27.01.2009 11:54
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der_deppen_daemel
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Kommentare (7)
Hallo Ihr Leser!
Aufgrund der vielen Nachfragen und Aufkommen in den vergangenen Blogs, geht es nun um ein Fahrzeug der späten 70er frühen 80er Jahre:
Der Rover SD1
Umgehend begonnen beide Marken damit, ihre eigenen Pläne vorzubereiten und ihre Designlinien nachzukommen. Triumph begann zusammen mit dem kürzlich vorgestellten Michelotti-Gesicht (eine neue Designrichtung) ein Konzept zu entwickeln. Rover dagegen hatte bereits still und heimlich ihre "P8" und "P10" Fahrzeuge soweit vorangetrieben, dass man schon das Design hatte. Man wolle etwas "exklusiveres" bauen, als es bei den vorherigen Modellen der Fall war. Eine klassische Limousine wie der P5 und P6 (die direkten Vorgänger) es waren, sollte dieser Wagen nicht werden...
David Bache, Chefdesigner, legte fest, dass der Wagen ein Fließheck haben sollte. Ein Konzept, welches zur damaligen Zeit nicht häufig anzutreffen war, besonders nicht mit Heckklappe.
Das Design der Frontscheinwerfer sowie Blinker erinnert stark an einem berühmten Ferrari - nicht umsonst, denn der Designer des Ferrari Daytonas hat mitgewirkt... Im Innenraum ging es nun sehr Kostengünstig her. Obwohl gute Materialien Verwendung fanden, war es in der Produktion sehr kostengünstig. Man benötigte keine 2 Spritzformen für Armaturenbrett, Tacho und co, sondern hat "Modular" arbeiten können.
Gegen den damaligen Trend neuste Entwicklungen und Fahrwerke zu verbauen (im P6 war eine DeDion Hinterachse verbaut - komfortabel aber nicht ganz ausgereift), entschied sich die Leitung von BL dazu, nachdem man Umfragen bei der Kundschaft machte, auf die bewährten Starrachsen zurück zu greifen. Zwar waren diese veraltet, jedoch einfach zu warten und in der Haltbarkeit sehr langlebig. Allerdings versäumte man die Umrüstung auf Scheibenbremsen und baute - 1976 - schon veraltete Bremstrommeln ein. Dieses ging auf Kosten der Fahrleistungen. Zwar war der Wagen komfortabel (wie bei Rover üblich) jedoch war das Fahrwerk - wie schon geschrieben - damals schon veraltet.
Als Kind der 70er Jahre, fanden sich "absurde" Farben im Programm. Man stelle sich heute vor, man würde einen Audi A6 in Giftgrün mit Purpur Innenraum bestellen! Geld, Grün, Hellblau, Orange, Gold usw. Im Innenraum gab es wenige Farben. Wie genannt Purpur sowie Braun und ganz selten: Schwarz. Beige und Grau wurden oft gewählt.
Tatsächlich wurde der SD1 nie als solches verkauft. Stattdessen wurde es nach der Motorgröße benannt oder zusammen mit der Ausstattungslinie. So gab es im Laufe der Bauzeit:
Rover 2300 Rover 2300 S Rover 2400 SD Turbo (Turbodiesel) Rover 2600 Rover 2600 S Rover 2600 SE Rover 2600 Vanden Plas Rover 3500 Rover 3500 SE Rover 3500 Vanden Plas Rover 3500 Vanden Plas EFi Rover V8-S Rover Vitesse (Sportversion, gegen Ende als "Twin Plenum" bekannt)
1980 sollten die Verkäufe von diesem Fahrzeug endlich die hochgesteckten Erwartungen erfüllen. Nachdem man - für sehr viel Geld! - die US-Zulassung erhielt, verkaufte Rover nach einer Marktabstinez von 10 Jahren wieder Fahrzeuge in den USA. Dazu waren an den Scheinwerfern besondere Umbauten erforderlich, da zur damaligen Zeit ein US-Gesetz es verbot, 2 Scheinwerfer unter einem Glas zu bedecken, weshalb 4 Rundscheinwerfer verbaut wurden. Nach nur 800 verkaufte Fahrzeuge, spielte man die Kosten kaum wieder ein.
