21.01.2012 20:40
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mikio
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Kommentare (10)
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MINI,
R53
mini-cooper-s
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Motortalker!
Aufgrund meiner Tätigkeit als Autoverkäufer in einem BMW Autohaus komme ich ab und zu an Autos heran, die ich in freier Wildbahn weit umgehen, oder nie herankommen würde.
Nachdem mein erster Artikel relativ gut angekommen ist, folgt heute gleich der 2. Streich: Es geht um den MINI Cooper S!
Als BMW den MINI im Jahre 2001 neu auflegte, war das Geschrei groß; Angeblich war er viel zu groß, nicht mehr das ehemalige Auto, das sich jeder leisten konnte, der Käfer der Engländer so zu sagen. Mit dem neuen Jahrtausend entwickelte sich der einstige Biedermann zum allseits bewunderten Lifestyle-Schlitten.
Fortan war der MINI das Auto, mit dem man am Nachmittag die Kinder von der Schule holen und am Abend vor der Oper vorfahren konnte. In diesem Wagen wird man nicht schief angeschaut, im Gegenteil; Man erntet lobende Blicke von Passanten und wird oft auf den Wagen angesprochen, nicht selten auch von Frauen, was den Auftritt mit dem MINI mit am schönsten macht.
Kein Wunder, schließlich haben sich die bayrischen Ingenieure beim Design kräftig am Ur-MINI bedient. Als erstes fallen natürlich die großen Glubschaugen auf, die zusammen mit dem Grill sofort an den Ahnen erinnern, hinten interpretiert der breite Hintern den Klassiker neu. Auch der runde Tacho im Cockpit und die relativ steile Frontscheibe lassen das Herz höher schlagen und so vermittelt der Wagen schon im Stand das allseits zitierte GoKart-Feeling.
Ich muss sagen, ich hab mich wirklich auf diesen Wagen gefreut, denn ich hatte schon viele YouTube-Videos gesehen und war eigentlich immer ein Fan des Autos. Aber genug geredet.
Rein in die wohlgeformten Ledersessel und tatsächlich schaute ich ersteinmal verdutzt auf das UFO, das die Briten als Tacho interpretieren. Der Zwerg gibt sich innen relativ jugendlich, es gibt Schalter im Flugzeugdesign und Chromapplikationen, alles schön und verspielt, aber die Armaturen sind einfach viel zu tief angeordnet, vielleicht liegts aber auch nur an meiner Körpergröße von 1,88m. Ich muss sagen, unser MINI hat sich für sein 2003er Baujahr und seine 164.000km relativ gut gehalten, das Leder sieht noch frisch aus, Rost kennt die Kampfgelse nur von Erzählungen.
Zuerst haderte ich noch mit dem Gedanken, dass dieses Gefährt nur von einem 1,6l Vierzylinder bewegt wird. Als ich aber den Zündschlüssel herumdrehte, waren meine Zweifel sofort erloschen, denn das typische Jaulen des Kompressors sorgte zusammen mit dem herrlichen Rotzen aus der nachgerüsteten Supersprint-Anlage sofort für ein breites Grinsen in meinem Gesicht: Jawohl, mit 24 ist man doch noch nicht zu alt für eine Sportauspuffanlage
Sofort ging es auf eine kleine Bergstrasse, wo sich der MINI absolut zu Hause fühlt, denn die Strassenlage von dem Ding ist der absolute Hammer. Er klebt förmlich auf dem Asphalt, ich kann das vielbeschworene GoKart-Feeling echt erfahren. Nur in ganz engen Kurven kommt der kleine Frontkratzer antriebstechnisch an seine Grenzen, was ich ihm aber überhaupt nicht übel nehme.
Es wird aber noch besser, wenn man den Hahn voll aufdreht, denn der Kompressormotor liefert bereits ab 2000 U/min ordentlich Druck. Ab 4500 U/min brennt der MINI ein dermaßen tolles Feuerwerk ab, dass es die reinste Freude ist, die Gänge durchzuhauen, was Dank des sehr kurz abgestuften Getriebes, der Kupplung, die quasi keinen Schleifpunkt besitzt und des nachgerüsteten JohnCooperWorks Schaltknaufs eine wahres Fest ist. Endlich hört sich ein 1600er Motor wieder danach an, so wies mal vor 30 oder 40 Jahren war, aber diese Zeit kenn ich nur aus Erzählungen. Kurz gesagt, die 163 Pferdchen fühlen sich einfach nach viel mehr an. Spätestens hier merkt man, dass BMW die Finger im Spiel hatte.
Wenn man den MINI aber derart durch die schönen Kärntner Landen scheucht, steht beim Verbrauch unweigerlich eine 10 vor dem Komma, kein Wunder, lauert er doch die ganze Zeit in Angriffsposition und wartet auf stärker motorisierte Wagen der 3,0l Klasse, um ihnen das Leben schwer zu machen. Nebenbei gesagt hat der englische Krawallbruder überhaupt kein Problem, einem 630i mit SMG-Getriebe die Stirn zu bieten. Im Alltag lässt er sich hingegen um die 8,5l bewegen. Aber ganz ehrlich: Wer will das schon?
