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Hallo MT-Community,
wer meinen Blog schon etwas verfolgt, weiß, dass ich bereits meine kleinen 'Problemchen' mit dem Thema Xenon hatte.
Nun liegt natürlich nahe, dass auf die Themen Zündgerät , Steuergerät auch ein Artikel zu dem letzten Glied in der Kette Xenonlicht folgt, dem Xenon-Brenner.
Xenon-Scheinwerfer werden von Fahrzeughändlern, aber auch der Automobilindustrie gerne als 'verschleißfrei', 'unproblematisch' und 'Lebenszeitleuchtmittel' vertrieben und angepriesen.
O-Ton Autobild: "Xenonlampen sollen so lange halten wie das Auto."
Leider unterliegt nahezu jedes mechanisches oder elektronisches Bauteil im Laufe des 'Lebens' einem gewissen Verschleiß.
Elektrische Bauteile gibt es in der Bauteilkette eines Xenon-Scheinwerfers leider zu viele voneinander abhänge Elemente, wodurch sich die Fehlerwarscheinlichkeit naturgemäß gegenüber einer handelsüblichen Halogenlampe (1 Sicherung, 2 Kabel +1 Birnchen) ansteigt.
Alleine die Angebotspalette für Ersatzbrenner bzw. die Trefferliste bei Google deuten leider darauf hin, dass hier das Industrieversprechen in einigen Punkten nicht ganz eingehalten wird, was die Lebenszeit von Xenon-Scheinwerfern angeht.
Auch in meinem privaten Umfeld gibt es immer wieder Probleme, meißt mit defekten oder stark verfärbten Brennern.
Aufgrund meiner defekte am Zündgerät und meinem anfänglichen Verdacht, meine Xenon-Brenner hätten langsam Ihr Lebenslicht ausgehaucht, habe ich mir zu Testzwecken bei ebay für 19,99€ Brenner bestellt. Diese Brenner mussten letzte Woche leider aufgrund eines Defekts an einem 'Originalbrenner' noch einmal eingebaut werden. Deshalb möchte ich dies nun zum Anlass nehmen, auf die qualitativen Unterschiede von Markenbrenner und Billligbrenner einzugehen.
Sockel
Der Sockel des Billigbrenners unterscheidet sich in meinem Fall gründlich von dem des Markenbrenners. Der Glaskolben des Markenbrenners ist in eine Art Metallgestell gefasst, das die entstehende Wärme, die am Glas an liegt, aufnimmt, und gut an die Umgebungsluft abführt.
Beim Billigbrenner ist der Glaskolben direkt in den Sockel eingelassen und nur mit einer Art 'Heißkleber' abgedichtet. Die am Brenner entstehenden Temperaturen sind zwar nicht extrem hoch, dennoch befürchte ich hier, dass die Wärme in den Sockel abgeleitet, und im Extremfall weiter an den Stecker gegeben wird. Dies kann im Extremfall zu Verformungen an selbigem führen.
Auch der verwendete Kunststoff fühlt sich beim Markenbrenner um einiges 'wertiger' an, was aber sicherlich kein Einfluss auf die Funktionalität des Brenners hat - einzig ein optisches Defizit.
Bei genauerer Betrachtung des Sockels ist am äußeren Kontaktring des Brenners eine kalte Lötstelle sichtbar, genau an der Stelle, die von den Kontakten des Steckers beim Eindrehen überfahren werden. Somit ist diese Lötstelle über kurz oder lang dazu verdammt, sich zu lösen!
Hierbei habe ich enorme Bedenken! Löst sich diese Verbindung, könnte an dem Übergang ein unkontrollierter Funkenflug entstehen, der im besten Fall nur den Sockel des Brenners beschädigt. Jedoch befindet sich direkt darüber der Stecker, der dabei mit ziemlicher Sicherheit nicht unbeschadet bliebt.
Ablagerungen in der Brennkammer
Die Brennkammer eines Xenonbrenners ist unter Hochdruck mit Xenongas und Metallsalzen befüllt.
Beim Einschalten zündet das Zündgerät den Initialfunken, das Xenongas wird ionisiert und damit leitfähig. Ab diesem Zeitpunkt ist das Steuergerät in der Lage den Betrieb zu übernehmen.
Im ersten Moment, nach dem zünden, leuchtet fast ausschließlich das Xenongas, bis durch die Temperaturzunahme im Brenner die Salze und Zusätze gelöst werden und sich mit dem Xenongas vermischen. Dieser Vorgang ist kurz nach dem Einschalten sichtbar, wenn sich die Farbtemperatur des Lichtes in den ersten 30sec. verändert.
