MOTORTESTS.de - Test und Erfahrungsberichte aus der MOTOR-TALK Community

18.02.2012 16:38    |    DoNuT_1985 DoNuT_1985    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: , , , , , ,

Eigentlich bin ich ja nur Gebraucht-BMW-Fahrer und ich weiß nicht, ob die Marke auch in der Zukunft meine Liga bleiben wird... man kann ja auch andere Prioritäten im Leben setzen als Autos mit Listenpreisen jenseits der 30-40k €... ;)

 

Die Vorstellung

 

Nichtsdestotrotz bin ich mit meinem 3er noch sehr zufrieden, aber als Fan kann man sich auch ohne realistische Kaufabsichten für's neue Modell, den F30 interessieren... ich hab inzwischen einige Zeitschriften, Youttube-Videos und ONlineartikel zum Wagen gelesen, letzte Woche bot sich mir dank ein bisschen "Vitamin B" die Gelegenheit, beim Freundlichen meines Vertrauens an der Vorstellung des Wagens teilzunehmen - und neben gutem Essen und einen Bierchen auch ein paar Bilder von den ausgestellten Modellen zu schießen sowie zu etwas späterer Stunde noch ein interessantes Gespräch mit einem Verkäufer zu führen und für die Sammlung noch Preisliste und Katalog abzustauben.. ;) Zu sehen gabs 4 Stück F30, die genaue Konfiguration aller Fahrzeuge weiß ich nicht mehr, aber ich glaube, sie waren wie folgt aufgestellt (man sollte auch alle vier auf den Bildern sehen, vielleicht wisst ihr es ja besser... :D )

 

  • 320dA (Modern?)
  • 328iA (Luxury, durfte ich später auch fahren)
  • 335iA (?)
  • 320dA (Sport)

 

Ich will mich eigentlich kurz halten, da dank der Presse schon viel bekannt ist...

 

Design

 

Soviel sei gesagt: Der F30 ist gefühlt ein gewaltiger Sprung nach vorne im Vergleich zum E90, das spürt man, wenn man 1x umsteigt und um beide Autos streift. Das Design des neuen 3ers ist eigentlich durchweg gelungen - im Grunde 90% 5er F10 in etwas kompakteren Dimensionen - hätte man ihm eine leicht sportlichere Variante dessen Front verpasst, wäre er in meinen Augen perfekt - einen schöneren BMW gäbe es in der derzeitigen Modellpalette nicht. Auf jeden Fall sieht er von der Seite mit dem noch kürzeren Heck und der eeeeeewig langen Schnauze wirklich sehr dynamisch, aber keinesfalls zu gewollt oder aggressiv aus.

 

Innenraum

 

Auch der Innenraum hat stark gewonnen - im Vergleich zum E90 wirkt er deutlich ansehnlicher. In Sachen Qualitätseindruck kann ich keinen umfassenden Eindruck geben, allerdings kommt mir der E90 irgendwie trotz aller Eleganz des neuen Modells im Bereich Klima/Radio solider vor. Auch die Türverkleidungen unterhalb der Fenster kommen mir bei meinem Wagen etwas massiver vor - wohl auch ein Tribut an die Gewichtsspirale. ;) Zu sehr sollte man nicht meckern, schließlich fährt man mit einem Auto in erster Linie immer noch, und von "billig" oder "zweitklassig" sind wir hier wohl mindestens 15.000-20.000€ entfernt. Die neuen Instrumente mit dem kleinen Display sind auch ein deutlicher Gewinn - hier ist man nun am Stand der Technik, der E90 (auch als LCI) hat hier der Konkurrenz etwas nachgehinkt. Vielleicht verändert sich der Eindruck noch etwas, wenn man in einem Basis-F30 sitzt - die Fahrzeuge auf der Präsentation hatten Listenpreise zwischen 48.000 und 73.000(!!!!) €.

 

Fahrbericht F30 328i

 

Kommen wir nun aber zum wichtigsten Punkt, dem Fahren.... ich bin wohl kein Vorzugskunde bei BMW, da ich meinen ersten Wagen der Marke fahre und bei der Werkstatt nur Servicekunde bin, aber ein gutes Verhältnis zur Geschäftsführung hat es mir ermöglich, dass ich ein paar Tage später als "Ersatzwagen" für meinen E90 für einen halben Tag und die Fahrt zur Arbeit den mittlerweile bereits als Vorführwagen zugelassenen 328i fahren durfte -auf den Fotos ist es der graue "Luxury", ein wenig sieht er mit der Farbe und den Felgen sogar meinem 318i mit Styling 160 ähnlich... :D Leider waren es in Summe nur ca. 10 km Stadtverkehr, die ich mit dem Wagen fahren durfte, aber ich hoffe, es genügt für einen ersten Eindruck. Bekanntlich ist der 328i kein Reihensechszylinder mehr, sondern ein "banaler" Zweiliter-Turbo mit 245 PS, presst als aus dem selben Hubraum wie mein 318i annährend die doppelte Leistung - und das spürt man auch im Stadtverkehr (obwohl ich mich an alle Gesetze gehalten hab). Der Wagen hatte auch die 8-Gang-Automatik, was für mich als überzeugten Handschalter bei den ersten 3 Ampeln etwas gewöhnungsbedürftig war, aber im Stadtverkehr ist das Getriebe durchaus angenehm - die Gangwechsel passieren schnell und verschliffen, egal in welchem Modus der "Fahrerlebnisschalter" gerade steht. Mir persönlich sagt das "Waschmaschinenfeeling" eines unter Automatik hochdrehenden Motors nicht besonders zu, ich mag eher die Melodie der gezielten Schaltunterbrechungen, vor allem weil es dort auch keinen grausigen Wandlerschlupf beim Anfahren gibt, dennoch komme ich in Sachen Schalteffizienz mit der Automatik nicht mit. 

 

Getriebe/Fahrprogramme

 

Interessant war auf jeden Fall, die deutlichen Unterschied in der Gaspedal/Getriebe-Charakteristik zu erleben, abhängig vom Fahrmodus. In "Eco-Pro" wehrt sich der Wagen deutlich gegen zügige Gasannahme und Beschleunigung, hier ist dann der Unterschied zu 318i nicht mal so groß, wie man glauben möchte. "Comfort" ist wohl der beste Kompromiss für alle Lebenslagen - der Motor hängt nicht zu sehr am Gas, man kommt aber auch ohne Kickdown sehr zügig voran - in der Stadt zusammen mit Eco-Pro wohl die erste Wahl. Die zwei "Sport"-Modi hab ich gleich wieder gelassen, weil man im Stop&Go eine etwas ruckartige Fahrweise hat, weil die Automatik relativ hochtourig fährt, man beim Ausrollen immer in der Schubabschaltung herumzappelt wo man mit Handschaltung die Kupplung treten würde - im Fahren ist das Drehzahlniveau natürlich unnötig hoch - die unteren Modi lassen den Motor zwischen 1500 und 2000 U/min drehen, was angesichts des reichlich vorhanden Outputs auch mehr als genug ist, Sport hält die Drehzahl in Erwartung der nächsten Beschleunigungsorgie deutlich höher - auch im Dahinschwimmen über 2000 Touren - aber bei forcierter Fahrweise macht das durchaus Sinn.