Eigentlich hätte der Wagen ein Erfolg werden müssen. Wieso? Schaut euch die Tabelle an:
In den 80ern kamen dann besondere Modelle auf dem Markt eines davon war ein Turbodiesel. Es war der Versuch in Europa den Dieselmarkt zu erobern. Das vom italienischen Dieselexperten VM entwickelte, 2,4l große Turbodiesel, verfügte über moderate 90 ps. Es war natürlich keine Rakete, hatte aber für einen Diesel von 1982 ausreichend Leistung und bot ausgewogene Fahrleistungen mit einem überzeugenden Verbrauch. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 100 mph (ca. 160 km/h). Dieses Modell war dann so - für die ersten Versuche im Dieselsegment - ziemlich erfolgreich. Besonders in Frankreich und Italien, Märkte, für denen diese Maschine entwickelt wurde. Im Stammmarkt, Großbritannien, verirrte sich selten eines der Diesel in den Besitz der Kunden.
Über eine Einspritzung konnten statt 155 ps (wie in den normalen 3500 Vergaser Maschinen) konnten 190 ps mobilisiert werden - was jedoch keine besonders schwere Herausforderung darstellte, da die ex-Buick Motoren unendlich "tune-bar" waren. Es konnte sich gut mit dem BMW 528i und dem Saab 900 Turbo messen, wurde aber zu unrecht als "Poor Man's Aston" abgestemeplt.
Die Vitesse Versionen wurden zum Ende der Serie noch einmal verbessert und erhielten 2 Drosselklappen und somit mehr Leistung. 200 und mehr ps hatten diese Fahrzeuge in der Serienversion. In Rennwagenserien waren diese Fahrzeuge sehr erfolgreich und gewannen einige Tourenwagenpreise.
10 Jahre nach dem Bau der ersten Fahrzeuge, hatten sich die Verkäufe erholt und begannen gut verkauft zu werden, jedoch sah BL ein, dass der SD1 bereits in die Jahre gekommen war und baute bereits am Nachfolger (Rover 800). 1986 stellte man die Produktion ein. Der 800er Rover führte - nicht mehr so beliebt - die Gene der großen Limousine mit Heckklappe fort. Somit endete nach mehr als 300.000 Fahrzeugen die Produktion eines beliebten Familiensportwagens mit der Vorstellung eines "würdigen" Nachfolgers.
Sobald bekannt gegeben wurde, dass man den SD1 einstellen würde, bestellte die Polizei viele Fahrzeuge um sie als zukünftige Fahrzeuge einsetzen zu können. So kaufte die Polizei noch Restbestände auf und wartete die Fahrzeuge sehr sorgsam. Nie gab es bessere Polizeiwagen. Selbst heute im Jahr 2009 findet man gelegentlich auf einzelne Revieren noch SD1 3500 Vitesse (gerade zu gut genug) im Fuhrpark.
Nach Einstellen der Produktion verschiffte man die Produktionsanlagen nach Indien, wo der Wagen kurze Zeit als Standard 2000 angeboten wurde. Dort sollte es den indischen Markt langsam beschleunigen, wurde aber nach kurzer Zeit wieder eingestellt.
Heute erfreuen sich die SD1 wachsender Beliebtheit und sind immer seltener anzutreffen. Der Rost ist eines der größten Probleme mit den Wagen. Die Rostvorsorge war sehr schlecht und somit ist Rost förmlich vorprogrammiert. Nach der Restaurierung sind die Fahrzeuge oft im besseren Zustand, als bei der Auslieferung! Allerdings: Karosserieteile sind teuer und selten. Fahrwerksteile und andere Elemente (Innenraum, Klimaanlage, Scheiben) sind nur noch mit sehr viel Einsatz und Sucherfahrung zu finden. Zwar erhältlich, aber eben wie gesagt selten.
