22.02.2012 12:20    |    mikio mikio    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: , ,

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Motortalker!

 

 

 

Aufgrund meiner Tätigkeit als Autoverkäufer in einem BMW Autohaus komme ich ab und zu an Autos heran, die ich in freier Wildbahn weit umgehen, oder nie herankommen würde.

 

Heute geht es bei mir ganz exklusiv her: Geliebt von Individualisten, gehasst von Designkritikern; Wer 2006 einen neuen 6er BMW fuhr, der hatte es geschafft. Doch man muste sich nicht gleich einen der großen und teuren V8 Motoren ins Haus holen, wenn man die Welt aus Sicht eines 6er Fahrers betrachten wollte.

BMW bot 1 Jahr nach Produktionsstart den 3 Liter Benziner,wohlbekannt aus 3er, mit 258PS als Einstiegsmodell an, das auch wohlwollend angenommen wurde, denn verstecken muss sich der BMW mit seinen 300NM und 6,5 Sekunden auf 100 auf keinen Fall!

 

Unser Gebrauchter verfügt wie gesagt über den bekannten 3 Liter Motor, für ein breites Grinsen im Gesicht langt es aber erst in Kombination mit dem SMG - Getriebe, mit dem man verschiedene BMW seit dem M3 E36 ausrüsten kann, aber dazu später mehr.

 

Im BMW geht es gewohnt sachlich zu; Die serienmäßige Teillederaustattung passt ganz gut zum kargen, technischen Ambiente. Was den aber Wagen besonders macht, ist zum einen das oben angesprochene SMG Getriebe, zum anderen das damals sehr kostspielige HeadUpDisplay. Abgerundet wird das Ganze durch die elektrische Sitzverstellung mit Memory-Funktion und das große Navigationssystem.

Klar, man muss das Innendesign mögen, viele finden den Werksintern genannten E63 einfach nur hässlich; innen und besonders außen, doch gerade die runden Formen und das eigenwillige Design machen ihn zumindest für mich zu einem der schönsten PKW der 2000er - Jahre!

 

Dass viele über das Luxuscoupe meckern, mag daran liegen, dass ihn nie wirklich jemand gefahren hat. Denn da liegt wie bei fast allen BMW's die eigentliche Stärke.

Schon beim Anlassen merkt man gleich, dass der Motor nicht von schlechten Eltern ist; heiser und kratzig bläst es aus der serienmäßigen Doppelauspuffanlage, genau nach meinem Geschmack!

Wenn die Nadel des Drehzahlmessers dann einmal die 6 auf der Skala passiert hat, hört sich der 3l mit einem Wort gesagt einfach nur geil an; Zeit zum Träumen bleibt aber keine, denn Bruchteile von Sekunden später erleide ich fast einen Genickbruch; jap, das SMG ist im Sportmodus :D einfach nur göttlich dieses Getriebe! Ich will gar nicht wissen, wie sich sowas im großen Bruder mit 507 PS V10 anfühlt...

Von den Schaltzeiten her ist es sicher nicht up to date, aber wen intereressiert das schon, wenn in einem plötzlich der Spieltrieb ausbricht :p

Dass dabei die Strasse dank HUD immer im Blickfeld des Fahrers ist, ist schon lobenswert. "Wenn das Display jetzt auch noch die Drehzahl anzeigen würde, wäre es perfekt" denke ich mir und fliege durch ein Waldstück, gerade schnell genug, dass mein Führerschein in Gefahr wäre:cool:

Alles halb so wild sage ich euch, denn obwohl der Bayer über 1600kg auf die Waage bringt, lässt er sich markentypisch exakt und sehr präzise durch die Gegend scheuchen, nicht zuletzt auf Grund der breiten Hinterreifen, die auf 19-Zoll BMW Felgen aufgezogen sind.