 

Motor

 

Der Motor selbst ist wohl auch nicht die schlechteste Wahl, der Zweiliter fühlt sich sehr lebendig an, dreht willig hoch und zieht dank der Aufladung von unten raus gut durch - nun muss man bei BMW keinen Diesel oder Sechszylinder mehr fahren, um souveräne Leistungsentfaltung zu bekommen - allerdings klingt der Motor im Alltagsgebrauch nicht wirklich spektakulär - er ist sehr leise und zurückhaltend, aber irgendwie kommt mir selbst mein lahmer 318i im unteren Drehzahlbereich mitteilungsfreundiger vor, also dieses typische R4-Halblast-Knurren.  Zum Verbrauch lässt sich nicht viel sagen, ich denke aber, dass es viel Disziplin (und Eco-Pro) erfordert um klar einstellige Werte einzufahren - der Vorführwagen hatte < 500 km auf der Uhr und wurde wahrscheinlich nur in der Stadt bewegt, ich bin trotz insgesamt sehr vorausschauender Fahrweise nicht unter 10 Liter gekommen, aber wir reden hier auch von einer 1,6-Tonnen-Limousine mit 245 PS, die bei weitem nicht eingefahren war.

 

Lenkung

 

Was sonst noch auffällig war, ist die exterm leichtgängige Lenkung. BMW-typisch ist sie zwar präzise und direkt, vergleicht man einen E90 mit dem Facelift-Modell, wo schon ein großer Unterschied spürbar war, fühlt sich die F30-Lenkung dagegen in der Stadt wie ein Playstation-Lenkrad ohne Force-Feedback an. Möglich, dass der Wagen die Sportlenkung hatte, hat sich bei einem F30 320d den ich nachher noch kurz bewegen durfte, auch nicht wirklich strenger angefühlt... Vielleicht sind einige meiner Eindrücke auch stark subjektiv, weil ich auf Dinge wie unterschiedliche Lenkwiderstände oder Geräusche sowieso sehr sensibel reagiere und ich den Wagen zu kurz ausführen durfte, mir persönlich kam das Gefühl aber zu entkoppelt vor - hier war der E90 nach dem Facelift der optimale Kompromiss.

 

Fazit

 

Alles in allem ist der neue F30 aber ein deutlicher Sprung nach vorne, wie man auch schon ersten Pressestimmen entnehmen kann - für mich wirds wohl auf längere Zeit die einzige Gelegenheit gewesen sein, ein solches Meisterwerk zu fahren, interessant war es auf jeden Fall... sollte dennoch großer Wohlstand einkehren, würde ich wohl einen blauen 320d Luxury ordern... ;)

 

MfG, DoNuT

 

P.S.: Das mit dem "Kurzhalten" mag mir immer noch nicht so recht gelingen... :D


03.02.2012 00:03    |    DoNuT_1985 DoNuT_1985    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: , ,

Es ist zwar schon Jahrtausende her, dass ich hier meinen letzten Blogartikel geschrieben habe, aber heute kam mir mal wieder der Gedanke "Damals auf Motor-Talk", und so hab ich den Account mal wieder rausgekramt.

 

Anlass ist eine kleiner "Vergleichstest" an der Basis der heuer ausgelaufenen E90-Baureihe (wenn man sich den F30 von vorne ansieht, wird man sie vielleicht sogar noch vermissen).

 

In bester Tradition (siehe ältere Blogartikel) hat es nach gut 2 Jahren ohne Blessuren und einem schönen Hagelschaden im Spätsommer vor 2 Wochen wieder mal gekracht und auf einer vereisten Privateinfahrt (Brücke über Bach) ging es mit ca. 6-7 km/h schräg gegen die begrenzenden Blumentöpfe und einen Randstein. Das Resultat war ein lädierter Stoßfänger und ein "schönes Eck" in meinen schon seit dem Kauf lädierten Winterfelgen.

 

Da ich mit Versicherungsabwicklungen schon recht gut vertraut bin, ging es in der Woche darauf schon in die Werkstatt zum Gutachter, und gestern morgen musste ich mich mal wieder von meinem 318i trennen, ein Wiedersehen in alter Frische gibt es voraussichtlich morgen Nachmittag nach der Arbeit.

 

Allerdings ging dieser Abschied nicht mit dem oft obligaten Verzicht in Form eines Kleinwagens mit Dreizylinder einher (womit ich kein Problem hätte, solang es fährt und die Heizung funktioniert :D). Ich hatte nämlich Glück und bekam passenden Ersatz in Form eines weiteren E9x, konkret ein E91 316d LCI Touring... die Umstellung hielt sich bis auf Kleinigkeiten in Grenzen, zumindest für den Laien. :)

 

Für mich war es interessant, weil ich von Haus aus jede Kleinigkeit ergründen möchte, wenn ich in einem neuen/fremden Auto sitze - vor allem, weil ich hier den Vergleich des Facelift/LCI-Modells mit meinem "Urmodell" (Bj. 10/2006) hatte, zudem einen Touring statt einer Limousine und einen Diesel statt des braven Ottos (316d statt 318i).

 

Als ich den schwarzen 3er mit Stahlfelgen übernahm, dachte ich mir zwar, "spiessiger gehts wohl nimmer, 3er in schwarz mit Basisdiesel", dennoch (soviel sei jetzt schon verraten), haben mir die 180 km in den letzten 2 Tagen mehr Fahrspass als erwartet bereitet.

 

Kommen wir mal zu den augenscheinlichen Unterschieden - mit dem Facelift hat BMW beim E90 einige Dinge verändert, die einem nach 60.000 km in einem E90 sofort auffallen. An der geänderten Optik fallen von innen nur die zusätzlichen Linien auf der Motorhaube auf, aber im Innenraum hat sich im Detail einiges geändert - irgendwie scheint der Klimaautomatik die Restwärme-Funktion abhanden gekommen zu sein - zumindest hat ist der "REST"-Knopf im rechten Klimaregler verschwunden. Die unförmigen (EU-konformen) Seitenspiegel fallen auch sofort ins Auge - in dem Punkt gewinnt mein VFL-Modell, die ovalen Spiegel sehen deutlich besser aus... ;)

 

Schmerzlich vermisst hab ich auch die belegbaren Tasten im Multifunktionslenkrad, das übrigens das Sportlenkrad war. Der untere, rechte Funkionsknopf ist in meinem Wagen mit iDrive als "Mute"-Taste belegt, im Leihwagen mit Radio Professional hab ich keine Option zum Ändern gefunden...

