06.10.2010 09:50
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Dr Seltsam
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Kommentare (99)
Vor zirka zwei Jahren war es mal wieder so das ich zuviel Zeit und zuwenig zutun hatte in der Pause. Also machte ich das, was ich immer in so einem Fall mache: Einen kleinen Blick unter die Haube werfen. Ölstand prüfen, Leckagen suchen, einfach mal nach "Auffälligkeiten" schauen um Defekten oder Pannen unterwegs vorzubeugen. Als ich dort unter der Haube hing kamen zwei männliche Studenten in etwa meinem Alter vorbei. Pikirter Blick zur mir, meinem Auto, schnell weggucken und weitergehen. Kurz darauf rauschten beide in einem Golf 5 an mir vorbei richtung Ausgang.
Jetzt beim lesen dieses Threads zum Thema Trabbi kam die Frage in mir wieder auf:
http://www.motor-talk.de/forum/aktion/PostJump.html?postId=26015665
Wo sind eigentlich die ganzen schraubenden Studenten hin?! Und ich mein jetzt nicht die Gattung die mit GFK-Pappteilen zum Ausdrücken aus der Mickey Maus ihr Auto verhunzen. Ich mein die echten Schrauber von denen mir momentan grad mal nur zwei in meiner Generation einfallen. Die ihr Auto zwecks Instandhaltung selber behandeln, etwas über ihr Fahrzeug wissen ( und damit mein ich nicht das die Farbe irgendwie Silber-Gelb ist oder es vier Räder hat ) und die sich entsprechend drum kümmern.
Wo sind die hin?!
Schon am Anfang meiner "Studentenkarriere" viel mir auf das sich eigentlich recht viele Dicke und Neue Autos auf dem Platz tummeln. Les ich so in Threads über Studenten früher, dann kommen da immer wieder die RS 4, die Ente, der Käfer und ähnliche Gestalten ans Tageslicht. Teils damals schon 20 Jahre am leben und oft mit viel Liebe und Mühe von ihren studentischen Besitzern am Leben erhalten obwohl trotzdeßen einige in ihrem Studentenleben zwangsweise 2 oder 3 Vehicel verheizten, einfach weil sie so alt waren. Und solche Storys les ich nicht nur auf MT.
Wieder zu meinem Studentenparkplatz: Natürlich gab es auch neben diversen Alfa Romeos, Benzen und BMWs der untren Leistungsklasse und neuen VW-Modellen immer noch DIE klassische Studentenkiste. Alt, abgenagt, selbst repariert. Siehe das Titelbild und das Bild daneben. Allein in meiner Klasse gab es drei MK-4. Gab?! Gab!
2009 das Ereigniss was wir alle kennen. Long story short, von allen oben in den zwei Bildern zu sehnden Fiestas exestiert heute nur noch einer. Nicht schwer zu erraten welcher das ist. Alle andern wurden gegen Neuwagen ausgetauscht. Der überlebende blaue Fiesta und noch ein MK-3 sowie zwei andre MK-4 sah man dann häufig leicht ängstlich in die Schulparkplatzecke gedrängt aus Angst der Abwrackhammer könnte sie doch noch treffen.
Und nun die Frage, die sich im gesamten Aufdrängt: Woher haben die Studis von heute das Geld für die neuen Kisten?! Woher das Geld fürs selber reparieren?! Wo sind all die alten, ausgelutschten Kisten hin die früher den Schulparkplatz dominierten?! Warum repariert kaum noch einer selbst?!
Fragen über Fragen, um Antwort wird gebeten |




Kommentare: 99
06.10.2010 09:59 |
hades86
Ich repariere grundsätzlich alles selbst - von vorn bis hinten. Sonst könnte ich mir meine Autos nicht leisten. Dabei studiere ich nicht einmal etwas "Technisches".
06.10.2010 10:09 |
Jlaebbischer
Liegt wohl am allgemeinen Wandel in der Gesellschaft.
Wie oft hab ich in Foren passende Kommentare zu meinem kleinen Ibiza gelesen
Lohnt sich nicht, der hält doch eh nicht lange
Ist doch nur Übergangsweise, bis du ein ordentliches Auto hast
...
...
...
Denke mal, da hat die staatliche Gehirnwäsche, immer das neueste Auto haben zu müssen, funktioniert.
Wie, der ist älter als 9 Jahre? Weg damit, kauf dir ja ein neues Auto!
