20.10.2008 16:40
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Emmet Br0wn
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Kommentare (48)
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Blogevent,
Fortsetzungsstory,
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Worum es geht: Blogevent-Fortsetzungsstory
Kapitel VI
Das kühle Bier weckte in Pat neue Lebensgeister und seine Neugier auf das, was er auf Susis DVD vorfinden würde. Er setzte sich mit der Bierdose in seiner immer noch schmerzenden Hand vor das Laptop und betrachtete aufmerksam die Eingabeaufforderung für das Passwort. Wahrend der Strapazen der letzten Tage hatte er sich immer dann wohler gefühlt, wenn er eine Tastatur unter seinen Fingern hatte und er das machen konnte, was seine eigentliche Berufung war. Es konnten wohl nur echte Hacker nachvollziehen, wie befriedigend das Gefühl war, ein als sicher geltendes Schutzsystem zu überwinden und für kurze Zeit die Kontrolle über das System zu haben. Dabei spielte es für ambitionierte Hacker, selbst für "ethical hacker" wie ihn, oft zunächst keine Rolle, was das Ziel ihrer Angriffe war, meistens war der Weg das Ziel. Aber nicht in diesem Moment. Jetzt wollte Pat einfach nur wissen, welche Daten auf der DVD waren. Susi hatte für die Weitergabe dieser Daten ihr Leben gelassen. Und sie hatte offensichtlich ihn aufgesucht, sein Name stand auf der DVD und nicht etwa der von Meyer oder Alexej. Er, Pat Terrel, trug nun die Verantwortung dafür, dass Susi nicht umsonst gestorben war.
Es dauerte kaum eine Minute, bis Pat den Passwortmechanismus umgangen hatte und einen einzigen großen Dateiordner mit verschiedensten Dateitypen vorfand. Er schlussfolgerte, dass die Daten wohl in großer Eile kopiert worden waren und die Zeit für aufwendigere Sicherheitsmaßnahmen nicht gereicht hatte. Oder sollte er einen möglichst schnellen Zugriff auf die Daten erlangen? Er zögertete nicht lange und klickte fast schon gierig die oberste Datei an. Es handelte sich um eine Multimedia-Datei mit der langen Bezeichnung "Mindwave-Project_Abu Ghraib_subject B_050912" und es öffnete sich nach einer kurzen Verzögerung ein Videofenster. Auf das, war er im Folgenden sah, war Pat nicht vorbereitet.
In einem engen, nur spährlich beleuchteten Raum waren acht Personen auszumachen, davon vier amerikanische Soldaten mit geschulterten Gewehren, die jeweils zu zweit am Rand dessen standen, was sich in ihrer Mitte abspielte. Im Vordergrund befand sich, auf dem Boden kniend und mit Handschellen gefesselt, ein dunkelhaariger Mann in einem orangefarbenen Overall. Pat erkannte sofort, dass es sich um einen Gefangenen eines us-amerikanischen Gefangenenlagers handeln musste. Oft hatte man in letzter Zeit in den Nachrichten ähnliche Aufnahmen gesehen, doch irgendetwas schien schon jetzt dieses Szenario von allem ihm bekannten zu unterscheiden. Pat bemerkte eine leichte Übelkeit in seinem Unterbauch aufkommen. Direkt vor dem Gefangenen standen drei weitere Männer in Zivilkleidung. Alle drei trugen schwarze Anzüge und sahen seltsam deplaziert aus. Ein älterer, auf Pat sehr wohlsituiert wirkender Herr mit graumeliertem Haar und Brille forderte in einem freundlichen, aber sehr bestimmenden Tonfall den neben ihm stehenden jüngeren Mann, dessen Gesicht aus der Kameraperspektive nicht genau zu erkennen war, auf, den "Test" durchzuführen. Unterdessen begann der Gefangene in einer fremden Sprache auf den jüngeren Mann einzureden. Er hatte einen verzweifelten und gleichzeitig auch sehr wütenden Gesichtsausdruck. Erst jetzt erkannte Pat, dass der jüngere Mann eine Pistole in seiner Hand hielt. Er hob langsam die Pistole und richtete den Lauf auf die Stirn des Gefangenen, der noch immer mit scheinbar wachsender Verzweiflung auf sein Gegenüber mit zunehmender Lautstärke einredete, steckte die Waffe dann aber wieder unter Kopfschütteln in das Halfter unter seinem Jacket. Noch immer konnte Pat in dem Video nicht das Gesicht des jüngeren Mannes erkennen, dem es offensichtlich Probleme zu bereiten schien, der Aufforderung des älteren Mannes Folge zu leisten. Pats Herz klopfte aus einer Mischung aus Abscheu und Neugierde, wie diese bizarre Szene enden könnte. Nun trat auf ein Nicken des älteren Mannes der dritte in zivil gekleidete Mann vor, der sich bis dahin im Hintergrund gehalten hatte. Er hatte einen kleinen Gegenstand in seiner Hand, den Pat als etwas Palm-ähnliches identifizierte, und drückte mit einem verschmitzten Lächeln auf einen Knopf. Der Gefangene schrie mittlerweile auf sein im Anzug gekleidetes Gegenüber ein und schien zu schimpfen, als der jüngere Mann innerhalb von Sekunden seine zweifelnde Körpersprache ruckartig ablegte und in einer flüssigen, fast schon spielerhaft anmutenden Bewegung die Pistole wieder hervorholte und mit aufgekratzter Stimme dem Gefangenen ins Ohr schrie: "Ich habe eine Grenze für Beleidigungen, die ich ertragen kann, und du übertrittst sie gerade." Dann gab es einen Knall.