 

Ansonsten ist die Bedienung ja gleich geblieben, mein iDrive (so gern ich es habe) ist mir aber nicht abgegangen... das Radio Professional tuts auch und bietet sogar ein paar Zusatzanzeigen (Temperatur, Verbrauch, Geschwindigkeit) - in Sachen Klang kommt mir meine Anlage in Verbindung mit dem Navi Pro etwas besser vor, obwohl der Wagen in den Fensterecken zusätzliche Boxen hatte...

 

Dass ich an diesen Wintertagen auf eine Sitzheizung verzichten musste, wurde dadurch aufgewogen, dass ich Stoffsitze hatte, und zwar in Form der tollen Sportsitze (hätte ich in meinem auch gern gehabt). Das Xenonlicht des E90 LCI ist auch weit über die Halogenscheinwerfer meines Wagens (mit Osram Nightbreaker) zu stellen.

 

Soviel zum Innenraum, die vergleichsweise geringe Ladekapazität des Tourings hab ich bis jetzt nicht gebraucht, daher kommen wir nun zum (vor allem bei einem BMW) wichtigsten Thema, dem Fahren.... :D

 

Auch hier sind mir einige Sachen aufgefallen, die einen Unterschied zu meinem 318i ausmachen. Erster Punkt ist die Lenkung - es wurde im Forum nach dem FL oft geschrieben, sie ist tatsächlich deutlich leichtgängiger, aber in Sachen Präzision immer noch erstklassig, auch wenn der 316d auf 16-Zöllern nicht ganz so zackig einlenkt wie mein Wagen auf 225/45R17. Irgendwie fühlt sich der Wagen dadurch trotzdem agiler an, obwohl ich das Gefühl hab, dass das LCI-Modell zugleich eine Spur komfortabler geworden ist - Poltern oder Versetzen bei Querfugen ist mir jedenfalls keines aufgefallen - Spurrinnen lassen den Wagen ebenso kalt und der Geradeauslauf ist tadellos - auf der AB kann man das Lenkrad loslassen und bleibt trotzdem lange in der Spur (um 8 Uhr abends kann man sowas schon mal ausprobieren).

 

Die größte Umstellung hat allerdings der Antrieb erfordert - ich behaupte zwar mal, einigermaßen Autofahren zu können, und weiß auch, dass ein Diesel anders gefahren werden will, trotzdem hatte ich auf den ersten Kilometern mit dem 316 etwas zu kämpfen. Die Kupplung ist im Vergleich zu meinem Benziner etwas aggressiver ausgelegt, und so hab ich mich an der ersten Ampel gleich mal mit den Fahrschülern solidarisiert.... ;)

 

Irgendwie ist es schwierig, mit dem Wagen gemütlich anzufahren. Mit wenig Gas würgt man oft den Motor ab, lässt man die Kupplung gefühlvoll mit wenig Gas kommen, gewinnt man keine Ampelstart und versucht man, zügig anzufahren, muss man einen gut dosierten Gasstoß geben, dann springt man allerdings förmlich los. In dem Fall fällt dann auch so etwas wie ein "Turboloch" auf. Zuerst kommt man gut vom Fleck, ist man dann schon mit 1200-1300 Touren in Bewegung und rollt, verschluckt sich der Motor kurz und zieht dann ab ca. 1500 Touren wieder los - vielleicht braucht es ja noch ein paar Kilometer Übung, vielleicht ist es aber auch der Drosselung des Zweiliters geschuldet (115 PS aus 1995 cm³ waren schon in den 90ern keine Spitzenwerte mehr).

 

*edit* Nach einem weiteren Tag ging die Anfahrerei schon etwas besser. Das "Turboloch" lässt sich mit etwas mehr Gas überspielen und mit der richtigen Dosierung kommt man im gewünschten Tempo ohne peinliche Momente (Springbock) los, wenn man als wenig gefühlvoller Fahrer einen Leihwagen der Sorte 316/318d bekommt, könnt ich mir schon vorstellen, dass man ihn verfluchen würde... :rolleyes:

 

Fährt man allerdings mal, zeigt sich der Motor durchaus von seiner angenehmen Seite - setzt der Turbolader zwischen 1500 und 2000 U/min ein, zieht der Wagen angesichts der Masse von mindestens 1,5 Tonnen respektabel los und ist zügig auf Autobahn- oder Landstraßentempo. In der Werksangabe fehlt dem 316d eine gute Sekunde auf meinen 14 PS stärkeren Benziner, allerdings macht der Diesel das mit gutem Durchzug ab 2000 Touren und willigem Hochdrehen wieder wett. Auch der Klang ist für einen Diesel recht zurückhaltend - im Vergleich mit den früheren Pumpe-Düse-Naglern hält sich das Aggregat aber vornehm zurück, auch wenn mein Benziner das feinere Klangbild hat und beim Ausdrehen eine Brise Sportlichkeit aufkommen lässt.

 

Über den Klee möchte ich den 316d auch nicht loben, weil er trotz allem fleißig geschaltet werden will. Im 318i gewinnt man zwar keine Ampelrennen, aber im 3. Gang hat man zwischen 1000 und 6500 Touren ein ordentliches Drehzahlband, das man zum moderaten Beschleunigen oder Mitschwimmen nutzen kann - der Diesel hat zwar in der Mitte deutlich mehr Schub, er wehrt sich aber sowohl in 30er-Zonen als auch auf der AB im 6. Gang gegen niedertouriges Fahren - hier hab ich das Gefühl, der Benziner wäre souveräner. Auf meinen 30 Autobahn-Kilometern komme ich mit meinem Wagen jedenfalls meistens im 6. Gang durch, während in der Stadt meistens die 3/4. drin ist - mit dem Diesel musste ich oft zurück in die Zweite. Auf jeden Fall erfordert es eine gewisse Umstellung - der Benziner "geht" zwar nicht so gut, dafür ist es ihm herzlich egal, in welchem Drehzahlbereich man fährt - der Diesel hat ein begrenztes - aber zugegeben relativ breites - Leistungsfenster - nach ein paar hundert Kilometern hat man das aber wahrscheinlich verinnerlicht - mich hat die Herumflipperei zwischen 2/3/4. Gang in der Stadt anfangs etwas genervt.

 

Mit Messwerten kann ich das nicht belegen, subjektiv (und komischerweise?) geht meine "Schaltfaul"-Empfehlung an den Benziner... zumindest, solang man nicht allzuoft Zwischensprints einlegt. Ich hatte 2011 schon mal die Gelegenheit, die nächststärkeren Diesel in einem 118d Cabrio zu fahren, dort war der Motor allerdings deutlich souveräner.