06.10.2010 10:11 |
TerminalVelocity
Eventuell wird so eine alte Kiste manchmal einfach zu teuer - eben WEIL man nicht selbst schrauben kann. Auch wenn es in absoluten Euro-Beträgen sicher in Summe kein Vergleich mit einem Neuwagen ist - sobald das Autochen anfängt, richtig Mucken zu machen, wird es nach Möglichkeit ausgetauscht - man will ja nicht ewig zahlen. Da erscheint dann ein "7 Jahre Garantie und alle Inspelktionen umsonst" - Angebot deutlich attraktiver als die Aussicht, für die nächsten drei, vier Jahre alle zwei Monate in die Werkstatt zu müssen.
Abgesehen davon - so mancher Student arbeitet nebenbei und kann sich so manchmal auch ein Auto leisten (je nach Job und Fachrichtung halt).
Soweit meine Gedanken dazu
06.10.2010 10:12 |
HemiV8
Meines Erachtens trifft dies nicht nur auf die Studenten sonder auf die ganze Allgemeinheit zu.
Gerade heutzutage wo wir doch in einer "problematischeren" Zeit leben, ist das Aufgebot an neuen wenn nicht sogar Autos der Luxusklasse bei Studenten, Azubi's etc. recht enorm.
Die Leute die selbst solche Autos fahren die ich persönlich kenne, haben diese Wagen nicht selbst finanziert sondern entweder von den Eltern, Oma Opa usw.
Welcher Lehrling kann sich denn bitte im 1. Lehrjahr als Fliesenleger einen 5er BMW leisten der 18.000 € gekostet hat ?
Oder jemand anderes der ebenfalls in der Ausbildung einen neuen Honda Jazz fährt aber nur ca.350 € im Monat bekommt ???
Ich selbst musste in meiner Ausbildungszeit noch vorlieb mit nem Roller und später mit Vaters Auto vorlieb nehmen. An einen 5er BMW, Mercedes C-Klasse dachte ich noch nicht einmal im Traum.
Viele Menschen legen auch wesentlich mehr Wert auf eine tolle Karre wie auf ne anständige Wohnung.
Selbst mir als Autonarr leuchtet so etwas nicht ein.
06.10.2010 10:21 |
AustriaMI
ich bin auch student,
der a3 ist mein zweites auto und dieses habe ich selbst bezahlt, zugegeben, mein erstes auto haben mir meine eltern mit 18 geschenkt, war ein golf4 der 5jahre alt war, für rund 8000€.
aber das geld für den a3 habe ich mir über zwei jahre lang selbst zusammen gespart, das sparen war hart und ich musste dabei auch auf vieles verzichten (zB wochenendlcihe feiertouren), aber das habe ich gerne getan, man muss halt nur konsequent sein, den alles auf einmal geht nunmal nicht
aber dieses phänomen, student und dicke karre fällt mir auch auf, obwohl mein auto ja nicht günstig ist (LP40K), ist es auf der Uni nichts besonderes, da fahren viele mit Q7, Porsches, Benz und großen BMWs durch die gegend, selten älter als ein bis zwei jahre, da kommt man schon ins staunen und fragen:Wie machen die das? Naja wird wohl gesponsert sein, aber andererseits wieso nicht? ich würd die gelegenheit auch nutzen
ich finde es ist aber auch oft leichtsinn dabei, den wenn sich ein azubi oder student einen zB 5jahre alten r32 kauft, mag der in der anschaffung nicht viel kosten, aber der unterhalt ist enorm, und ich glaube das wenige die folgekosten eines solchen fahrzeuges berücksichtigen. Gekauft ist das Auto schnell, aber erhalten.....
06.10.2010 10:26 |
8p04711
Früher gabs weniger potente Eltern etc.
Man hielt das Geld zusammen.
Die Kinder wurden nicht von A-Z verwöhnt wie heute.
Leasing gab es fast gar net.
Und heut bekommt doch fast jeder Pimpf zum ABI nen Auto gesponsert.
Früher holte man ein billiges Auto um zur Uni zu kommen, und schraubte mit Kumpels dran rum, dass es lief. Das ist die Generation KFZ-Ing. die noch was vom Thema verstehen. Die sind heute aber fast alle kurz vor der Rente.
Was wird denn heut noch groß gelernt? Fast nur noch Mechatronik-Kram, OBD...fertig. Messgerät anschliessen, ablesen, NEUTEIL bestellen, Rechnung schreiben.
Kaum einer in der Werkstatt schaltet noch Hirn, Bauchgefühl, Verstand ein wenn ein Auto mit Problemen kommt.
Das liest man doch ständig in Motortalk, Erfahrungen mit Werkstätten.
Der heutige studierende mit dem neuen Golf 5 macht da bestimmt auch nichts selbst....