Natürlich trägt auch die gute Aufhängung dazu bei, kein Wunder; bei einem Neupreis von mindestens 70.000€ in Österreich darf man forgeschrittenes Engineering schon erwarten, außerdem hat das bayrische Wohlstandsgefährt erst 94.000km auf der Uhr!

 

Das einzige, was wieder mal den Fahrspass dämpft, ist die Anzeige für die Restreichweite, denn die fällt teilweise schneller, als ein Satellit beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, Verbräuche um die 11-13 Liter bei normaler Fahrweise werden vom Fahrer halt dann auch irgendwann hingenommen, es ist ja schließlich Alles für einen guten Zweck, der Freude am Fahren :)

 

Der BMW bietet eigentlich alles, was ein Auto haben muss. Er ist schnell und lässt sich gut fahren, andererseits ist sein Motor relativ gesehen sparsam, noch dazu besitzt der Wagen eine Eleganz, die ihres Gleichen sucht.

Dieser spezielle Mix lässt den Wagen dann doch relativ teuer dastehen, denn mit 34.560 € ist er meines Wissens nach keine Okkasion.

Aber: Man bekommt wirklich eine eierlegende Wollmilchsau, der man quasi alles zumuten kann, egal ob Autobahn, Landstrasse, Stadt, der 6er sieht immer gut aus. Und wenns mal ab in den Süden zum Urlauben geht, ist auch das kein Problem, denn im Fond gibt es ausreichend Platz, selbst der Kofferraum ist mit 450l recht groß!

 

Wie gesagt, ein tolles Auto zum leider teuren Tarif, wer ihn sich leisten kann, soll dies bitte tun!

 

 

So long...eurer Michael


13.02.2012 13:01    |    mikio mikio    |    Kommentare (26)

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Motortalker!

 

 

Aufgrund meiner Tätigkeit als Autoverkäufer in einem BMW Autohaus komme ich ab und zu an Autos heran, die ich in freier Wildbahn weit umgehen, oder nie herankommen würde.

 

 

Heute kommts mal wieder ganz dick, alle Vorurteilsymphatisanten sind herzlich eingeladen, sich dieses  sogenannte Auto vorzuknöpfen.

Eigentlich verhält es sich bei dem Chrysler PT Cruiser ähnlich wie bei meinem ersten Kandidaten, dem Kia Opirus. Oft verlacht, simpelste Technik und ein fragwürdiges Design zeichnen den Chrysler aus.

Dabei wollten die Amerikaner, die einst zu den grössten Herstellern der Welt zählten und inzwischen Pleite sind, einfach ein kultiges Auto hinstellen, ganz im Sinne des um 2000 einsetzenden Retro-Trends. Der Wagen sollte an den in den 30ern gebauten Chrysler Airflow erinnern, mit "aktueller" Technik quasi.

Quasi...denn

nach der Jahrtausendwende polarisierten aber wenig andere Autos so sehr im negativen Sinne wie die amerikanische Retro-Kutsche, den Audi A2 und den Fiat Multipla mal aussen vor gelassen.

Er passte einfach so gar nicht in den europäischen Strassenverkehr und noch dazu war Chrysler damals nicht als Dauerläufer bekannt und so kam es, dass der Wagen eher eine Randerscheinung blieb, GOTTSEDANK sage ich da nur!

 

 

Unser Modell ist dann auch eines der hässlichsten, die ich je gesehen hatte. Ein 2,2 CRD mit 121 PS aus 2004.

Scheinbar wurde der Wagen von seiner Vorbesitzerin ( Erbin des Baumax Konzerns soweit ich weis ) nicht sonderlich pfleglich behandelt und so steht der PT Cruiser schon nach 8 Jahren da, als ob er bereit für den Export wäre: Rost hat sich an Türkanten und Heckklappe breitgemacht, die beige Innenausstattung mit hellem Armaturenbrett ergänzt den bereits vorhandenen Brechreiz und die allesdurchdringende Lautstärke des Motors macht jeden VW Pumpe-Düse Fahrer neidisch ;)

 

Ich kann sogar behaupten, der PT ist der hässlichste Wagen, in dem ich je gefahren bin. Innen wie Außen.