Empfehlenswert sind die Fahrzeuge eigentlich nicht, trotzdem empfehle ich sie weiter! Wieso? Das ist schwer zu sagen. Eigentlich sind die SD1 eher unschöne Mobile. Die Form stimmt irgendwie nicht ganz... Etwas zu viel Bodenfreiheit, zu kleine Reifen/Felgen, usw. Aber eben genau diese "Häßlichkeit" machen diese Fahrzeuge kultig und schön - nicht zu vergessen: ein V8 mit ansehnliche Fahrleistungen, keinen allzu hohen Durst und der US-Sound lassen das Gefühl aufkommen, ein Musclecar zu haben - nur eine Nummer kleiner |













Ein Liebhaberstück soll daraus werden.
Kommentare: 7
27.01.2009 17:08 |
i need nos
danke für diesen Bericht, dankedankedanke
Ein rational betrachtet einfach nur beschissenes Auto, das emotional ganz vorne mitschwimmt
27.01.2009 17:27 |
der_deppen_daemel
Du hast den Nagel stumpf und perfekt auf dem Kopf getroffen:
Beschissenes Fahrzeug mit hohem Charakterstellenwert
Trotzdem, es gibt gute Versionen, aber die entstehen meisten nach einer Restaurierung. Der Motor war nie ein Sorgenkind... Nur alles Andere
21.02.2009 22:30 |
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Kommentiert auf: C30 - Wieso kauft man sowas?:
Triumph 2000/2500 - eine Revolution in der Executive-Class
[...] Konkurrenten waren, um das zu beseitigen sollte nur ein Fahrzeug folgen. Direkter Nachfolger ist in diesem Falle der Rover SD1 - die Motoren stammen (bis auf V8) von Triumph.
Gesucht sind die 2000 und 2500 heute in Grßbritannien [...]
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01.02.2010 18:01 |
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Kommentiert auf: Nachts ist es kälter als draußen........................:
Eure Antriebsart hier im Blog!
[...] V8 findet zwar Platz unter der Motorhaube, aber was ich will kommt von woanders
Ist der hier -> KLICK MICH
Als 3500 Vandan Plas EFi... Mit allem drum und dran...
[...]
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03.03.2010 21:01 |
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Kommentiert auf: C30 - Wieso kauft man sowas?:
Nagelneuer Rover SD1 2600 gefälligst? Gibt es nicht? Gibt es doch!
[...] Sammlungsauflösungen. Und hier findet sich ein toller Schnäppchen, welches ich Euch nicht vorenthalten möchte!
Nun, der Rover SD1 wurde bereits von mir behandelt. Diese Fahrzeuge sind bereits mindestens 24 Jahre alt und meistens gibt [...]
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21.05.2011 20:22 |
Trottel2011
Wieder klasse! Super Auto, super Motor und super Artikel! Danke! Mein SD1 hat nun gerade nach 26 Jahre die 130tkm passiert - da meine Eltern Wenigfahrer sind/waren und ich aktuell sowieso auf 2 Autos zurückgreifen kann. Das sind im Jahr nur 5tkm die gefahren wurden sind. Noch 4 Jahre und es wird zum Oldtimer - und das komplett rostfrei, Mängelfrei und ganz wichtig: Scheckheft gepflegt (Wartung wird bei meinem noch existierenden MGRover Händler gemacht - und zwar jährlich). Auf weitere 26 Jahre mit dem SD1! MfG Tom
10.09.2011 22:27 |
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Kommentiert auf: italeri1947 - Hans’ Hitparade von Autos, die keiner wollte:
Rover SD 1 (1976-1987).
[...] auch bleiben. Neugekauft durc meine Eltern und durchgegehend scheckheftgepflegt. In diesem Blog hier: http://www.motor-talk.de/.../...sd1-the-poor-man-s-aston-t2131339.html gibt es viele spannende Themen rund um die British Leyland bzw. generell der englischen Motorwelt. Schade [...]
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