06.10.2010 10:30 |
TerminalVelocity
Naja, mal Hand auf's Herz, wie der Vorredner schon sagt, die meisten "dicken" Karren in Studentenhand sind entweder die von Papa selbst oder einfach ein Geschenk der Eltern. Und wenn es das nicht ist, dann sind auch viele Kisten geleast oder Dienstwagen - um mal die Gesellschaft außerhalb der Uni zu beleuchten. Dicke Kiste sagt also noch gar nichts über den Menschen bzw. seine eigentlichen Besitzverhältnisse aus
06.10.2010 10:32 |
mondeofan2008
die leute sind einfach zu verwöhnt/faul/"reich", um ihre autos selber zu reparieren. gut, manche sind zu blöd, aber die meisten sind einfach nur zu faul!(mein vater mittelerweile auch. früher hat er alles selber gemacht und heute geht er wegen jedem kleinsch..ss in die werkstatt)


06.10.2010 10:41 |
AustriaMI
Du hast oft keine andere Wahl bei neueren Autos, jedenfalls als Laie, und dann noch die Geschichten mit garantieverlust, Kulanz etc, das alles riskieren nur um im Blindflug selbst Hand anzulegen?
06.10.2010 10:53 |
Käfer1500
Problem ist halt heute, daß
1. es kaum noch alte Autos ohne TÜV für einen zweistelligen Eurobetrag gibt - die gehen alle für mehr Geld nach Osteuropa oder Afrika (Mein Käfer kostete ohne TÜV 200DM, mein T2b ohne TÜV 100DM, ein Ersatzkäfer mit vollem Tank 50DM, 2 T2 Schlachtbusse gabs geschenkt gegen Entsorgungskosten)
2. heutige Autos nicht mehr mit einem Satz Baumarktwerkzeug für 20DM komplett zu zerlegen und wieder zusammenzuschrauben sind (Stichworte Spezialwerkzeug, Diagnosecomputer, Steuergeräte)
3. die Autos heute weniger rosten und es daher kaum mehr billige Rostlauben mit ansonsten weitgehend gesunder Technik für wenig Geld gibt
4. Studentenpapis heutzutage auch keine Ahnung mehr vom Schrauben haben, dafür aber wohl mehr Geld flüssig (mein Vater stand mir als gelernter Maschinenschlosser immer mit Rat&Tat zur Seite, Geld für Autos mußte ich mir dafür selbst verdienen)
5. es keine guten günstigen Schrottplätze mehr gibt (den Grünen sei dank
), sondern nur noch teure Gebrautteilezentren mit Lagerhallen und ohne Selbstausbau
06.10.2010 10:56 |
Sisko41
Also erst mal sind auch die etwas älteren autos evtl. schon zu technisch (auch zuviel Elektronik) für die heutigen Studenten, dann wollen sich auch viele einfach nicht mehr selber die Fingerchen schmutzig machen und im sinne des "Billiglohnland's Deutschland", findet sich immer ein Depp, der da was für nen Appen und nen Ei repariert.
Das auch das etwas größere Geld (sponsored bei Eltern) lockerer sitzt, ist eine Sache, aber auch das einige der heutigen Studenten schon recht viel nebenbei Arbeiten hat den fakt, das sie sich etwas neuere Autos leisten können, an denen schon nicht mehr ganz so schnell etwas kaputt geht.
Gruß
Der Sisko
06.10.2010 11:00 |
JacquesClio
Heute bekommt weder jeder Pimpf ein Auto zum Abi geschenkt, noch stehen die Uni-Parkplätze voll mit deutschen Edelkarossen. In welcher Welt lebt ihr eigentlich (bzw. habt ihr studiert)
Viele Studenten besitzen überhaupt kein Auto, haben maximal n Drahtesel - heute noch wie damals. Und die, die ein Auto haben, fahren auch heute noch überwiegend Corsa B, Fiestas und Golfs der Spätneunziger.
Die Abwrackprämie mag das Bild ein wenig gewandelt haben, aber mal ganz ehrlich: Was erwartet ihr? Soll die 21 jährige Soziologiestudentin an ihrem Polo die Wasserpumpe wechseln? Nicht jeder ist technisch versiert, was solls? Geht doch klar wennse dann ihr Gespartes hergibt, um sich per Umweltprämie einen Panda zu holen, der sie zumindest die nächsten Jahre sicher am Wochenende zur Familie bringt, oder nicht?!