 

Wo wir schon beim Thema "Schalten" sind - das Getriebe im Leihwagen schaltet sich tadellos, für mein Gefühl eine Spur leichtgängiger, dafür aber nicht so knackig und satt rastend wie in meinem 3er - vielleicht ist das auch der Tatsache geschuldet, dass dieser ca. 60.000 km mehr am Tacho hat und demnächst die 100.000er-Marke knackt - möglicherweise hat der Diesel auch ein anderes Getriebe oder der M-Schalthebel in meinem Wagen macht den Unterschied aus...

 

Da ich mit meinem Eintrag an der Sonntagszeitungslänge kratze, möchte ich langsam zu einem Resümee kommen... der getestete 316d ist auch kein Rennwagen, mit etwas Übung und Gefühl aber sicher recht angenehm zu fahren, BMW hat mit dem nun auch schon wieder 3 Jahre zurückliegenden Facelift des mittlerweile ausgelaufenen E9x viel richtig gemacht, er fährt sich tadellos, einzig im Innenraum scheint man 1-2 Bedienfunktionen zurückgenommen zu haben.

 

Das herausstechende Merkmal des Wagens ist allerdings seine Sparsamkeit - schon mit meinem Benziner hab ich über die letzten 60.000 km einen recht ordentlichen Durchschnittsverbrauch von 7,42 Litern (+3% über der Normangabe geschafft), beim 316d ist mir das mit immer noch respektablen 5,1 l/100 km (statt 4,5 in der Norm) nicht geglückt - allerdings ist der 3er ja kein ganz kleines Auto mehr, wodurch man mit ca. 1200 km Reichweite durchaus zufrieden sein kann, zumal ich doch ca. 15% Prozent Stadtverkehr auf meiner Strecke hatte und die Start-Stopp-Automatik bei Temperaturen unter -5°C kein einziges Mal stoppen wollte... :)

 

Die Zweifel ob des spießigen Kombi-Hinterteils hielten sich auch in Grenzen - nachdem ich mich versichert hatte, dass auf der Rückbank keine Kindersitze verzurrt waren und keine Riesenpackung Pampers im Kofferraum zu finden war, ließ sich der Wagen wie jeder 3er bewegen - die Übersicht war dank der zusätzlichen Fenster vor der D-Säule sogar eine Spur besser... sollte es sich in den nächsten Jahren finanziell ausgehen und ich - wenn schon nicht mehr - zumindest besser nutzbaren Stauraum brauchen, ist ein 3er Touring durchaus ein Kandidat auf der Liste, aber im Herzen wäre das auch vor dieser kurzen Liason so gewesen... :)

 

FIN :cool:


04.07.2009 13:32    |    DoNuT_1985 DoNuT_1985    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: , , , ,

Hallo miteinander,

 

seit dem letzten Artikel ist einige Zeit vergangen, aber nun wirds wieder mal Zeit...

 

Nun, ein Auto ist naturgemäß nun mal zum Fahren da und so freue ich mich irgendwie dann doch jedes Mal darauf, wenn eine etwas längere Strecke ansteht, nennt sich wohl "Freude am Fahren".

 

So war des gestern wieder soweit: Als bekennender Ärzte-Fan seit meinen Jugendtagen konnte ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, dem Konzert in Linz beizuwohnen. Für das (ausverkaufte) Konzert heute war es schon zu spät, aber zum Glück wurde am 3.7. noch ein Zusatzkonzert eingeschoben, für das ich mir schon vor gut 2 Monaten Karten sichern konnte - wäre rückblickend nicht notwenig gewesen, da es noch Karten an der Abendkassa gab. ;)

 

Natürlich macht sowas alleine keinen Spass, deshalb nahm ich noch einen Kumpel (und DÄ-Fan) mit, ein Dritter sprang am Morgen des Abreisetags ab - hat wohl vergessen, sich Urlaub zu nehmen... ;)

 

Also ging es auf die große Reise von der beschaulichen Südoststeiermark in die Kulturhauptstadt 2009 Linz. Zu bewältigen waren etwa 275 km auf der Autobahn, wir fuhren recht spät los (ca. um 14 Uhr), nachdem bereits ab 16 Uhr Einlass war. Ich rechnete ca. mit 3 Stunden Fahrzeit, womit wir eigentlich auch noch die Vorbands erwischen sollten.

 

Leider gestaltete sich die Hinfahrt nicht so reibungslos, wie ich mir das gewünscht hatte. Nach der Durchquerung des Plabutschtunnels (ca. 10 km lang) wandelte sich des sommerlich-schwüle Wetter in einen veritablen Wolkenbruch, was im dichten Verkehr auf der Autobahn keine besonders angenehme Angelegenheit war. Irgendwie hab ich im E90 noch etwas Schiss vor Fahrten im starken Regen, da mir noch das Daueraquaplaning mit glatten Vorderreifen von der Abholung des Wagens aus Salzburg (größtenteils selbe Strecke) in den Knochen lag. :(

 

Diese Befürchtung war allerdings unberechtigt, mit den neuen Bridgestone-Reifen liegt der Wagen wirklich souverän, auch bei Nässe kein Aufschwimmen, wodurch eher die Vernunft der limitierende Faktor war und so das Reisetempo teils unter den erlaubten 130 km/ lag. Kaum war der Wolkenbruch überstanden, standen wir schon vorm nächsten Problem. Ca. 30 km vor dem Gleinalmtunnel bot das Navi wegen Unfall/Stau eine Umleitung an, was ich aber ignorierte, da ich auf dieser Strecke von einer Navi-Umleitung schon mal durch Hintertupfing-Nebenstraßen geleitet wurde. Knapp vor dem Tunnel empfahl aber auch das Verkehrsleitsystem auf der A9, den Tunnel über eine Schnellstraße zu umfahren. Das drückte das Reisetempo, brachte uns ca. 30-40 Mehrkilometer ein und kostete im Endeffekt wohl auch ca. eine halbe Stunde. Wieder auf der Autobahn zurück, gings bei trockenen Verhältnissen zügig im Verkehr mit Tempomat 145 weiter Richtung Linz, dass es mit der ersten Band nichts wird, konnte man jetzt schon absehen. Leider dauerten die letzten 5 km vor/in Linz zum Hauptbahnhof (gute und günstige Parkgelegenheit, 4,80€ von 17:14 bis Mitternacht) dann aufgrund von Verkehrsüberlastung nochmal gute 45 Minuten. :D

 