Pat erschrak und löste für einen Moment die Augen von dem Video, denn das Geräusch kam von ausserhalb des Apartments. Es klang eher wie eine zufallende Motorhaube eines Autos. Alexej war bestimmt von seinem Treffen mit Meyer zurückgekehrt und hatte wieder einmal Kühlwasser im 335i nachfüllen müssen. Pat ging ans Fenster und sah auf dem leeren Hinterhof tatsächlich die silberne Limousine stehen. Alexej war anscheinend schon auf dem Weg nach oben.
Noch immer mit einem leichten Übelkeitsgefühl im Bauch, überlegte Pat, wie er weiter vorgehen sollte und versuchte die verschiedenen Eindrücke und Informationen der letzten Tage in Einklang zu bringen. Der Mord an Susi. Sein Freund Alexej, dem der Tod seiner ehemaligen Freundin kaum nachging. Die DVD, die scheinbar nur an Pat gerichtet war. Die bizarre Exekutionsszene in einem Gefangenenlager... Er hatte den anderen noch nichts von der DVD erzählt. Aus einem Bauchgefühl heraus entschied Pat, dass er vorerst die Existenz der DVD und das eben Gesehene für sich behalten wollte, bis er sich einen besseren Überblick über die anderen Dateien verschafft hatte. Er drückte zügig die Standby-Taste des Laptops, als er plötzlich einen Schlag im Nacken spürte und kurz darauf das Bewusstsein verlor.
- Fortsetzung folgt -
Um die Reihenfolge erst einmal einzuhalten, geht das Stöckchen an [Edit: Halbgott], der Kapitel VII schreiben soll. Der fiese Satz zum Einbauen lautet: "Sie kraulte ihm durchs Haar, als hätten sie sich schon Jahre gekannt" |


Kommentare: 48
20.10.2008 16:55 |
Trackback
Kommentiert auf: Mein Bloque:
[Blogevent Fortsetzungsstory] Kapitel 5
[...] So, dann gehts hier weiter.
[...]
Artikel lesen ...
20.10.2008 17:04 |
double-p_OPC
hylfe
20.10.2008 17:06 |
XC70D5
Super, endlich passiert mal was, hat sich bisher ja noch keiner so richtig getraut

Susi wird Gott sei Dank keinen Dacia oder Brilliance mehr fahren müssen
Gruß
Martin
20.10.2008 17:07 |
Emmet Br0wn
Wer sagt das?
20.10.2008 17:09 |
Halbgott
Klingt nach dem Wunsch einer Rückblende
Gefällt mir sehr sehr gut. Ehrlich! Ich freue mich von Teil zu Teil mehr
Und dann auch noch der Seitenhieb gegen den 3.35i
20.10.2008 17:09 |
XC70D5
Aktuell nicht mehr. Dass sie tot ist, hast Du ja soeben beschlossen.
Könnte man höchstens noch in einem Rückblick feststellen, dass sie an den gefährlichen Ausdünstungen der Dacia-Innenausstattung gestorben wäre
Gruß
Martin
20.10.2008 17:12 |
Emmet Br0wn
Nix da. Pat denkt das
Würde mir nie anmaßen, die bislang einzige Frau der Geschichte abzumetzeln.
Keine Frau ist schlecht für die Quote.
20.10.2008 17:13 |
UHU1979
Gut geschrieben und schön die Story weiterentwickelt.
20.10.2008 17:17 |
Halbgott
Das Projekt ist echt eine super Idee gewesen!
Projekt für BdW!!!
20.10.2008 17:34 |
Emmet Br0wn
Jo, das war echt eine super Idee vom Ralle. Macht wirklich Spass, vor allem zu lesen, wie es weiter geht.
Bin schon auf die nächsten Kapitel gespannt.
20.10.2008 17:37 |
double-p_OPC
ich auch
20.10.2008 19:33 |
bruno violento
Pffft, Kühlmittel
Mal gespannt, wie der Satz eingebaut wird, ich hätte da schon die eine oder andere Idee
20.10.2008 19:36 |
XC70D5
Kühlwasserverlust beim 335i? Das kann doch nur ein Einschussloch sein
Gruß
Martin
20.10.2008 19:39 |
bruno violento
Es eröffnen sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten
20.10.2008 20:08 |
meehster
Äktschn!