Nach einer guten Stunde rolle ich mit knisternder Auspuffanlage und verschwitzter Stirn zurück auf den Gerauchtwagenhof. WIDERWILLIG montiere ich die blauen Kennzeichen ab, denn eigentlich will man in diesem "Hot Hatch" wie aus dem Lehrbuch immer weiterfahren, denn im Cooper S werden aus ganz alltäglichen Fahrsituationen Challenges, Vertreterautos werden zu Gegnern und das Wegfahren an einer grünen Ampel mutiert zum Formel 1-Finale, als ob es um den Weltmeistertitel gänge. Nur, dass der Rennwagen nicht 2.000.000€ sondern 10.490€ kostet.
Also, wenn ihr eine richtige Rennsemmel um die 10.000€ sucht, dann werdet ihr beim Cooper S fündig, glaubt mir, ich bin bereits infiziert
So long...euer Michael |


Kommentare: 10
21.01.2012 20:49 |
124er-Power
Erster!
Tolles Auto, da ist BMW wahrlich ein großer Wurf gelungen!
Würd den mal gern als JCW fahren.
21.01.2012 22:21 |
Habuda
Auch wenn mir das Design absolut nicht zusagt, so macht der Cooper S doch wirklich Spaß.
10.000€ wäre er mir dennoch nicht wert, das Geld hab ich in einen anderen Wagen gesteckt der mich mehr begeistert
21.01.2012 22:57 |
youngtimer ost
Bin den als Cooper Works gefahren und war von dem Fahrwerk begeistert.
Da könnte ich mich glatt an Frontantrieb gewöhnen.
22.01.2012 00:36 |
Andi2011
grundsätzlich find ich ihn nicht schlecht -aber zu teuer!Ein 500Abarth oder Esseesse gewinnt bei mir da nicht nur beim Fahrgefühl
Grüße
Andi
22.01.2012 01:03 |
andyrx
der Wagen ist fast 10 Jahre alt und hat nicht wenige Kilometer auf der Uhr....dafür find ich den Preis zu hoch
mfg Andy
22.01.2012 12:50 |
Emmet Br0wn
So finde ich die Werbung ok, denn da steckt eine Menge Mühe dahinter.
Der 163-PS-Kompressor-Motor ist ziemlich durchzugsschwach und verbraucht gerne mal 10-15 Liter.
22.01.2012 17:53 |
jcwfan
yeah.....it´s love!!!
Und der JCW legt noch eine ordentliche Schippe drauf!
Für einen Sportwagen ist er eher günstig.
10000 € geben viele alleine für Zubehör aus. In diesem Fall kriegt man dafür ein paar Tage Glückseligkeit pur!
P.S. 17 Zoll Sportbremse mit genialem Wert alleine zeigt, dass man nicht nur auf optische Werte wert legt.
23.01.2012 16:01 |
tino27
Der Preis ist bei dem, auch schon beim Basismodell, schlicht eine Frechheit. Die beim letzten Modell verbauten Kunststoffe kommen kaum gegen die eines ollen Kadett an. Dazu eine unterirdische Ergonomie, die man aufs Design schiebt. Und zu den Lampen in der Motorhaube ist auch schon alles gesagt.
Die Idee des Ur-Mini war genau anders herum, da kann auch keine S-Variante was dran ändern.
24.01.2012 19:30 |
fabe123
Netter Bericht!
WAR auch kein Fan vom Mini (besonders vom Interieur), aber seitdem ein MCS mit JCW Paket vor der Haustür steht, bin ich ebenfalls "infiziert". Aktueller Durchschnittsverbrauch: 11,3 Liter

ich mag den Mini !
Aber teuer ist er auf jeden Fall. Und zwar richtig !!
25.01.2012 16:05 |
need for speed2
Naja, da der auch der alte Kompressormotor in der Elatizität schneller war als z. B. ein 120d aus dem Zeitraum, würde ich den nicht als ziemlich durchzugsschwach bezeichnen.
Die Drehmomentkurve fängt praktisch ab Leerlauf auch bei 150 Nm an, von daher hat der Motor schon genug Kraft für das kleine Wägelchen.
Zudem ist der Motor auch sehr standfest, was vor allem Tuningmaßnahmen sehr entgegen kommt.
Was wohl zu recht bemängelt wurde ist die etwas zu lange Übersetzung. Die Endgeschwindigkeit wurde im 5. Gang schon erreicht, deswegen erschien der 6. Gang als zu lahm. Das wurde beim Facelift dann geändert.
Der Verbrauch könnte natürlich besser sein, der Nachfolger braucht im Schnitt so 1,5-2 Liter weniger. Aber auch den bekommt auf 17+ Liter, wenn man will.
Für einen 9 Jahre alten Kleinwagen mit einer Laufleistung von 164tkm finde ich 10.000 Euro aber auch recht heftig.