Nun schnell mit dem Shuttlebus zum Gugl-Stadion, wo wir bereits die Vorgruppe "Dampfmaschine" (what the fuck?) verpasst hatten, und uns während des Konzerts der österreichischen Punkband 3 Feet Smaller noch mit 4€ teurem Zipfer-Bier verköstigten. Zu Deichkind gings dann vor die Bühne, wobei ich den Hype um die Band nicht so ganz verstehen kann. Der Jugendsender meines Vertrauens spielt "Luftbahn", "Remmidemmi" und "Arbeit nervt" ohnehin bis zum Erbrechen, daher war die Band nicht unbedingt auf meiner "To-See"-Liste. Zugegeben, die Musik groovt (ich hab trotzdem lieber E-Gitarren) und die Texte sind wirklich mehr als augenzwinkernd, aber die etwas drogige Bühnenshow hat mich jetzt nicht aus dem Häuschen gebracht - gut, ich wollte "die Ärzte sehn..." :D

 

So kam es dann auch: knapp vor Acht fiel der Vorhang und die prägnanten Bassakkorde von "Ein Lied für Dich" vom 13er-Album erklangen, und ich wusste, dass es gut wird. Meine Empfehlung: wer auch nur einen Ärzte-Song mag: vom Ärzte-Fan deine Vertrauens MP3/CDs beschaffen, gut einhören und dann nichts wie los aufs nächstbeste Konzert. Besser kann man nicht unterhalten werden, zusammen mit den Beatsteaks (ja, auuuus Berlin ;)) meine Live-Favoriten. Es folgte eine bunte 3-stündige Werkschau durch alle Schaffensphasen der Ärzte, über frühe Perlen alà "Westerland", "Ich ess Blumen" oder "Zu Spät" zu den Comebackhits von "Planet Punk" zum "Überalbum" 13, aber auch genug Stücke von "Geräusch" und dem aktuellen "Jäzz ist anders". Musikalische Vollverköstigung aus dem Backkatalog der Ärzte, gewürzt mit den gewohnt bissigen und sympathischen Ansagen von Bela, Farin und Rod. In Österreich ist traditionell Jörg-Haider-Bashing angesagt, was ich ihnen (als Österreicher) in keiner Silbe übel nehme - auch Michael Jackson kriegt mit ein paar Sprüchen und kurzen "Billie-Jean"-Zitaten sein Fett weg - der Ärzte-Fan kennt das, lacht darüber und denkt nicht weiter darüber nach, ob das jetzt moralisch okay war... :rolleyes: ;)

 

Zufrieden gingen wir knapp nach 23 Uhr von dannen, wobei eine unerklärliche "Wall of Security" den direkten Weg am Ausgang versperrte, die Menge bremste und es so zum Geduldspiel mit 5-cm-Schritten machte, aus dem Stadion zu kommen. Gut, einige Hosentaschenrevoluzzer lieferten massig schlaue Sprüche und spielten sich als "Helden" auf, weil sie die drückenden 10.000 Leute hinter ihnen vor 1,50m großen Mädchen zurückhielten, aber nach ein paar Konzerten und Festivals schaltet man besser auf Durchzug. :D

 

Knapp vor Mitternacht waren wir dann beim Auto in der Tiefgarage, schnell noch einen Snack aus der Tiefkühlbox im Kofferraum und dann ging es durch die immer noch Ärzte-Fan-durchflutete Stadt im schleppenden Verkehr zurück auf die Autobahn nach Hause. Der Weg aus der Stadt verlief ziemlich reibungslos, da wir uns etwas verfuhren und über Nebenstraßen recht spät an die Zubringerstraße kamen, anstatt im Stau zu stehen. Ich hatte leichte Befürchtungen, dass ich auf der Heimfahrt mit der Müdigkeit zu kämpfen haben würde, was sich auf den ersten 100 km leider bestätigte. Zum Urlauber/Rückreiseverkehr kam auch wieder Regen und Gischt. Es erforderte einige Konzentration, bei zügigem Tempo im Beinahe-Blindflug in langgezogenen Autobahnkurven zu überholen, in Tunnels hatte ich anfangs auch schon das Gefühl, nach den ganzen Torturen davor etwas verschwommen zu sehen... Gottseidank legte sich der Regen nach ca. einem Drittel der Strecke und auch ich konnte mein "Tief" übertauchen und hatte das Gefühl, ich könnte gleich noch nach Kroatien weiterfahren... :D

 

Da es auf der Heimreise recht frei war, gingen die 275 km dann auch in gut 2:45h, ohne wirklich rasen zu müssen (max. 160 km/h). An dieser Stelle auch noch ein Dank an die angenehmen "Tempomacher", mit denen ich einige Kilometer gemeinsam unterwegs war: ein silberner Chrysler 300C (auf der Hinfahrt) und ein alter Ford Galaxy in dunkelblau auf der Rückreise.

 

Um wieder ein bisschen auf meinen Wagen zurückzukommen: Ein weiteres Mal war ich sehr von meinem kleinen 3er angetan. Ohne RFTs ist er wirklich ein sehr angenehmer Reisewagen, mit dem man haufenweise Autobahnkilometer abspulen kann. Selbst der kleine Zweiliter mit nur 129 PS macht seine Sache recht gut. Ich bin praktisch nur im 5/6. Gang unterwegs gewesen, wobei mich irgendwie wundert, dass man auch von 80-90 (im 5.) und knapp über 100 (im 6.) noch im Verkehr mitschwimmen kann, und die Maschine auch noch recht wacker beschleunigt. Sehr angetan war ich auch vom Verbrauch nach dieser Reise. 6,9 Liter Super auf 100 km bei einem Schnitt von 96,x km/h. Mögen die BMW-Vierzylinderbenziner auch keinen guten Ruf haben, wenn man weiß, wie man damit fahren muss, kann man wirklich sehr sparsam unterwegs sein - auch noch ohne Efficient Dynamics.

 

Nun, ich hab noch ein paar neue Bilder vom Wagen angehängt, darauf gibt es zwar nur die neue Auspuffblende zu bestaunen... *gg*


24.04.2009 18:41    |    DoNuT_1985 DoNuT_1985    |    Kommentare (4)    |   Stichworte: , , , , ,

 

Nun, da nun seit 15. April in Österreich wieder (offiziell) Sommerreifensaison ist, gibt es von meiner Seite mal einen kleinen Erfahrungsbericht zum Thema Felgenkauf und Abnahme.

 

Ich brauchte neue Felgen, da die Reifen sowieso runter waren und die (gebrauchten) Felgen (von einem Vorführwagen des Händlers) wohl mehr Randsteinkontakt hatten als die Räder selbiges mit der Fahrbahn. :)

 

An dieser Stelle gibt es dann zwei Optionen.

 

a) Originalfelgen kaufen:

 

Passendes Design auswählen, Geld hinlegen, montieren lassen und glücklich sein. Einfacher gehts wohl nicht, der Händler des Vertrauens bietet alles aus einer Hand. Wenn man keinen Platz in der Garage oder im Keller hat, lagert er gegen Entgelt die Reifen sogar bis zum nächsten Winter ein. Hat man keine Sonderwünsche bezüglich Bereifungen anderer Baureihen, beschränkt sich der Aufwand auf den Reifenwechsel - kein Bangen beim TÜV, keine Diskussionen mit Polizisten und man läuft kaum Gefahr, seinen Wagen mit unansehnlichem Schrott alà 08/15-ATU-Tiefbett mit miserablen Reifen zu verschandeln.

