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DIY-Guy

Alles rund um´s 'Do it yourself' am CLK W209 Bj 2004

16.04.2012 10:15    |    DIY-Guy DIY-Guy    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , ,

Achtung, scheinbar werden in der Übersicht keine Bilder im Text angezeigt. Deshalb den Artikel direkt aufrufen!

 

Hallo MT-Community,

wer meinen Blog schon etwas verfolgt, weiß, dass ich bereits meine kleinen 'Problemchen' mit dem Thema Xenon hatte.

Nun liegt natürlich nahe, dass auf die Themen Zündgerät , Steuergerät auch ein Artikel zu dem letzten Glied in der Kette Xenonlicht folgt, dem Xenon-Brenner.

 

Xenon-Scheinwerfer werden von Fahrzeughändlern, aber auch der Automobilindustrie gerne als 'verschleißfrei', 'unproblematisch' und 'Lebenszeitleuchtmittel' vertrieben und angepriesen.

O-Ton Autobild: "Xenonlampen sollen so lange halten wie das Auto."

Leider unterliegt nahezu jedes mechanisches oder elektronisches Bauteil im Laufe des 'Lebens' einem gewissen Verschleiß.

Elektrische Bauteile gibt es in der Bauteilkette eines Xenon-Scheinwerfers leider zu viele voneinander abhänge Elemente, wodurch sich die Fehlerwarscheinlichkeit naturgemäß gegenüber einer handelsüblichen Halogenlampe (1 Sicherung, 2 Kabel +1 Birnchen) ansteigt. 

Alleine die Angebotspalette für Ersatzbrenner bzw. die Trefferliste bei Google deuten leider darauf hin, dass hier das Industrieversprechen in einigen Punkten nicht ganz eingehalten wird, was die Lebenszeit von Xenon-Scheinwerfern angeht.

Auch in meinem privaten Umfeld gibt es immer wieder Probleme, meißt mit defekten oder stark verfärbten Brennern.

 

Aufgrund meiner defekte am Zündgerät und meinem anfänglichen Verdacht, meine Xenon-Brenner hätten langsam Ihr Lebenslicht ausgehaucht, habe ich mir zu Testzwecken bei ebay für 19,99€ Brenner bestellt. Diese Brenner mussten letzte Woche leider aufgrund eines Defekts an einem 'Originalbrenner' noch einmal eingebaut werden. Deshalb möchte ich dies nun zum Anlass nehmen, auf die qualitativen Unterschiede von Markenbrenner und Billligbrenner einzugehen.

 

Sockel

 

Der Sockel des Billigbrenners unterscheidet sich in meinem Fall gründlich von dem des Markenbrenners. Der Glaskolben des Markenbrenners ist in eine Art Metallgestell gefasst, das die entstehende Wärme, die am Glas an liegt, aufnimmt, und gut an die Umgebungsluft abführt.

Beim Billigbrenner ist der Glaskolben direkt in den Sockel eingelassen und nur mit einer Art 'Heißkleber' abgedichtet. Die am Brenner entstehenden Temperaturen sind zwar nicht extrem hoch, dennoch befürchte ich hier, dass die Wärme in den Sockel abgeleitet, und im Extremfall weiter an den Stecker gegeben wird. Dies kann im Extremfall zu Verformungen an selbigem führen.

Auch der verwendete Kunststoff fühlt sich beim Markenbrenner um einiges 'wertiger' an, was aber sicherlich kein Einfluss auf die Funktionalität des Brenners hat - einzig ein optisches Defizit.

 

 

Bei genauerer Betrachtung des Sockels ist am äußeren Kontaktring des Brenners eine kalte Lötstelle sichtbar, genau an der Stelle, die von den Kontakten des Steckers beim Eindrehen überfahren werden. Somit ist diese Lötstelle über kurz oder lang dazu verdammt, sich zu lösen!

Hierbei habe ich enorme Bedenken! Löst sich diese Verbindung, könnte an dem Übergang ein unkontrollierter Funkenflug entstehen, der im besten Fall nur den Sockel des Brenners beschädigt. Jedoch befindet sich direkt darüber der Stecker, der dabei mit ziemlicher Sicherheit nicht unbeschadet bliebt.

 

 

 

Ablagerungen in der Brennkammer

Die Brennkammer eines Xenonbrenners ist unter Hochdruck mit Xenongas und Metallsalzen befüllt.

Beim Einschalten zündet das Zündgerät den Initialfunken, das Xenongas wird ionisiert und damit leitfähig. Ab diesem Zeitpunkt ist das Steuergerät in der Lage den Betrieb zu übernehmen.

Im ersten Moment, nach dem zünden, leuchtet fast ausschließlich das Xenongas, bis durch die Temperaturzunahme im Brenner die Salze und Zusätze gelöst werden und sich mit dem Xenongas vermischen. Dieser Vorgang ist kurz nach dem Einschalten sichtbar, wenn sich die Farbtemperatur des Lichtes in den ersten 30sec. verändert.