Hiermit kommen wir wieder zu den sichtbaren Unterschieden zwischen dem Billigbrenner und dem Markenbrenner.
Beim Markenbrenner haben sich die Zusätze als homogene Fläche am Glas abgesetzt und beim Billigbrenner sieht es so aus, als ob dort eine große Menge an Quecksilber vorhanden ist, das sich in kleinen silbernen 'Kügelchen' abgesetzt hat.
Inwiefern man daraus jetzt qualitative Unterschiede erkennen kann, weiß ich nicht. Aber wenn ich Wikipedia Glauben schenken kann, und es inzwischen möglich ist, auch ohne das hochgradig giftige Quecksilber auszukommen, würde ich darauf schließen, dass der Billigbrenner hier noch die 'alte' Mixtur beinhaltet.
Elektroden
Die Funktionalität von Xenonlampen lässt sich leider nur sehr schwer testen, außer sie wird an an ein Zündgerät und Steuergerät angeschlossen. Auch hatten wir bis jetzt noch kein Indiz für den Zustand des Brenners, wenn wir ihn uns ansehen. Dies soll sich nun ändern.
In die Brennkammer führen zwei gegenüberliegende Wolframelektroden, über die die Spannung in die Brennkammer hineingeführt wird. Die Hochspannung von über 25kV beim Zündungsvorgang fördert im Vergleich zum Dauerbetrieb einen sehr hohen Tribut von den Elektroden.
Die Elektronen werden mit der Zeit dünner, kürzer und brüchig. Ein 'normaler' Alterungsprozess, der sich scheinbar auch in der Qualität meiner beiden Vergleichsbrenner niederschlägt.
Zitat:
Aber vorerst ein paar Worte zum Alter meiner beiden Brenner.
Meine 'Markenbrenner' sind von Philips und waren nun über knapp 150 000km in dem Scheinwerfer verbaut. Einer funktioniert auch noch tadellos. Der andere ist zusammen mit dem Defekt meines Steuergeräts geschmolzen.
Die 'Billigbrenner' wurden als Testgeräte und temporärer Ersatz für rund 20€ gekauft und verbaut. Effektiv waren sie rund 5000km im Fahrzeug verbaut.
Sieht man sich den Markenbrenner genauer an, ist erkennbar, dass beide Elektroden in gleichem Maße abgenützt sind und noch eine annehmbare Länge haben. Einzig kleine Kügelchen haben sich an den Spitzen gebildet. Wohl ein Anzeichen für hohe Temperaturen, aber in diesem Fall noch nicht bedenklich, denn Sie funktionieren noch einwandfrei.
Der Billigbrenner hingegen scheint hier massive Probleme mit den Elektroden haben. Die linke Elektrode ist extrem schnell abgebrannt und hat an der Spitze einen Klumpen gebildet. Die rechte Elektrode ist scheinbar ausgefranzt, besitzt aber noch annähernd die originale Länge. Ich vermute hier massive Qualitätsprobleme bei den Elektroden. Auch die Funktionalität hat in den letzten Betriebsstunden erste Anzeichen für einen baldigen Tod geäußert. Der Lichtbogen riss ab und das Zündgerät musste neu zünden.
Vergleiche ich nun beide Brenner, ist es doch recht erschreckend, in welchem Zustand sich der Billigbrenner nach nur 5000km Laufleistung befindet. Nur knapp ein 1/30stel der Brenndauer und schon treten erste Anzeichen für einen baldigen Tod auf. Außerdem habe ich inzwischen massive Sicherheitsbedenken durch die Verarbeitungsqualität der Billigbrenner. Im aktuellen Zustand würde der Brenner auch dem Zündgerät massiv zusetzen. Für mich Grund genug künftig nur noch Markenbrenner zu kaufen!
Im folgenden nun noch ein Bild des Brenners, der durch den Defekt des Steuergeräts 'dahingerafft' wurde.
Nicht nur das innere Quarzglas hat sich unter enormer Hitzeeinwirkung verformt, sondern auch der Äußere Kolben hat dem Druck und der Hitze kaum standgehalten. Glück im Unglück, dass hierbei nicht mehr passiert ist.
So, jetzt aber genug getextet. Ich hoffe, ich konnte einigen bei der Entscheidungsfindung für den nächsten Brennerkauf helfen. Viele Grüße und immer genug Licht auf der Straße.
Euer DIY-Guy