Es gibt keinerlei Zweifel, dass der Wagen bereits bei der Auslieferung schrecklich aus sah. Überall billiges Plastik, es knarzt und es sieht halt aus wie gewollt und nicht gekonnt. Vielleicht war der Wagen ja hochwertiger geplant, aber Chrysler hatte damals halt nichts zu verschenken.

 

Wie einige wissen, fahre ich Privat einen 320i E36. Das einzige, was da klingelt oder schellt, ist der Summer vom Licht, wenn man es nicht ausschaltet.

Wenn man den Schlüssel beim Chrylser reinsteckt - Es piepst, Wenn man die Zündung dreht - Es piepst, Rückwärtsgang - Pieeeeeps, Licht vergessen? - Pieeeeeeeps.

Irgendwie denke ich mir, der Chrysler will mir mitteilen, dass ich gefälligst aus dem Auto verschwinden soll; was ich aber nicht tue.

 

Denn jetzt kommen wir zum einzig Positiven: Dem Motor!

 

Der geht zwar rauh wie kein anderer zu Werke, aber 300NM und 121 PS sind gute Werte für einen 2,2er, den es ab 2000 gab. Ordentlich schiebt das Triebwerk an, natürlich raucht es auch ein bisserl, Oldschool Diesel - des passt!

Leider ist der Wagen dann doch zu träge, um wirklich Fahrspass zu erzeugen, kein Wunder: Leergewicht ab 1450kg!

Einen Astra G gibts ab 300 Kilo weniger auf den Rippen, daher auch der Verbrauch, der mit mindestens 7 Litern zu Buche schlägt.

Wieder ein Punkt, der mir irgendwie nicht gefällt - Überhaupt stellt sich mir die Frage: Wie konnte da mal ein Chrysler-Boss reinsitzen und für so eine Mühle sein OK geben?

Mit Andauern der Probefahrt fällt dann auch noch die hakelige Schaltung auf, die zwar über einen schönen Schalthebel mit rundem Knauf bedient wird, aber sich widerwilligst bedienen lässt, einzelne Kracher beim Schalten bleiben für den ungeübten Fahrer nicht aus, eigentlich bin ich dann direkt froh, aus dem Auto wider aussteigen zu dürfen, denn sowas kann man mMn echt nur fahren, wenn man eingefleischter Ami-fan ist, nichts anderes hat, oder aus der Masse herausstechen will.

 

Alle anderen holen sich bitte etwas anderes, glaubts mir bitte ;)

 

Für diejenigen, auf die oben genanntes zutrifft, gilt: Zugreifen, aber billig einkaufen, die Dinger sind nichts mehr wert! Unserer steht für 3490€ in der 2.Reihe und wurde wie der Kia auch noch nie nachgefragt.

Trotz erst 120.000km und vollem Serviceheft scheint diese Gurke einfach unverkäuflich.

 

So long...euer Michael


28.01.2012 17:35    |    mikio mikio    |    Kommentare (16)

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Motortalker!

 

 

 

Aufgrund meiner Tätigkeit als Autoverkäufer in einem BMW Autohaus komme ich ab und zu an Autos heran, die ich in freier Wildbahn weit umgehen, oder nie herankommen würde.

 

 

Heute geht es nicht um einen Kleinwagen oder um eine Oberklasse-Limousine mit Imageproblem, nein, diesmal geht es um einen Wagen für ganze Kerle: Die Rede ist vom Mercedes-Benz CLK 55 AMG.

 

 

5439cm² Hubraum, 367 PS, 510 NM Drehmoment und 5,2 Sekunden auf 100. Wer bei solchen Eckdaten nicht zu träumen anfängt, ist entweder emotional bereits tot oder eingefleischter Grün-Wähler.