 

Aber wie alle Dinge auf der Welt hat das Originalzubehör einen Nachteil - es ist schweineteuer. :D

 

Man könnte meinen, wenn man einen Wagen für 50.000€ fährt, sollte man doch auch noch die Kohle für ordentliche Felgen haben. Okay, 150€-Billigfelgen haben auf einem Mittelklassewagen mit 300 PS nichts zu suchen, aber deswegen muss man ja nicht gleich bedingungslos jeden Preis zahlen.

 

So fallen z.B. BMW-Originalfelgen auch nicht in einem gleißenden Lichtschwall vom Himmel, sondern werden im Auftrag des Hersteller von Felgenherstellern produziert, die selbst auch eher günstige Ware anbieten - zumindest im Vergleich zu den Erstausrüsterfelgen. Die Radialspeiche 160 meines 3ers ist z.B. von Ronal, am Zubehörmarkt kostet keine Ronal-Felge in vergleichbarer Dimension mehr als 150€ - nimmt man ordentliche Markenreifen dazu, kommt man für meinen Wagen beispielsweise auf ca. 900-1200€, wenn man nicht über die Stränge schlägt und BBS, OZ & Co. kauft... :)

 

Ein weiterer Nachteil ist, dass man selten Auswahl bezüglich der Bereifung hat. So werden Kompletträder in Aktionen oft mit bestimmten Reifen angeboten, bei BMW kommt man bei einem Großteil der Räder so nicht um das leidige Thema "RFT" herum...

 

Gut, dass man Alternativen hat, wenn man ein bisschen mehr Aufwand in Kauf nimmt...

 

b) Zubehörfelgen:

 

Hier hat man natürlich eine praktisch unendliche Auswahl, die einem aber auch zum Verhängnis werden kann. Ein "Lustkauf" (boah, fett!)!!! kann einem nach zwei Wochen nicht mehr gefallen, oder vielleicht gar nicht richtig aufs Auto passen, wenn man bei einem Schnäppchen zuschlagen "muss".

 

Deswegen ist es auch hier ratsam, bei aller Liebe zum Objekt in erster Linie mit dem Kopf zu agieren und das Ganze Step-by-step anzugehen...

 

Für mich war das erste Kriterium, bei den Reifendimensionen nicht zu sehr über die Stränge zu schlagen. Mein Wagen sollte im Auftritt nicht zu sehr auffallen, daher kamen keine radkastenfüllenden Reifen in Frage - 19 Zoll sehen zwar gut auf einem Poster aus, beim dazugehörigen Niederquerschnitt sollte man aber Schlaglöcher und Randsteine meiden.... das war zumindest mein Gedankengang, ich fahre auch andere Strecken, als sonntags 3x um die Eisdiele. :D

 

Daher war in meinem Fall klar, ich bleibe bei einer gemäßigten Seriendimension - rundum 8x17 Zoll mit Reifen in 225/45R17 sehen nicht allzu schmalbrüstig auf einem E90 aus, lassen sich achsenweise tauschen und bieten einen guten Kompromiss aus Sportlichkeit und Fahrkomfort.

 

Damit war zementiert, welche Dimensionen in Frage kommen, um nicht dummerweise einem Okkasionskauf zu erliegen, und plötzlich mit 255/30R19-Hinterrädern und meinen 129 PS nicht mehr vom Fleck zu kommen... :D

 

Als nächstes legte ich eine grobe Vorstellung fest, wie die Felge den aussehen soll. Ich wollte etwas aus der Abteilung, "dezent & solide". Nach einigem Sondieren zwischen ein paar Kandidaten fiel die Wahl dann auf ein schnörkelloses 5-Speichen-Design.

 

Doch bevor man jetzt planlos zum nächsten Reifenfachhändler rennt und wild drauflos bestellt, ist es ratsam, sich zu erkundigen, ob die gewählte Dimension fürs eigene Fahrzeug geeignet ist. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle - Dimension, Einpresstiefe, zulässige Radlasten usw...

 

Im besten Fall gibt es eine ABE oder ein TÜV-Gutachten, in dem aufgeschlüsselt ist, welche Rad-Reifen-Kombinationen am eigenen Fahrzeug gefahren werden dürfen, ob ggf. an den Radkästen nachgearbeitet werden muss - in meinem Fall kein Problem, 8mm mehr Spur vorne und hinten sind kein besonders exotischer Umbau gegenüber dem Serienzustand, da die Hersteller ohnehin genug Luft im Radkasten lassen... :D

 

Wenn auch das geklärt ist, kann man eigenlich die Dinger bestellen, auf den Sommer warten und sich die nächsten Monate daran erfreuen...

 

Doch... Stopp! :D

 

In modernen Zeiten wie diesen muss soviel Individualismus doch mit etwas Bürokratie ausgebremst werden, oder? :rolleyes:

 

Richtig, eine Veränderung am Serienzustand eines Fahrzeuges muss von einer Prüfbehörde abgenommen werden - in meiner schönen Heimat Österreich ausnahmslos - in jedem relevanten Fall (also alles, was Fahrwerk & Co. betrifft) muss ein Zivilingenieur beauftragt werden, die Änderungen zu überprüfen und die Eintragung in die Papiere in die Wege zu leiten...

 

So bin auch ich heute nach Vereinbarung mit dem Gutachter diesen Weg gegangen. Einfach einen Gutachter rausgoogeln, Termin vereinbaren und mit Papieren (Fahrzeugschein und Felgengutachten) dort aufkreuzen - die Felgen sollte man auch schon montiert haben.