Und gleich Vorweg: die Schraubenden Studenten gibt es immernoch - sie sitzen genauso wie ihr im Hörsaal, jeder könnte dazu gehören, Fachübergreifend...manchmal erkennt man sie nur an Details, wie kleinen Narben an der Hand oder dreckingen Fingernägeln, aber sie sind da
Ich habe seit meines Lebens gerne selbst Hand angelegt, als Schüler einen motorseitigen Totalausfall in einem Astra F Caravan wieder hingebogen, danach 1200km in den Urlaub. Als Student den Wärmestauscher eines Kumpels gewechselt, am nächsten Tag beim eigenen Auto Bremsbeläge. Und auch heute Schraube ich - momentan mangels Defekten am Auto und Garantie jedoch ausschlieslich am Motorrad... Einmal Schrauber, immer Schrauber
Achja, bezogen auf Früher ist noch anzumerken: Ein Corsa B oder Golf 3 verlangt wesentlich mehr Fingerfertigkeiten von einem ab, als ein Käfer oder eine Ente, das sollte man mal im Hinterkopf behalten...
06.10.2010 11:21 |
carcraxx
Ich hatte auch mehrmals die Fahrzeuge meiner Eltern dabei - so wie es viele andere Studenten auch machen. Den wenigsten gehören die Autos wirklich selbst, die meisten nehmen über die Woche mal ein Auto von den Eltern mit.
Ich persönlich würde mir aber auch kein so altes Auto mehr kaufen, einmal aus dem Grund, dass die neueren wesentlich komfortabler und sicherer sind sowie dem Umstand, dass ich nicht selbst schrauben kann. Bezüglich des letzteren müsste ich also entweder das Risiko eingehen mit einer Gefahr für die Allgemeinheit durch die Gegend zu fahren oder aber so viel Geld bei einer Werkstatt lassen, dass ich mir gleich ein neueres Fahrzeug hätte kaufen können. Zusätzlich habe ich auch keine große Lust immer irgendwelche Wehwehchen zu behandeln.
____________________________
FAZIT: Wer das Wissen und die Zeit hat, kann sich gerne ein altes Auto kaufen. Wer allerdings kein Wissen hat und sich nicht so sehr damit beschäftigen möchte, der kauft sich ein neueres, weil es sicherlich nicht teurer kommt, als das alte mit den vielen kostenpflichtigen Reparaturen.
Was die Studenten betrifft: Die meisten nehmen die Fahrzeuge ihrer Eltern, wenn die mal im Urlaub sind, ein Elternteil seinen Wagen nicht gerade braucht oder auch die Fahrzeuge von Großeltern, die häufig weniger fahren. Relativ wenigen gehört das Auto selbst und wenn doch handelt es sich meistens um eine Universität mit vielen Medizinern, Juristen und Wiwis.
06.10.2010 11:38 |
Schwimmbutz
RFH-Parkplatz Vogelsangerstr.


Ist halt ne Privathochschule, da fährt man andere Autos. Ich wurde auch immer blöd angeguckt, als ich mit meinem Firmenwagen vorgefahren bin. Aber was willste machen? Besser als KVB fahren isses allemal
Off-Topic: Hab gehört der Parkplatz wird/ist abgerissen wegen neuem Gebäude oder so??
06.10.2010 12:10 |
Dr Seltsam
Schwimmbutz, HEY du hast auf meinem Parkplatz gestanden. Guck dir ma das eine Foto an was ich gleich dranhänge
Der Parkplatz wird jetzt übrigens platt gemacht, der Rohbau fürn neues Haus steht da schon. Dafür is jetzt hinten ein top neuer Parkplatz der viel zu klein ist weswegen viele aufem Schlammgelände von der deutschen Bahn parken müssen.
(841 mal aufgerufen)
06.10.2010 12:26 |
JacquesClio
RFH? Ist das ne Fachhochschule? Was ist dann daran Privat?
06.10.2010 12:26 |
Stewaan
Dieses Phänomen ist mir auch schon aufgefallen. Auch ich bewege mich mit meinem Polo am unteren Ende gefühlt am untersten Ende der studentischen Fortbewegungsmittel.
Auf dem Parkplatz meiner Unität stehen zu hauf neuere Golf (darunter mehrere R32 und GTI) , A3, A4, TT, 1er, 3er in allen Formen: Coupé, Cabrio, Limo.
Wenn man dann mal nachfragt, wie der Wagen finanziert wurde, heißt es: "vom Ersparten". Gearbeitet wurde aber noch nie, man ist ja schließlich Student und die Semesterferien, in denen ich bei einem Automobilzulieferer Schichten kloppe, sind ja für den Urlaub da.
Aber auch meine Eltern hätten mir vor 4 Jahren einen Neuwagen finanziert, was mir aber nicht vernünfitg erschien:Statt eines 9 Jahre alten Polos mit 130tkm hätte ich jetzt einen 4 Jahre alten Wagen mit 90tkm...Statt 4000€ wären 20.000+€ fällig gewesen. Und mein Auto hat mich immer zuverlässig und zügig von A nach B gebracht, und wesentlich zuverlässiger als z.B. der 207RC eines Freundes.