21.10.2008 20:46 |
double-p_OPC
so, ich hab mal die "beziehungen" aufgemalt. ihr seit wahnsinnig.
und das sollt ich jetzt in die Eifel mappen. Darf ich ein Bild einfuegen?
(nordschleife nicht erkennbar)
22.10.2008 09:25 |
Emmet Br0wn
Eifel wird schwierig... Muss ja nicht unbedingt jetzt schon in der Eifel weitergehen, oder?
Es gibt ja wahrscheinlich mehrere Runden.
22.10.2008 11:36 |
double-p_OPC
stimmt.. aber vor wochenende wird das nichts.
22.10.2008 12:41 |
XC70D5
Bilder hatte ich auch schon überlegt und mich auf meinen morgendlichen Wochendstreifzügen durch die Wälder mit Bildmaterial versorgt
Bei der bisherigen Story befindet sich die Location aber zum jetzigen Zeitpunkt - lt. meiner Phantasie - wohl eher in einer Wüste in Nevada, was meine Bilder nicht wirklich widerspiegeln
Andererseits könnte das Motel auch irgendwo im waldreichen Michigan stehen, oder!?
Gruß
Martin
gespannt wie´s weitergeht
22.10.2008 12:44 |
double-p_OPC
wieso USA? bestellt mir einer ein flugticket?
22.10.2008 12:55 |
XC70D5
Wieso USA? Gute Frage!
Was spricht dagegen, dass diese Versuche mit amerikanischen Soldaten in der Eifel oder in Timbuktu gemacht wurden?
Gruß
Martin
Muss da wohl nochmal nachlesen!?
22.10.2008 13:54 |
Emmet Br0wn
Die Versuche wurden ja in dem Video wahrscheinlich in Abu Ghraib gemacht, und Halbgott hat in seinem Kapitel geschrieben, dass sie vom amerikanischen Militär-Geheimdienst überwacht werden...
22.10.2008 14:04 |
XC70D5
Ach ja stimmt, der amerikanische Militär-Geheimdienst bekommt ja kein Visum zur Ausreise aus den USA, also muss es auch da sein

Gruß
Martin
22.10.2008 14:07 |
Halbgott
Kann doch nur bei den Amis sein. Wer sonst entwickelt so etwas?
22.10.2008 14:09 |
XC70D5
Stimmt, aber die aktuelle Handlung der Story muss deshalb nicht zwangsläufig auch in Bush-Land sein.
Gruß
Martin
22.10.2008 14:16 |
XC70D5
Kurz nachgelesen:
Detective Brown ist sicher kein Polizist in grüner Uniform
Also doch Nevada oder Michigan
Gruß
Martin
22.10.2008 14:30 |
Halbgott
Zu wenig Brüste für Spring Break
22.10.2008 16:17 |
bruno violento
Detective Brown ist nur deswegen nicht Kommissar Braun, weil vorher Susi so dezidiert als "aus Deutschland" besrieben wurde, und warum sollte Meyer sich an einen deutschen Hacker mit einem englich klingenden Namen wenden?
22.10.2008 16:29 |
XC70D5
Weil engliche oder amerikaniche Purchen nicht so clever sind?

Gruß
Martin
22.10.2008 16:32 |
Emmet Br0wn
Ich bin dafür, dass der Leiter des Mindwave-Transmitter-Projektes ein ehemaliger deutscher Wissenschaftler namens W. von Braun heisst, dem bei uns die Ethik-richtlinien zu streng waren und deswegen in den USA weitergeforscht hat
22.10.2008 16:35 |
bruno violento
Was meinst du, wer des Detectives Großvater ist? Der hat nur während des Irakkriegs seinen namen geändert, weil D nicht in der coalition of the willing war...
22.10.2008 16:39 |
Emmet Br0wn
Oder Karl Ruprecht Kroenen.
Kennt den jemand?
22.10.2008 16:40 |
Halbgott
Aber würde ein Arzt mit Menschenversuchen nicht eher auf Josef Mengele passen?
23.10.2008 10:11 |
Emmet Br0wn
Ja, aber echte Nazifiguren lassen immer die Stimmung vom "Indiana-Jones"-Feeling in ein Geschichtsdrama-Feeling umschlagen. (Ausser man lässt sie auf Dino-Raptoren reiten, damit geht alles
)
27.10.2008 21:52 |
UHU1979
Noch keine Fortsetzung verfügbar?
28.10.2008 13:41 |
XC70D5
Gute Frage!
Die Woche ist seit gestern um
Vielleicht hat ja jemand vorsorglich mit-/weitergeschrieben!?
Gruß
Martin
28.10.2008 19:45 |
UHU1979
Er hätte bei Zeitmangel ja einen anschreiben können. Aber rallediebuerste hat ja auch diesen Fall in den Regeln bedacht:
Ich fände es schade, wenn die Story jetzt einschlafen würde …
28.10.2008 19:53 |
Halbgott
Na dann darf/muss Emmet eben jemand bestimmen. Ich schreibe ihm mal eine PN.
29.10.2008 07:54 |
Emmet Br0wn
Edit.