 

In meinem Fall endete die Reise zu meiner Überraschung im (zugegeben wunderschön gepflasterten) Hinterhof eines biederen Einfamilienhauses - flankiert von einem Opel Astra und einem älteren Audi A6... na toll, hoffentlich hab ich keinen Gartenzwerg überfahren... :D

 

Nach etwas Wartezeit werde ich ins Büro in der Garage (!) gebeten, um den Antrag auf die Eintragung auszufüllen. Als der Ingenieur den Wagen zum ersten Mal erblickt, ernte ich ein "Schöner Wagen - ist der neu?". Naja, zumindest hat der Mann Geschmack, er hätte auch was von überteuerter Protzkiste sagen und ein Lob auf seinen soliden Astra anstimmen können.... :D

 

Inzwischen fährt er meinen Wagen ein paar Meter in die Sonne, um (anscheinend notwendige) Fotos zu machen - immerhin, er kann ihn starten und findet sogar den Rückwärtsgang - vielleicht ist sein automobiler Horizont doch etwas weiter als gedacht... ;)

 

Nun beginnt die Abnahme im Dialog mit mir: Zunächst wird das Gutachten durchgegangen, dann macht er eine Sichtkontrolle vermisst grob die Spur und liest mithilfe eines Spiegels ein paar kryptische Nummern und Kürzel von der Felgeninnenseite ab, die er seiner Frau am Computer in der Garage diktiert - ich möchte nicht wissen, in welcher Schreibweise "Bridgestone" nach mehrmaligem Buchstabieren letztendlich im Computer gelandet ist. Schlussendlich darf ich noch im langsamen Rollen den Maximaleinschlag nach links und rechts austesten, aber natürlich gibts hier keine Probleme. Dazwischen bringt er noch eine Anekdote von einem Audi RS6, bei dem 10 Zoll auf der Hinterachse wohl zuviel des Guten waren. :D

 

Ich muss sagen, das Ganze lief um einiges entspannter und freundlicher ab, als ich mir das vorgestellt habe - eher dachte ich, als verkehrsgefährdender Jugendlicher hingestellt zu werden, aber weit gefehlt...

 

Er meint sogar, dass ich hinten ruhig noch Spurplatten verwenden hätte können, da noch genug Platz im Radkasten wäre und lobte, dass ich mich offensichtlich doch informiert habe, was bei seinem Klientel scheinbar doch nicht immer der Fall zu sein ist und des öfteren um Millimeter gefeilscht wird. :D

 

Unterm Strich fand ich die ganze Prozedur sogar unterhaltsam und interessant, in 1-2 Wochen sollten meine "upgedateten" Papier abholfertig sein - allerdings hatte der Spass auch seinen Preis - 258€ für ca. 20 Minuten Arbeit plus ein bisschen Schreibkram hinterher... für einen solchen effektiven Stundenlohn würde ich als Softwareentwickler wohl meine Seele verkaufen - unterm Strich hab ich aber immer noch genug Geld auf mindestens 2000€ teure BMW-Felgen gespart, und nebenbei die magische Zahl 40.000 auf meinem Kilometerzähler überschritten... :)

 

Gut, das wars dann mal - vielen Dank für die Leser, die sich bis ganz unten durchgekämpft haben..

 

MfG,

DoNuT


24.01.2009 20:12    |    DoNuT_1985 DoNuT_1985    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: , , , ,

Wie ihr ja vielleicht wisst, fahre ich meinen kleinen Bayern die meiste Zeit auf der Kurzstrecke, hauptsächlich Landstraßen und schlimmer...

Daher sind meine Verbrauchswerte mit dem Wagen an sich nicht wirklich überragend, da vor allem jetzt der Motor wohl erst ca. nach der Hälfte meiner durchschnittlichen Strecke warm wird. Praxisverbrauchswerte liegen seit Beginn ca. zwischen 7,4 und 7,8 Litern, wobei ich in letzter Zeit wieder etwas an "Freude am Fahren" dazugewonnen habe und mich verbrauchsmäßig meistens am oberen Ende meiner Skala einpendle. Von Rasen ist noch keine Rede, aber das eine oder andere Überholmanöver 1 km vor der eigenen Einfahrt ist schon dabei - Spass machts trotzdem. :)

 

Nun hatte ich heute wieder mal die Gelegenheit, auf die "große Reise" zu gehen, endlich mal wieder Autobahn, endlich mal wieder raus aus dem Bezirk. So waren dann mal wieder Mutter/Oma von einer Geburtstagsfeier am Grazer Stadtrand abzuholen.

 

Gesagt, getan... ins Auto gesprungen davor noch mal den Reisecomputer resettet, weil ich mal wissen wollte, auf was für einen Schnitt ein Autobahnfahrer effektiv kommt.

Zurückgesetze Verbrauchsanzeigen schocken anfangs immer mit Verbrauchswerten aus dunkelsten Vergaser-Zeiten, vor allem mit kaltem Motor hat man das Gefühl, man säße im falschen Auto - oder hab ich etwa den Wohnwagen nicht abgekoppelt? :D

 

Die gefahrene Strecke von ca. 110 km war 1/3 Land/Stadt und 2/3 Autobahn, hin und zurück. Dabei bin ich für österreichische Verhältnisse gar nicht langsam gefahren, auf der Hinreise von der Autobahnauffahrt bis zur 100er-Beschränkung vor der Stadt konstant 135-140 km/h ohne Unterbrechung - mit Tempomat kein Problem.

 

Für Deutsche mag sich das natürlich befremdlich anhören, aber bei der heutigen Witterung (Temperaturen um 0°C, Nebel, teils feuchte Straße) war ich der King der linken Spur. Der einzige Wagen, der mich auf der ganzen Fahrt überholt hat, war ein E46 mit nachgerüsteten Standlichtringen. :)

 

Dabei hat sich herausgestellt, dass der E90 ein erstaunlich angenehmer Reisewagen ist. Natürlich muss man sich an das Gepoltere der Runflat-Reifen bei Querfugen auf der Autobahn gewöhnen, aber grundsätzlich fährt es sich verdammt entspannt damit. Das Fahrwerk selbst ist zwar straff, aber keinesfalls bretthart. Auch mit meinen 129 PS genügt es, im 5. Gang auf das gewünschte Tempo zu beschleunigen um dann im 6. Gang mit aktiviertem Tempomaten die Welt um mich zu vergessen. Der Geradeauslauf ist gut, bei höherem Tempo stört die etwas handfeste Lenkung überhaupt nicht und zumindest meine 16"-Kumho-Runflats halten sich im Vergleich zu den Conti-17ern in Sommer auch bei Spurrinnen vornehm zurück.

 

Nach halber Strecke war ich verwundert, dass mein BC-Verbrauch mit exakt 7,0 Litern niedriger war als gewöhnlich. Und 140 km/h sind auch konstant 3000 Touren im höchsten Gang. Auf der Rückreise im selben Tempo ließ sich der Wert bis vor die Haustür noch auf 6,5 l/100km drücken, bei unverändertem Tempo mit 2 Personen zusätzlich. Den 100 km/h-Schnitt hab ich leider auf den letzten 2 km vor der Haustür verloren, der laufende Motor während des Fotos hat mich nochmal 0,5 km/h gekostet. :rolleyes: :D

 