Spricht da vielleicht etwas Neid aus mir? Vielleicht. Auch ich würde heute gerne einen Neuwagen fahren, werde meinem Polo aber auf jeden Fall die Treue halten, bis er auseinander fällt. Aber: Obwohl ich relativ viel arbeite, bzw. gearbeitet habe, könnte ich mir ohne Hilfe meiner Eltern keinen Neuwagen leisten ( Leasing bleibt mal aussen vor...). Und mich nervt einfach die Tatsache, dass sich viele Studenten nur über ihr Auto identifizieren, und dann wirklich ernsthaft behaupten, dies von ihrem eigenen Geld gekauft (!) zu haben.
Edit: Kleinigkeiten mache ich selbst.
06.10.2010 12:26 |
Devers
Deutsche Edelkarossen stelle ich auf den Parkplatz meiner FH nur vereinzelt fest. Meistens sinds dann eher neuere Golfs und A3 und 1erBMW.
Mein Focus fällt zwischen all den Kleinwagen vom Schlage Corsa, Polo etc ziemlich auf. Heute bin ich auf dem Parkplatz gelaufen und denk mir so von weiten:" Welcher Depp hat seinen Wagen nicht ganz in die Parklücke gestellt." Der Depp war dann ich bzw. mein Kleiner war einfach einen halben bis dreiviertel Meter länger als seine automobile Umgebung.
Eigentlich hätte ich meinen "Strassenkreuzer" fotografieren sollen, aber wie so oft fällt einem dann die Kamera.
Wobei heute ist doch tatsächlich jemand mit einer S-Klasse auf den Parkplatz gefahren, wo dieFahrerin dann bei mir in der Vorlesung saß. Allerdings war diese Person schon vom Aussehen her eine unangenehme, verwöhnte Tussi. Diese S-Klasse war garantiert vom Papi gesponsert.
Trotzdem finde ich es wichtig, dass man seinen Wagen selbst erarbeitet. Dadurch erkennt man den Wert von Arbeit und man entwickelt eine enge Bindung zu seinen Wagen.
06.10.2010 12:41 |
psman
Da wurde schon viel richtiges geschrieben! Studiere an einer TU, da fahren auch die meisten ziemlich schicke Autos, aber sogar selbst Reifenwechseln können/machen die wenigsten....
06.10.2010 12:43 |
JacquesClio
Also ich bin erstaunt...Warum kannte und kenne ich fast nur diese anderen, typischen Studenten: Geld reicht hinten und vorne nicht, Rechnungen werden aufgeschoben, nach der Uni ab zum Job...? Und an meinem Studiengang lags mit Sicherheit nicht, wenn man den Klischees glauben schenken mag...
Da fährt fast keiner einen A3 oder einen 1er BMW, da wird noch auf dem Prophete-Rad geradelt und das Auto nur mal für eine Fahrt zum Baggersee/Einkaufen/nach Hause zur Familie verwendet...
Klar stehen auch BMWs und Audis auf den Uniparkplätzen, diese Leute gabs, gibt es und wird es immer geben - manchmal ehrlich verdient, öfters Auto von den Eltern, gelegentlich gesponsort.
Aber laut euch ist man ja mit einem Polo studentische Unterklasse - ach bitte, kann mir keiner erzählen...
Es sei denn ihr geht alle auf die International School of Business oder seid in Harvard eingeschrieben
06.10.2010 12:45 |
hades86
Das kommt daher, weil Studieren in Wü so teuer ist...
Grüße vom Leidensgenossen
06.10.2010 12:50 |
carcraxx
@ Devers: Ich finde nicht, dass man sich unbedingt alles erarbeitet haben muss - aber man sollte es wertschätzen und verstehen, dass es nicht einfach da ist, sondern jemand anders dafür Leistung erbracht hat. Leider ist bei denen, die die Fahrzeuge geschenkt bekommen die Gewohnheit oft einfach zu groß, ohne Leistung solche Geschenke zu bekommen. Gleichzeitig gibt es aber auch genug Leute, deren Eltern ohne Probleme könnten, wenn sie wollten, aber die Kinder bekommen trotzdem kein teures eigenes Auto - das nennt sich dann Erziehung.
Ich würde mich über ein schönes, geschenktes Auto von meinen Eltern freuen, aber ich denke eher weniger, dass das eintritt - und ja, ich würde es trotzdem wertschätzen, aber auch nur, weil ich ein Autonarr bin.