Diejenigen, auf die oben genannte Kriterien nicht zutreffen, dürfen bedenkenlos weiterlesen.

 

 

Mal unter uns: An wen denkt ihr, wenn ihr einen silbernen Mercedes CLK vor euch auf der Strasse habt? Richtig! Älterer Herr, oft mit Hut und Sitzauflagen aus Holzkugeln. Unweigerlich sucht man die Hutablage nach Wackeldackel und Klorolle ab.

 

Doch eigentlich gibt es nichts zu erklären, einzuleiten oder zuzuspitzen; Tempo 280, Beschleunigung und ein Motorsound direkt aus der Hölle ist das Muster, nach dem der CLK 55 AMG gestrickt ist.

 

Schon im Stand sieht der silberne Stuttgarter zum Anbeissen lecker aus: Es gibt 18 Zoll AMG Felgen im Parallellspeichendesign, ein dezentes Spoilerpaket und nicht zu Letzt die gewaltige 4-Rohr Anlage; Jap, der Benz tut nicht nur als ob.

 

Spätestens beim Blick unter die Haube ist klar, dass es sich hier nicht um einen Kindergeburtstag handelt. Ein Parade-V8 steckt da eingekeilt drin, ein Riesenbrummer sag ich euch! Als Tüpfelchen auf dem "I" steht sogar der Baumeister des handgefertigten Triebwerks drauf, der mit seinem Namen für andauerndes Kribbeln in der Leistengegend bürgt, aber dazu gleich mehr!

 

Innen gibt sich der Schwabe naturgemäß mit luxuriöser Volllederausstattung, es gibt schöne Sportsessel, die noch dazu echt bequem sind, ein Schiebedach und und und. Man sieht dem Wagen die 76000km und 7 Jahre des Daseins überhaupt nicht an. Einzig die langen Coupetüren erschweren den Einstieg, aber wie sagt man so schön? Man kommt manchmal schwer rein, aber wenn man erstmal drin ist, fühlts sich sauwohl an;)

 

Nicht erwähnenswert ist die Multimediaanlage mit großem Bildschirm, denn mMn braucht man mit einem Brennraum, der den Inhalt von 11 Flaschen Bier hat, keine Musik.

Und tatsächlich, schon beim Anlassen stehen einem die Nackenhaare zu Berge. Ich sags euch, dieser Motor hört sich so dermaßen dreckig an, als ob er von Satan persönlich entworfen wurde und man als Treibstoff kleine Kätzchen tanken muss:eek:

 

Ich weis es noch ganz genau, wie es war. Ich hör mich noch ganz genau selbst sagen: "Michael, halt dich zurück, nicht hier in der Stadt usw..." So schwer war es noch nie, ein Gaspedal nicht durchzudrücken und was dann am Ortsende auf mich wartete, spottet eigentlich jeder Beschreibung. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass 367PS so einen Druck auf den Fahrer ausüben. Unglaublich, was sich vor allem im 2. Gang trotz Automatik abspielt, denn im 1. sind die Hinterreifen sowieso total überfordert, ESP-Eingriffe bei 130 sind bei leider feuchten Bedingungn keine Seltenheit. Es ist ausserdem komplett egal, ob der Wagen gerade 2000 oder 6000 dreht, es ist einfach immer Druck da. Einfach unbeschreiblich wie im Benz Beschleunigung und Sound auf den Fahrer wirken, man sitzt mit einem Dauerlächeln da, als ob man immens bekifft wäre.

 

Doch im Benz werden nicht nur die Kardanwelle und die gelochten Sportbremsscheiben extrem belastet, nein, auch die Brieftasche hat hier nichts zu Lachen. Ich kann mit Stolz behaupten, SuperPlus-Benzin im Wert von 40€ in 30 Minuten auf einer zugegebenermaßen vollgaslastigen Testrunde verblasen zu haben, kein Wunder, der Bordcomputer zeigt 25,9l als Durchschnittsverbrauch an. Nehmt das, ihr Grünwähler und Prius-Fahrer!

