinung). Umweltschutz sorgt dafür, das man sein Auto nicht mehr am Strassenrand oder in der Hauseinfahrt wäscht, dem "Blockwart" sei Dank.
Absichtliche Beschädigung, bzw. Zerstörung ist "nur" ein weiteres Zeichen der Zeit, ändert aber nichts am allgemeinen Stellenwert des Autos an sich.
Übrigens, unsere Fz. werden immer noch "handgewaschen" bei einer darauf ausgerichteten Waschanlage
11.04.2010 19:36 |
Nightfire
My car is by buddy.
Ich werde schon für bescheuert erklärt weil ich mein auto so sehr liebe.
Immer Picobello, sanft abledern, immer sauber drinnen, und jedes kleine Wehwehchen wird sofort behandelt.
OK ein paar Macken hat meiner auch, aber das sind Kampfspuren und ich habe ja auch meine Macken und Narben.
Wir werden halt zusammen alt!(Ok Mit H-Kennzeichen würde ich bescheuert aussehen ^^)
Dafür ist mein Liebling immer treu und zuverlässig zu mir und wir erleben halt viel zusammen.
(wenn die Weiber mal so wären wie mein wagen *duckundweg*)
Bevor ich den verkaufe lass ich den lieber zum Würfel pressen.....!
tja aber:
Mein Cousin ist da das genaue gegenteil. Erfährt auch nen G2 aber der Wagen hat den Namen Graue Tonne redlich verdient. Zugemüllt, Rost ohne ende, löcher am Koti mit Kaugummi gestopft und mit Unterbodenschutz drüber.....
der arme Wagen.
aber es ist wirklich so. Das Auto ansich wird immer weniger geschätzt. Willkommen in der Wegwerfgesellschafft. Ich darf mir immer anhören: Boah alter Wagen, Umweltsünder, kauf dir n neuen ist doch ne alte Möhre.....
aber dafür mein Herz hüft umso mehr wenn man dann von Leuten wie unsereins ein Daumen hoch bekommt für ein schönes, gepflegtes Auto (auch wenns Millionenseller ist
)
(174 mal aufgerufen)
14.04.2010 11:49 |
bobbatz
Ich habe liebe das Leben in jeglicher Form. Ein Auto ist nur ein Gebrauchsgegenstand oder ein Konsumgut, wie eine Erdbeermilch.
Respekt habe ich lediglich vor dem menschlichen Einfallsreichtum der uns das Automobil gebracht hat.
Ich finde es "COOL", daß ich mich mit 250km/h fortbewegen kann und im Winter immer schön warm und trocken von A nach B komme. Deswegen überkommen mich aber keine sentimentalen Gefühle.
Mein Auto wird gewaschen wenn ich es verkaufen will. Meine Zuwendung beschränkt sich auf die Betriebs- und Verkehrssicherheit. Wenn ich jemanden mitnehme weise ich ihn freundlich darauf hin, daß auf alles was am Fahrzeugboden befindlich ist, auch draufgetreten werden kann. "Ist nur Müll!"
War nicht immer so muss ich gestehen. Die ersten Fahrzeuge haben schon etwas mehr Zuwendung erfahren. Aber wofür? Damit ich mich ärgere wenn es regnet oder mein Auto beschmutzt wird.
"Nich mit mir!"
14.04.2010 12:40 |
andyrx
solange es Hipp ist in irgendwelchen angesagten Radiosendern Autos zu schrotten oder sinnlos zu zerstören muss man sich über nichts wundern....die vorauseilende Dekadenz besteht schon in den Medien
mfg Andy
14.04.2010 22:32 |
bobbatz
EIN AUTO IST NUR EIN GEGENSTAND !!! WIEDERHOLE DAS ANDRYX!!!
Mich stößt eher die Verachtung des Lebens in den Medien ab. Ein Auto ist nur ein Haufen Blech.
Wenn Menschen durch Gewalttaten verletzt werden juckt das hier keinen, aber wehe das eigene Auto ist betroffen. Dann fließen Tränen.... pervertierte Gesellschaft.
15.04.2010 07:55 |
Dr Seltsam
Also ich finde ab einem bestimmten Punkt ist ein Auto, zumindest für seinen Besitzer mehr als ein Stück Blech. Das kommt meistens auf drei Wegen zu Stande, einmal wenn das Auto sehr TEUER war, man also lange drauf sparen musste und nun endlich die "Belohnung" vor der Tür hat, wenn das Auto extremst den optischen Ansprüchen enspricht, es ist dann wie ein Kunstwerk auf Rädern was ebenfalls einen hohen emotionalen Faktor hat ODER bzw auch wenn man viel mit dem Auto erlebt hat. Das ist z.B. bei mir der Fall, jedes mal wenn ich nur an mein Auto denke fallen mir 500 Geschichten und Sachen ein die ich mit dem Auto erlebt hab, auch, und das ist besonders hier der kritische Punkt, wo alles eigentlich gegen mich sprach, aber das Auto trotzdem funktioniert hat. Da entwickelt man dann eine irrationale Dankbartkeit, der Mensch ist eben kein Vernunftswesen.
Alle drei Punkte schaffen somit eine hohe emotionale Bindung wodurch das Auto vom Blechhaufen zum "Menschen" wird. Ich will dadrüber auch bald nochmal, bzw über einen der Unterpunkte, einen Blog machen. Fakt ist aufjedenfall, Autos sind sehr schnell wesentlich mehr als Blech und Plastik. Sonst gäbs auch nicht so einen gigantischen Markt für Restaurations, Reperatur und Pflegemittel, Produkte und Weg. Sonst würden Autos nicht hinter Glas geparkt und liebevollst poliert werden.
16.04.2010 06:35 |
Han_Omag F45
@ bobbatz:
Ich kann deinen Kommentar zwar nachvollziehen, zustimmen kann ich ihm jedoch nur bedingt.
Auch du wirst zugeben (müssen): man kann nicht jedesmal weinen, wenn ein Mensch auf der Erde stirbt, oder ihm etwas anderes schlimmes passiert. Warum sollte man auch, wenn man ihn nicht kennt. Zu 99,999% wirst du es nie erfahren.
Mein Auto ist nur ein Gegenstand - aber - es ist mein Gegenstand. Mit fast jedem der bisher besessenen Fz. verbinde ich Erinnerungen an Erlebnisse, die ich ohne sie so nicht gehabt hätte.
VW Käfer 1300: ich lernte ein hübsches junges Mädchen kennen.
Ford "Knudsen" Taunus: ich fuhr mit ihr in Urlaub und wir verlobten uns.
F45: ich kaufte ihn nur, um ihr einen Wunsch zu erfüllen, als sie schwer erkrankt war und es für sie um Alles oder Nichts ging.
Und ich kann sagen: gerade der F45 hat in unserem gemeinsamen Leben eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt.
Um mit "ihm" klar zu kommen, musste ich autofahren neu lernen.
Wir haben damit Erlebnisse gehabt, die unsere privaten Interessen zum Teil völlig geändert haben. Das gilt für die ganze Familie.
Nenn mich ruhig pervers. Ich weis, das ich nicht normal bin, aber was ist normal?
Normal ist: ich kann nicht jedesmal weinen, wenn irgendwo einem Menschen etwas schlimmes passiert - es sei denn, es passiert einem Menschen aus meinem Umfeld.
MEIN - das ist für mich der alles entscheidende Unterschied.
Einen schönen Tag noch - ich geh jetzt arbeiten ...