06.10.2010 12:51 |
JacquesClio
@hades86
Mag sein, aber Würzburger Studenten sind eigentlich genügsam: Abends ein paar Bier am Mainufer, und schon ist die Welt in Ordnung
06.10.2010 13:03 |
Jlaebbischer
carcraxx, so ist meine Chefin drauf.
Die Familie könnte sicher für jeden Sprössling ne S-Klasse kaufen, aber alle haben jeweils grad mal 10k für den Autokauf bekommen. Nun stehen da drei Yaris verschiedener Baujahre auf dem Hof
Hätten sie mehr Auto haben wollen, hätten sie sichs erarbeiten müssen. Wobei die gesamte Familie sowieso auf dem Boden geblieben ist. Nobelkarossen sucht man da vergeblich.
06.10.2010 13:03 |
KingMusiana
Na ja so schwarzmalen würde ich jetzt nicht.... die Preise haben sich bei den neueren Fahrzeugen im Gebrauchtwagensektor nun auch so eingependelt, dass keiner mehr zwingend Fiesta fahren muss. Ich bin Medizinstudent und habe mir den A3 Facelift mit Komfortausstattung vom eigenen Geld leisten können. Klar er ist nicht das neuste Modell und die Motorisierung ist auch eher studentisch, aber er ist mehr als nur angenehm und wird ständig von mir gewartet und repariert. (Zahnriemen, KRR, WAPU, Öl, uvm... und etliche Sensoren, die die Neuen jetzt ja haben). Ich sehe immer wieder Studenten in meiner Starße, die die Motorhaube auf haben ... neulich hat jemand nen kompletten Kabelbaum neu isoliert, da ihm die kabel miteinander verschmolzen sind.. was war da mit den Sicherungen los??? Gut der Kerl is Elektrotechnik Studi und hats auch hinbekommen.... ich wäre da dann doch mal zur Werkstatt und für andere Studenten wäre das nen wirtschaftlicher Totalschaden, aber dass die studenten nicht mehr schrauben stimmt nicht....
PS: Der Wagen vor dem A3 war ne alte E-Klasse, die noch mehr pflege gebraucht hat. Das war der Alte von meinen Eltern und wie in guter 200D Benz-Manier habe ich da 150 TKM in den Tacho gezogen und dann ein Endergebniss nach 20 Jahren "Arbeit"von 502.188 KM vorweisen können, bis der TÜV ihm den Gnadenstoß gegeben hat. Für diese Fahrleistung habe ich geschweist, gewechselt und instandgesetzt wie ein wilder nur irgentwann war die "Biologische" Grenze von tragenden Teilen dann auch ausgereizt und ich will ja auch sicher fahren.
Als Fazit ziehe ich, dass die Studenten-Fahrzeuge nur neuer und komplizierter geworden sind.
06.10.2010 13:09 |
JacquesClio
das würd ich genau so unterschreiben...es gibt sie sehr wohl noch
06.10.2010 13:16 |
Käfer1500
Was es an der Uni auch gibt - selbst gesehen: der Prof kommt im smart fortwo, die Putzfrau im Porsche. Wer wirklich meint, sein sozialer Status hinge an einem Statussymbol, schafft die Uni eh selten
Und wer zu Studentenzeiten Sparen gelernt hat, wird es auch später bei besserem Einkommen können (@Jlaebbischer - genau so meine ich das hier).
06.10.2010 13:47 |
dreadkopp
ich repariere auch so gut wie alles selbst, auch wenn ich mit einem w124 300 ce wohl keine allzu stundententypische karre fahre.
das schrauben ist nen guter ausgleich zum informatik-studium.
06.10.2010 13:52 |
Stewaan
@KingMusiana: Auch ich wollte damals "mehr" Auto, wäre auch bereit gewesen, mehr dafür auszugeben.
Ich bin nur durch Zufall auf den Polo gestoßen und habe spontan beschlossen, der wirds. Mehr Auto brauche ich eigentlich nicht. Ein Fahrrad passt bequem rein und ne Couch ist auch schon mitgefahren.
Wenn ich mal richtig Platz brauche, nehme ich ein Auto von meinen Eltern und für richtig lange Touren (>1500km) nehm ich Leihwagen.
Und die Unterhaltskosten sind locker bezahlbar, Montag geht er in die Werkstatt, Radlager vorne links.