 

 

Was bleibt, ist der Wunsch irgendwann mal so einen V8 mein Eigen zu nennen, denn mit 24 einen Kredit über 28990€ aufzunehmen, halte ich für keine gute Idee, der Traum muss wohl warten.

Dies gilt auch für viele Andere, denn 2x in der Woche stehen Führerscheinneulinge mit Migrationshintergrund bei uns am Platz und wollen den AMG "kaufen", aber natürlich zuerst testen. Wenn man dann nach einem Finanzierungsplan fragt, sind solche Gestalten aber meist schnell wieder verscheucht.

 

Ich werde den AMG nicht so schnell vergessen und wenn ihr ein Auto sucht, wo man einfach nur drauflatschen muss, dann holt euch einen CLK 55 AMG. Euer Tankpächter und Ihr werdet zwar dicke Freunde, aber der unglaubliche V8 reißt den Wagen trotz der immensen Kosten raus.

 

So long... euer Michael!


21.01.2012 20:40    |    mikio mikio    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: ,

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Motortalker!

 

 

Aufgrund meiner Tätigkeit als Autoverkäufer in einem BMW Autohaus komme ich ab und zu an Autos heran, die ich in freier Wildbahn weit umgehen, oder nie herankommen würde.

 

Nachdem mein erster Artikel relativ gut angekommen ist, folgt heute gleich der 2. Streich: Es geht um den MINI Cooper S!

 

Als BMW den MINI im Jahre 2001 neu auflegte, war das Geschrei groß; Angeblich war er viel zu groß, nicht mehr das ehemalige Auto, das sich jeder leisten konnte, der Käfer der Engländer so zu sagen.

Mit dem neuen Jahrtausend entwickelte sich der einstige Biedermann zum allseits bewunderten Lifestyle-Schlitten.

 

Fortan war der MINI das Auto, mit dem man am Nachmittag die Kinder von der Schule holen und am Abend vor der Oper vorfahren konnte. In diesem Wagen wird man nicht schief angeschaut, im Gegenteil; Man erntet lobende Blicke von Passanten und wird oft auf den Wagen angesprochen, nicht selten auch von Frauen, was den Auftritt mit dem MINI mit am schönsten macht.

 

Kein Wunder, schließlich haben sich die bayrischen Ingenieure beim Design kräftig am Ur-MINI bedient. Als erstes fallen natürlich die großen Glubschaugen auf, die zusammen mit dem Grill sofort an den Ahnen erinnern, hinten interpretiert der breite Hintern den Klassiker neu. Auch der runde Tacho im Cockpit und die relativ steile Frontscheibe lassen das Herz höher schlagen und so vermittelt der Wagen schon im Stand das allseits zitierte GoKart-Feeling.

 

Ich muss sagen, ich hab mich wirklich auf diesen Wagen gefreut, denn ich hatte schon viele YouTube-Videos gesehen und war eigentlich immer ein Fan des Autos. Aber genug geredet.

 

Rein in die wohlgeformten Ledersessel und tatsächlich schaute ich ersteinmal verdutzt auf das UFO, das die Briten als Tacho interpretieren. Der Zwerg gibt sich innen relativ jugendlich, es gibt Schalter im Flugzeugdesign und Chromapplikationen, alles schön und verspielt, aber die Armaturen sind einfach viel zu tief angeordnet, vielleicht liegts aber auch nur an meiner Körpergröße von 1,88m.

Ich muss sagen, unser MINI hat sich für sein 2003er Baujahr und seine 164.000km relativ gut gehalten, das Leder sieht noch frisch aus, Rost kennt die Kampfgelse nur von Erzählungen.