Hiermit kommen wir wieder zu den sichtbaren Unterschieden zwischen dem Billigbrenner und dem Markenbrenner.

Beim Markenbrenner haben sich die Zusätze als homogene Fläche am Glas abgesetzt und beim Billigbrenner sieht es so aus, als ob dort eine große Menge an Quecksilber vorhanden ist, das sich in kleinen silbernen 'Kügelchen' abgesetzt hat.

Inwiefern man daraus jetzt qualitative Unterschiede erkennen kann, weiß ich nicht. Aber wenn ich Wikipedia Glauben schenken kann, und es inzwischen möglich ist, auch ohne das hochgradig giftige Quecksilber auszukommen, würde ich darauf schließen, dass der Billigbrenner hier noch die 'alte' Mixtur beinhaltet.

 

 

Elektroden

 

Die Funktionalität von Xenonlampen lässt sich leider nur sehr schwer testen, außer sie wird an an ein Zündgerät und Steuergerät angeschlossen. Auch hatten wir bis jetzt noch kein Indiz für den Zustand des Brenners, wenn wir ihn uns ansehen. Dies soll sich nun ändern.

In die Brennkammer führen zwei gegenüberliegende Wolframelektroden, über die die Spannung in die Brennkammer hineingeführt wird. Die Hochspannung von über 25kV beim Zündungsvorgang fördert im Vergleich zum Dauerbetrieb einen sehr hohen Tribut von den Elektroden.

Die Elektronen werden mit der Zeit dünner, kürzer und brüchig. Ein 'normaler' Alterungsprozess, der sich scheinbar auch in der Qualität meiner beiden Vergleichsbrenner niederschlägt.

 

Zitat:

Aber vorerst ein paar Worte zum Alter meiner beiden Brenner.

Meine 'Markenbrenner' sind von Philips und waren nun über knapp 150 000km in dem Scheinwerfer verbaut. Einer funktioniert auch noch tadellos. Der andere ist zusammen mit dem Defekt meines Steuergeräts geschmolzen.

Die 'Billigbrenner' wurden als Testgeräte und temporärer Ersatz für rund 20€ gekauft und verbaut. Effektiv waren sie rund 5000km im Fahrzeug verbaut.

Sieht man sich den Markenbrenner genauer an, ist erkennbar, dass beide Elektroden in gleichem Maße abgenützt sind und noch eine annehmbare Länge haben. Einzig kleine Kügelchen haben sich an den Spitzen gebildet. Wohl ein Anzeichen für hohe Temperaturen, aber in diesem Fall noch nicht bedenklich, denn Sie funktionieren noch einwandfrei.

 

Der Billigbrenner hingegen scheint hier massive Probleme mit den Elektroden haben. Die linke Elektrode ist extrem schnell abgebrannt und hat an der Spitze einen Klumpen gebildet. Die rechte Elektrode ist scheinbar ausgefranzt, besitzt aber noch annähernd die originale Länge. Ich vermute hier massive Qualitätsprobleme bei den Elektroden. Auch die Funktionalität hat in den letzten Betriebsstunden erste Anzeichen für einen baldigen Tod geäußert. Der Lichtbogen riss ab und das Zündgerät musste neu zünden.

 

 

Vergleiche ich nun beide Brenner, ist es doch recht erschreckend, in welchem Zustand sich der Billigbrenner nach nur 5000km Laufleistung befindet. Nur knapp ein 1/30stel der Brenndauer und schon treten erste Anzeichen für einen baldigen Tod auf. Außerdem habe ich inzwischen massive Sicherheitsbedenken durch die Verarbeitungsqualität der Billigbrenner. Im aktuellen Zustand würde der Brenner auch dem Zündgerät massiv zusetzen. Für mich Grund genug künftig nur noch Markenbrenner zu kaufen!

 

Im folgenden nun noch ein Bild des Brenners, der durch den Defekt des Steuergeräts 'dahingerafft' wurde.

Nicht nur das innere Quarzglas hat sich unter enormer Hitzeeinwirkung verformt, sondern auch der Äußere Kolben hat dem Druck und der Hitze kaum standgehalten. Glück im Unglück, dass hierbei nicht mehr passiert ist.

 

 

So, jetzt aber genug getextet. Ich hoffe, ich konnte einigen bei der Entscheidungsfindung für den nächsten Brennerkauf helfen. Viele Grüße und immer genug Licht auf der Straße.

 

Euer DIY-Guy


07.04.2012 17:59    |    DIY-Guy DIY-Guy    |    Kommentare (41)    |   Stichworte: , , , , , , , , ,

Hallo MTler,

 

wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, wird bereits wissen, dass ich schon leidige Erfahrungen mit einem langsam sterbenden Xenon-Zündgerät gemacht hatte Hier nachlesbar. Umso schlimmer, dass sich jetzt schon wieder ein Abblendlicht verabschiedet hatte.