Die Verbrauchsanzeige schummelt zwar dezent, also kann man auf die 6,5 noch mal ca. 0,2 Liter draufpacken, trotzdem bin ich überrascht, wie sparsam man 1,5 Tonnen bewegen kann. Bei 63 Liter Tankinhalt sind so auch über 900 km Reichweite möglich. Natürlich setzt das eine sehr bedächtige Fahrweise voraus, was nicht zwingend heißt, dass man langsam fahren muss. Man muss einfach versuchen, Abschnitte mit konstantem Tempo im hohen Gang zu fahren, zugig zu beschleunigen und auf der Bahn den Tempomaten benützen. Natürlich macht es auch Spass, hin und wieder mal die Qualitäten des Wagens abzurufen, was im Falle eine 318i eben zum größten Teil Fahrwerk/Lenkung und nicht Motor bedeutet. Solche "Bummelfahrten" haben auch ihren Reiz, ich finds entspannend und werte es als Kompliment, dass meine Mitfahrer eingeschlafen sind... :cool:


14.01.2009 20:38    |    DoNuT_1985 DoNuT_1985    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: , , , , , , ,

Die Flachlandindianer unter euch kennen das sicher, während man im Fernsehen schon von Rekordschneefällen da und dort hört, kann man selbst froh sein, wenn wenigstens die Außentemperaturen schon an den Winter erinnern. Vor allem vor Weihnachten wünscht man sich nichts sehnlicher als Schnee. Warum eigentlich? Damit man auf ein paar Familienfotos die kitschig-verschneite Landschaft drauf hat? Zum Skifahren wohl kaum, wer kann schon auf unter 500 Meter Seehöhe behaupten, eine Skipiste in der Nähe zu haben? Weil man wie ein kleines Kind gespannt am Fenster sitzt, wenn die ersten Flocken fallen...?

 

Auch sonst hat Schnee eigentlich kaum Vorteile, schließlich muss man ihn tonnenweise von Gehsteigen, aus Einfahrten oder von Balkonen schaufeln, er macht jeden Spaziergang mühsam und so nebenbei macht er auch das Autofahren ungleich anspruchsvoller...

 

Vor allem für eine spezielle Gattung Autofahrer wird bei den ersten Anzeichen der weißen Pracht der Weltuntergang heraufbeschworen - nämlich für die Fahrer heckgetriebener Fahrzeuge, von den wenigsten Marken angeboten, weil teurer, aufwändiger und ohne große Vorteile bei bürgerlichen Motorisierungen...

 

Wie ihr alle wisst, bin ich noch nicht allzulange dieser Gattung zuzurechnen, irgendwie fragt man sich doch, wie sich es sich dann letztlich anfühlt, wenn die durchwühlende Achse hinten sitzt. So hab ich dann auf den ersten Schneetag im Winter hingezittert und siehe da - heute war es endlich soweit... ;)

 

In der Früh noch gefrierender Schneeregen, der die gesamte Fahrzeugfront mit einer Eisdecke überzogen hat und mich sogar 2x zum Eiskratzen an der Windschutzscheibe gezwungen hat - und das auf etwas über 20 km Fahrtstrecke... :rolleyes:

 

Ansonsten war die Straße aber wie immer, nass und etwas glitschig - aber mit leicht reduziertem Tempo (also max 80-90 km/h freilands) kein Problem. Am ärgerlichsten war bis dahin, dass der Wagen wohl komplett vereist sein wird, wenn ich ca. 10 Stunden später wieder von der Arbeit zum Parkplatz am Bahnhof kommen würde...

 

Relativ schnell wurde klar, dass der Eisregen sich in astreinen Schneefall verwandelt hatte, der den ganzen Tag über nicht locker ließ... auf die 2 mm Eis werden wohl auch gute 10 cm Schnee draufkommen - toll, ich freu mich aufs Auto-StVo-konform-Machen... :D

 

Und so war es dann auch... 5 Minuten Kehren mit dem Besen, und nochmal solange Eiskratzen, bis der Wagen dann endlich mal frei war... genau, was man nach nem langen Arbeitstag braucht. Dann endlich konnte die Reise beginnen. Die Räumdienste müssen wohl kollektiv verschlafende Mitarbeiter gehabt haben, denn selbst in der Landeshauptstadt hat es bis Nachmittag gedauert, bis endlich mal die Räumkommandos vorbeigeschaut haben und das auf einer der meist befahrenen Straßen. Natürlich sah es auch bei mir in der Gegend nicht besser aus und der gesamte Heimweg war mit einer Schneedecke überzogen, teilweise Schneematsch und ausgefahrene Spuren - ich hab schon schlimmere Winter erlebt, aber diese ist eben der erste im Bayern...

 

Nun ja, also machen wir uns auf die erste Schneefahrt im E90... im 1. und 2. Gang auf Schneefahrbahn blinkt zwar ständig die Traktionskontrolle, aber die Elektronik regelt nicht schlecht und lässt kurze Gasstöße zu, so versetzt die Hinterachse kurz, der Wagen schiebt an und man beschleunigt - mit ein bisschen Gefühl lässt sich so recht problemlos fahren, ein auskeilendes Heck und Drifts muss man provozieren. Wenn man mal ein konstantes Tempo erreicht hat, spielt all das keine Rolle mehr - von nun an fährt es sich wie mit jedem anderen Auto.

 

Auf meiner 20-km-Etappe war ich eigentlich nie gefordert, bei konstantem Tempo muss man sich keine Sorgen machen, dass ein Fronttriebler davonziehen würde, das Tempo bestimmt eher der Fahrer und die Profiltiefe der Winterreifen (meine sind neu) - so musste ich den Großteil der Strecke das Tempo anderer fahren, obwohl es sicher 10-20 km/h schneller gegangen wäre, ohne andauernd herumzuschlittern... In Kreisverkehren und an Kreuzungen schieben da wie dort die Vorderräder geradeaus, aber ich könnte mit "DSC off" und nem Gasstoß das Ganze etwas cooler gestalten, wenn ich wollte... *gg*

 

Einzig an einer Steigung im Wald hatte ich ein bisschen Respekt und hab dem mit 20 km/h dahinschleichenden Vordermann etwas Vorsprung gegönnt, damit ich mit Schwung den Berg hochkomme und nicht stehenbleiben muss, aber auch der "Berg" (Hügel) war ohne Probleme zu meistern... :D

 

So bleibt nur das Fazit, dass zumindest nicht nichtalpinen Regionen (wie bei mir in der Südöststeiermark auf ca. 300 m Seehöhe) Hinterradantrieb in Form eines BMW keineswegs ein Hindernis ist - mit ein bisschen Gefühl im Fuss kommt man schon voran, und wenn man nen Berg hochmuss, findet sich garantiert etwas Schweres für den Kofferraum - ich für meinen Teil mach mir jetzt keine Sorgen mehr, zumindest solange man die Elektronik anlässt, ist auch der E90 wintertauglich - ziemlich cool ist übrigens auch die "Scheiben-Defrost"-Funktion der Klimaautomatik. :)

 

P.S.: Leider hatte ich die Cam nur zuhause, daher gibts nur Bilder vom relativ schneefreien Wagen in der heimischen Garage.