 

Zuerst haderte ich noch mit dem Gedanken, dass dieses Gefährt nur von einem 1,6l Vierzylinder bewegt wird. Als ich aber den Zündschlüssel herumdrehte, waren meine Zweifel sofort erloschen, denn das typische Jaulen des Kompressors sorgte zusammen mit dem herrlichen Rotzen aus der nachgerüsteten Supersprint-Anlage sofort für ein breites Grinsen in meinem Gesicht: Jawohl, mit 24 ist man doch noch nicht zu alt für eine Sportauspuffanlage :)

 

Sofort ging es auf eine kleine Bergstrasse, wo sich der MINI absolut zu Hause fühlt, denn die Strassenlage von dem Ding ist der absolute Hammer. Er klebt förmlich auf dem Asphalt, ich kann das vielbeschworene GoKart-Feeling echt erfahren. Nur in ganz engen Kurven kommt der kleine Frontkratzer antriebstechnisch an seine Grenzen, was ich ihm aber überhaupt nicht übel nehme.

 

Es wird aber noch besser, wenn man den Hahn voll aufdreht, denn der Kompressormotor liefert bereits ab 2000 U/min ordentlich Druck. Ab 4500 U/min brennt der MINI ein dermaßen tolles Feuerwerk ab, dass es die reinste Freude ist, die Gänge durchzuhauen, was Dank des sehr kurz abgestuften Getriebes, der Kupplung, die quasi keinen Schleifpunkt besitzt und des nachgerüsteten JohnCooperWorks Schaltknaufs eine wahres Fest ist. Endlich hört sich ein 1600er Motor wieder danach an, so wies mal vor 30 oder 40 Jahren war, aber diese Zeit kenn ich nur aus Erzählungen. Kurz gesagt, die 163 Pferdchen fühlen sich einfach nach viel mehr an.

Spätestens hier merkt man, dass BMW die Finger im Spiel hatte.

 

Wenn man den MINI aber derart durch die schönen Kärntner Landen scheucht, steht beim Verbrauch unweigerlich eine 10 vor dem Komma, kein Wunder, lauert er doch die ganze Zeit in Angriffsposition und wartet auf stärker motorisierte Wagen der 3,0l Klasse, um ihnen das Leben schwer zu machen. Nebenbei gesagt hat der englische Krawallbruder überhaupt kein Problem,  einem 630i mit SMG-Getriebe die Stirn zu bieten.

Im Alltag lässt er sich hingegen um die 8,5l bewegen. Aber ganz ehrlich: Wer will das schon?

 

Nach einer guten Stunde rolle ich mit knisternder Auspuffanlage und verschwitzter Stirn zurück auf den Gerauchtwagenhof.

WIDERWILLIG montiere ich die blauen Kennzeichen ab, denn eigentlich will man in diesem "Hot Hatch" wie aus dem Lehrbuch immer weiterfahren, denn im Cooper S werden aus ganz alltäglichen Fahrsituationen Challenges, Vertreterautos werden zu Gegnern und das Wegfahren an einer grünen Ampel mutiert zum Formel 1-Finale, als ob es um den Weltmeistertitel gänge.

Nur, dass der Rennwagen nicht 2.000.000€ sondern 10.490€ kostet.

 

Also, wenn ihr eine richtige Rennsemmel um die 10.000€ sucht, dann werdet ihr beim Cooper S fündig, glaubt mir, ich bin bereits infiziert :) oder wie eingefleischte MINI-Piloten sagen würden: "Yes, it is Love"

 

So long...euer Michael


17.01.2012 20:52    |    mikio mikio    |    Kommentare (37)    |   Stichworte: , ,

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Motortalker!

 

Aufgrund meiner Tätigkeit als Autoverkäufer in einem BMW Autohaus komme ich ab und zu an Autos heran, die ich in freier Wildbahn weit umgehen, oder nie herankommen würde.

Zu ersterer Sorte zählt zweifelsohne auch mein erster Kandidat: Der Kia Opirus.

 

Eigentlich mag man ja gar nicht mal in seine Nähe gehen, um ja nicht mit dem Korea-Import in Verbindung gebracht zu werden.