06.10.2010 14:04 |
Dieselfreund_01
Ich war noch vor 2 Jahren selbst Student, und habe am Auto viel selbst gemach (damals Peugeot 306 1.9D, 1995). Trotz dessen das ich Verfahrenstechnik (Technisches Studium) studiert habe, gab es in meinem Jahrgang und Studienrichtung (ca. 40Personen) gab es nur zwei die geschraubt haben, mich und einen Studienkollegen, der sich selbst den Zahnriemen beim Diesel gewechselt hat. Von dem habe ich auch viel gelernt. Aber da geb es etliche Leute die neue Autos fuhren und der Papa hat’s gezahlt. In meiner ganzen Studienzeit sah mein Auto eine Werkstatt nur beim Pickerl (TÜV in Österreich). Allerdings was ich mir an Werkzeug zugelegt habe…. da währen einige Werkstattaufenthalte für das Geld drin gewesen.
Was soll’s die Studienzeit ist vorbei der Peugeot ging in den Export, und mein „neuer“ (Baujahr 2002) brauchte noch keine größere Reparatur. Das Hobby ist geblieben, mache das eine oder andere im Bekanntenkreis.
Wenn ich dann mal wieder richtig Zeit habe muss einfach ein wieder alter Peugeot zum schrauben her….
06.10.2010 14:36 |
hades86
Siehst du, das wäre mir schon zu blöd. Und dein Polo hat wahrscheinlich mehr gekostet, als meine beiden Autos zusammen...
06.10.2010 14:52 |
vaults
Es gibt sie noch.
Ich studiere Informatik, jetzt Anfang 3. Semester.
An meinem Passat 35i Variant Baujahr 93 wird alles selber gemacht, teils im Alleingang, teils mit tatkräftiger Unterstützung von Leuten hier aus dem Forum.
Vom Reifenwechsel/Ölwechsel über den Wechsel der Inneneinrichtung bis hin zm Nachrüsten von elektrischen Fensterhebern und Karosserieteiltausch wird alles selber gemacht.
Lediglich Bremsen und Lenkungsaufgaben gebe ich ab, der Sicherheit willen.
LG,
Alex
06.10.2010 15:32 |
metronaut
Wie schon gesagt wurde:
Einmal Schrauber - immer Schrauber!
Mit den als Schüler erworbenen und als Student verfeinerten Fähigkeiten habe ich mir bis heute sicher einen kompletten Neuwagen "erspart".
Zu meiner Zeit ('89 bis '93) wurde jedenfalls noch ausreichend an alten Kisten gearbeitet, und das nicht immer nur weil man grad' zu arm war.
Zur heutigen Studentenzeit kann ich nichts sagen, ein Aussterben meiner Art würde mir allerdings leid tun.
06.10.2010 15:56 |
nvrmr
Mein Audi ist nun auch nicht gerade ein Studentenauto in dem Sinne, aber durch meine Laufbahn mit Ausbildung vor dem Abi ebefalls selbst erarbeitet (und gekauft bevor ich auf die Idee kam mit dem Studium, sonst hätte ich das Geld da besser brauchen können aber da wars eben schon ausgegeben). Nur ist er mit 300€ Haftplicht und nur mal an einzelnen WEs nach hause zu fahren so teuer gar nicht mehr. Da ist ein Polo oder Fiesta für nen Anfänger bei 140% wohl teurer als meiner mit Sprit und allem.
Aber ich glaub es hat auch viel damit zutun wer sich so ein Studium überhaupt noch leisten kann. Ich musste meins zB abbrechen weil ich schlicht schon die 800€ fürs zweite Semester nicht mehr aufbringen konnte (neben Wohnung etc, da meine Eltern leider nicht in Nähe irgendeiner Uni wohnen). Die Studiengebühr ist ja im Prinzip keine schlechte Sache, weil sie eben an die Unis geht man in Form der Qualität der Ausbildung auch was dafür bekommt. Nur dummerweise sind es genau diese 500€ die es dann reinreißen dass man mit Bafög und Nebenjob höchstens noch studieren kann wo man keine Wohnung mieten muss sondern von den Eltern aus hin kann. Oder halt eben vorher ordentlich Reserve angespart hat oder von der Familie bekommt. Und genau deshalb stehen da auch so krasse Schlitten, ich denke da zB immer nen dicken AMG, nen RS6 und nen S3 die ich rergelmäßig an der FH in Köln Deutz gesehen habe als ich dort in der Nähe mein Abi nachgemacht habe. Sicher mag es auch ältere Studenten geben die sich auch sowas vorher erabeitet haben. Aber dass sich das Bild so gewandelt hat liegt wohl auch daran dass eben genau diese Spaltung von "reiche Kinder können sich das Studium leisten und arme nicht" ziehmlich effektiv mit der Studiengebühr durchgesetzt wurde. Oder man muss halt zur Tante-Emma-FH um die Ecke und vielleicht nur Bachelor machen, aber an ner guten Uni nen guten Abschluss, das soll offensichtlich nur noch für gute Familien erreichbar sein und so sehen eben auch die Parkplätze aus.