Im Gegensatz zu dem Zündgerät, hatte der Tod des Steuergeräts zur Folge, dass das Abblendlicht sich gar nicht mehr zum Zünden überreden ließ.

 

Lichtschalter an --> Fehlermeldung "Abblendlicht rechts"

 

Erster Verdacht war natürlich die Sicherung. Demnach Sicherung No. 61/62 im Motorraum gemessen und getauscht, keine Besserung. Die Sicherungen waren also noch Funktionstüchtig.

 

Zweiter Verdacht: Die Xenon-Brenner. Das Leuchtmittel Li/Re getauscht, keine Besserung.

 

Dritter Verdacht: Zündgerät (dieser Scheinwerfer hatte bereits ein Ersatzgerät verbaut) Deshalb beim örtlichen Lagerhaus ein 'ersatz-ersatz-Zündgerät' besorgt und an die bereits vorhandenen Steuerleitungen geklemmt. Wieder keine Regung.

 

Letztes verbleibendes Element in der Kette der Xenon-Bauteile: Das Steuergerät.

Das Steuergerät hängt unter dem Scheinwerfer und ist dort mit drei Torx-Schrauben gesichert.

 

Hierzu gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht (am w209 200k Bj. 2004)

Die gute: Möchte man an das Steuergerät des rechten Scheinwerfers heran, kann dies ohne 'größere' Maßnahmen geschehen.

Die schlechte: möchte man an das linke heran, versperrt der Waschwassertank den 'einfacheren' Zugang.

 

Glück im Unglück, dass ich an das Steuergerät des rechten Scheinwerfers heran musste. Aber nun zu meinem Vorgehen:

 

Die Abdeckung vom vorderen Radkasten abgeschraubt. (Grün angezeichnet auf dem Bauplan) Dazu IM Radkasten drei Schrauben (10er Maulweite) lösen.

Zitat:

Tipp: Wird das Rad abgenommen, kommt man ohne größere Verrenkungen an die Schrauben heran und kann diese recht einfach lösen. Auch im späteren Verlauf nützlich, jedoch nicht zwingend erforderlich.

Im Radkasten befindet sich nun noch eine Spreizniete (Diese ist mir leider abgebrochen, ist aber war problemlos beim Freundlichen für 0,86€ zzgl. MwSt. erwerbbar ;)

Der Spritzschutz ist nun nur noch an drei weiteren Spreiznieten an der Frontlippe befestigt. Diese noch entfernt und die Radkastenabdeckung kann abgezogen werden.

Damit ist das gröbste auch schon erledigt. Nun kann man sich unter den Wagen legen und von unten die drei Torx-Schrauben am Steuergerät herausdrehen.

Zitat:

Tipp: spätestens hier lohnt es sich, den Wagenheber vorne rechts an zu setzen und den Wagen ein paar cm. weit hinauf zu kurbeln. Das bringt Bewegungsfreiheit und entspannt die Arbeit enorm ;)

Achtung, beim Entfernen der letzten Schraube kann das Stg. hinunterfallen, denn es hängt sehr locker.

 

Einbau nun in umgekehrter Reihenfolge.

 

Beim Einbau der vorderen Radkastenabdeckung ist Fingerspitzengefühl gefragt, wenn es darum geht, die Spreiznieten wieder hineinzudrücken, sollte aber kein Problem sein (auch hier ist es entspannter, wenn das Rad bereits abmontiert ist, funktioniert aber auch so)

Die Dauer des Wechsels sollte max. 15min dauern, ist also recht schnell durchführbar :)

 

Noch ein paar Worte zum Stg. Wie auch auf den Bildern ersichtlich, handelt es sich hierbei, um ein Stg. der Fa. AL (Automotive Lightning) mit der AL-Teilenummer: 1 307 329 072.

Mercedes vertreibt das Gerät unter der MB-Artikelnummer: A203 820 93 85 Preislich solle das MB-Stg. bei ca. 340€ zzgl. MwSt. (neu) liegen. Bei ebay werden die Geräte für rund 130€ gebraucht verkauft.

Ich habe mich für ein gebrauchtes Steuergerät entschieden.

Dieses Steuergerät wird in sehr vielen Xenon Scheinwerfern verbaut, wer hier nachforscht, wird sicher auch bei anderen Marken fündig werden. Dort evtl. sogar günstiger.

Ich habe aus Interesse das defekte Steuergerät geöffnet, um zu sehen, auf welches Bauteil der Schaden zurück zu führen sein könnte. Äußerlich ist der Platine nichts anzusehen (ich hatte mit einer total Verkohlten Platine gerechnet)

Aber bei genauerem hinsehen ist eine kleine Verfärbung am Sockel eines MOSFETs (FSL11N50A) sichtbar. Sogar ein kleiner Riss hat sich zwischen Basisplatte und 'Heatspreader' gebildet. Ob dieses Bauteil dafür verantwortlich ist? Ich bin leider kein Elektrotechniker.

 

Nun denn, viele Grüße und ein langes Leben der Xenon-Elektronik ;)

 

Euer DIY-Guy