Hätte man 2003 einem durchschnittlichen Kind, das die Volksschule besucht, einen Stift in die Hand gedrückt, mit der Vorlage, eine E-Klasse abzuzeichnen, es wäre dieser Kia dabei herausgekommen. Vielleicht stimmt diese Geschichte sogar.

Wie beim Bundesheer wird getarnt und getäuscht, was das Zeug hält, aber dazu später mehr.

 

Dabei liefert der 4-Türige Opirus sehr gute Ansätze, was Ideen betrifft. Da wären zum einen die langgezogenen LED-Blinker in der Frontschürze, die Steil abfallende Heckscheibe, die auch im Fond sehr gute Kopffreiheit garantiert oder auch der Preis: Mitte des Jahrzehnts war der Opirus ab 39.900€ zu haben. Ein Hammerpreis.

 

Auch innen hält der asiatische Streitwagen, was er von außen verspricht: Es gibt in unserem Fall eine helle Volllederausstattung, eine butterweiche 5-Gang Automatik, nicht zu vergessen das Lenkrad mit Holzapplikationen.

Dass die elektrische Sitzverstellung wie nach schwäbischem Vorbild an der Tür angebracht ist, stört keineswegs.

Auch hier gilt: Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht.

Viele erkennen wahrscheinlich nichteinmal, dass es sich um eine Kopie eines Mercedes handelt.

 

Nachdem ich meine anfängliche Abscheu gegenüber dem Einwanderer abgelegt hatte, gings ans Werk:

Rein in den Wagen und gleich Mal den Motor angelassen. Eine Maschine, die heute generell nur mehr sehr selten zu finden ist: Ein 3,5l V6! Auf den ersten Riss sprang er an, ich war erstmal total überrascht, wie ruhig der Motor läuft, denn immerhin ist er im Stand nicht zu hören. Kein Wunder, schließlich hat der Wagen ja auch erst 65000km runter.

An dieser Stelle muss man die Koreanischen Ingenieure auch einmal loben, gedämmt ist der Wagen 1A, Kein Wunder, mit 1,9 Tonnen ist er auch ziemlich schwer.

Mit seinem sehr souveränen 3500cm³ V6-Motor kann der Kia in jeder Lebenslage mithalten, ob im Ort bei 30, oder auf der Autobahn bei 240km/h.

Aufgrund der absolut leichtgängigen und indirekten Lenkung und insbesondere aufgrund des sehr komfortabel abgestimmten Fahrwerks sollten Ausritte bei derartigen Geschwindigkeiten zur absoluten Ausnahme gehören.

 

Bei einer Literleistung von 58PS kann man zwar nicht von einem High-Tech- Aggregat ala M3 sprechen, er schüttelt seine sämigen 203PS aber jederzeit locker lässig aus dem Ärmel.

 

Nicht nur wegen des Images, auch aufgrund des enormen Benzinverbrauches zwischen 12 und 14 Liter auf 100km muss man schon relativ unerschrocken sein, um heutzutage so einen Wagen fahren zu können.

 

Was abschließend zu sagen wäre, ist, dass der Kia Opirus wirklich für fast jeden leistbar ist, zumindest vom Preis her. Jahrelang führte dieses Auto zusammen mit Lancia Thesis und Renault VelSatis die Wertverlustlisten an, gute Gebrauchte unter 100.000km sind schon deutlich unter 10.000€ zu haben.

Unser Exemplar beweist auch das. Für 8.990€ steht er in der hintersten Reihe des Gebrauchtwagenhofes und wurde in den 2 Monaten, die er hier steht nicht EIN EINZIGES MAL nachgefragt.

Trotz vollem Scheckheft und Erstbesitz.

 

Wie die Jungs von Dacia sagen würden:"Das Statussymbol, für alle, die kein Statussymbol brauchen"

 

So long...euer Michael!


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