Da freut einen schon fast jeder alte Fiesta der einem zeigt dass sich immernoch ein paar standhaft weigern sich diesem System unterzuordnen.
06.10.2010 16:11 |
psman
Seh ich nicht so!
Weiß zwar nicht, wie es in Deutschland läuft, aber in Österreich bekommt man, wenn alles gut läuft, ein Leistungsstipendium. Und wenn man wenigstens halbwegs in der Zeit ist, aber der HAUSHALT (wenn man also eine eigene Wohnung hat...) nicht zu viel Geld zur Verfügung hat, dann bekommt man auch alle möglichen Beihilfen... Je nach Institut und Studienrichtung kommen dann noch bezahlte Projektarbeiten etc dazu!
Habe also nicht das Gefühl, dass jemandem der Zugang zum Studium verwehrt bleibt, wenn er geeignet ist!!
06.10.2010 16:32 |
Dieselfreund_01
@psman:
Ich habe über Jahre Semester ein Leistungsstipendium bekommen, dass deckt nicht einmal die Studiengebühren, welche ich noch zu zahlen hatte! Das waren ca. 720€ im Jahr!
Sonst bekam ich keine Beihilfen. Von den Eltern gab’s 500€ im Monat und im Sommer wurde 3 Monate gearbeitet ca. 3000-3500€. Allerdings lief das Auto über meinen Vater und so konnte ich in Stufe 0 einsteigen. Da kam ich auf 39€ im Monat Haftpflichtversicherung + KFZ Steuer. Dann kam da noch die Rechtschutz (nicht nur KFZ) mit 89€ im Jahr dazu.
Dann noch Miete (WG) 300€, Stromanteil 25€, Gasanteil 20€…. Da muss man schauen wo das Geld bleibt!
06.10.2010 16:54 |
richta
@ AustriaMI studierst du zufällig an der WU in Wien?
Bin selber Student, schraube selbst. Soweit mein Können und Wissen das zulässt. Für die groben Sachen kenne ich jemanden, der mir gerne dabei hilft.
Mein Auto hab ich mir mit 17 gekauft. 1/3 vom Kaufpreis bekam ich von meinen Eltern gesponsert, ebenso Versicherung&Steuern bis zu meinem Abschluß. Unterhaltskosten etc. musste ich selber zusehen wie sich das ausgeht.
Nachdem ich vor 2 Jahren mit dem Studium angefangen habe, bleibt natürlich alles an mir hängen. Die Jahreslaufleistung ist zwar um einiges weniger geworden, dafür der Sprit aber teurer und die Mautkarte für die A9 (A) will auch bezahlt werden.
06.10.2010 17:11 |
mousejunkie
oh mann. hier wird aber ganz schön über die studenten abgezogen. schön, wenn man sich mal über andere auslassen kann nicht?
also ich bin auch student, mache alles am auto selbst, arbeite an der uni und hatte die letzten 1,5 jahre keine semesterferien...
sicherlich fahren viele studenten ein neues auto aber man muss doch auch mal schauen, was am häufigsten in deutschland studiert wird. bwl und geisteswissenschaften. ganz weit hinten kommen mal die maschinenbauer. von denen schrauben sehr viele, wenn auch nicht alle, selbst.
außerdem muss man doch mal sehen wer studiert. sind wir doch mal ehrlich. studenten kommen meist aus elternhäusern, die nicht am hungertuch nagen. da sitzt natürlich dann auch mal das geld für einen neuwagen lockerer.
die zeiten ändern sich nunmal. man kann es den menschen nicht verbieten und immer rumjammern, dass früher alles besser war. wenn man selbst nach seiner philosophie lebt kann es einem doch egal sein, was andere denken und tun. es gibt dann immer einen, der sich auch auf andere werte besinnt.
übrigens steige ich (hoffentlich, wahrscheinlich) auch in die oberklasse um. allerdings wird es wahrscheinlich wieder ein auto mit 10jahre+. ich mag einfach die neuen karren nicht.
06.10.2010 17:49 |
Dr Seltsam
Der Thread soll ja auch nicht dazu dienen über Studenten herzuziehen. Es hatte mich eben nur gewundert das viele Ü 30 User schreiben was sie alles für irre Bastelnummern mit ihren Karren geschoben haben und im Gegensatz eben dazu der Schulparkplatz den ich kenne wo die Ü10 Autos in der Minderheit sind.
Und die Diskrepanz wollt ich einfach mal etwas beleuchten
