08.05.2009 13:57
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UHU1979
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Kommentare (9)
| Stichworte:
Sonstiges,
Afrika,
Film,
Gesellschaft
Hallo,
neulich habe ich einen Film gesehen, der mich doch etwas zum Nachdenken gebracht hat.
Der letzte König von Schottland aus dem Jahr 2006 handelt von einem schottischen Arzt, der in das von Umfeld von Idi Amin aufsteigt. Eben jener Idi Amin bezeichnete sich als His Excellency President for Life Field Marshal Al Hadji Dr. Idi Amin, VC, DSO, MC, King of Scotland Lord of All the Beasts of the Earth and Fishes of the Sea and Conqueror of the British Empire in Africa in General and Uganda in Particular und ist einer der vielen grausamen Diktatoren von Afrika gewesen.
Weshalb ich den Film bemerkenswert finde, ist, dass ich zum einen festgestellt habe, wie wenig die jüngere afrikanische Geschichte – vom Scheitern der Demokratie in den ehemaligen Kolonien und die Schreckensherrschaften grausamer Diktatoren, die in Europa oftmals wenig bis nicht bekannt sind – Beachtung findet. Dass die ehemaligen Kolonialmächte und die Großmächte eine größtenteils unrühmliche Rolle dabei gespielt haben und immer noch spielen, liegt natürlich auf der Hand.
In Deutschland werden oftmals hungernde Kinder gezeigt und Spenden, Entwicklungshilfe und Schuldenerlass als einzige Wege zur Verbesserung der Situation der afrikanischen Staaten und deren Bevölkerung gesehen. Genau das sehe ich als den falschen Weg, verfestigt er doch die Macht der Herrscher wie bspw. aktuell in Sudan und Simbabwe. Auch die letzte Wahl in Südafrika war zwar demokratisch, beachtet man aber den Weg von Zuma an die Parteispitze und die Vorwürfe gegen ihn, bleibt für den außen stehenden Betrachter ein komischer Beigeschmack. Andererseits zeigt sich in Somalia, dass ein Machtvakuum sich negativ auf die Interessen der freien Welt auswirken kann, wenn man sieht, dass die freien Handelswege, von denen auch die deutsche Exportwirtschaft nicht unwesentlich abhängig ist, durch Piraten gefährdet sind. Ob das chinesische Vorgehen, bei Entwicklungsprojekten chinesische Firmen einzusetzen und so sich Einfluss zu sichern, der richtige Weg ist, kann natürlich auch bezweifelt werden, steht es doch im Widerspruch zur Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn man aber sieht, wie das westliche Vorgehen bei der Entwicklungshilfe und Demokratisierung von Afrika gescheitert ist, dann frage ich mich ernsthaft, ob diese Wege in Afghanistan erfolgreich sein werden. Man sieht, es handelt sich um eine komplexe Thematik.
Der Trailer zum Film
Zum zweiten fand ich in dem Film sehr schön dargestellt, wie schnell ein (idealistischer) Mensch in Bann von charismatischen Persönlichkeiten gezogen werden kann, wie Macht korrumpiert und wie schnell man bei seiner Sichtweise eine objektive Betrachtung vernachlässigen kann. Und das gilt ja nicht nur im Zusammenhang mit ugandischen Diktatoren. Manchmal ist Desillusion befreiend, auch wenn es schmerzt.
Vielen Dank fürs Lesen. Schöne Grüße, der Uhu |


Kommentare: 9
08.05.2009 14:16 |
XC70D5
Entwicklungshilfe in Afrika, ein komplexes Thema.
Früher gab es Geld mit dem Zusatz "Macht mal...". Entstanden sind dann solch skurille Gebilde, wie der Nachbau des Petersdoms mitten im Dschungel durch den ivorischen Diktator Félix Houphouët-Boigny. Andere Diktatoren haben sich riesige Fuhrparks angelegt oder ihren Privatjumbo mit Whirlpool und Blattgold ausstatten lassen...
Heute gibt man Gelder eher zielgerichtet für bestimmte Projekte und hilft auch eher im kleineren Stil. Da mal ein Brunnen, dort Saatgut für das nächste Jahr etc. Meiner Meinung nach der bessere Weg, auch wenn heute immer noch Hilfsgüterlieferungen durch Aufständische geplündert werden.
Wie ich es machen würde schreibe ich aber lieber nicht hier
Gruß
Martin
08.05.2009 18:01 |
UHU1979
Ja, zumal sie sich nicht isoliert betrachten lässt, eingebunden in "medizinischen Herausforderungen" wie die AIDS-Problematik, Stammeskonflikte, religösen Extremismus, politischer Instabilität und wirtschaftlichen Interessen. Was nutzen Brunnen, wenn danach durch kriegerische Akte das Geschaffene zerfällt oder die Bevölkerung vertrieben wird.
Auch gibt es keinen Königsweg, wie es die G8-Gegner gern darstellen.
08.05.2009 19:39 |
Halbgott
Der Film ist imho schon etwas älter und bereits bei der Erscheinung ungemein viel gute Kritik bekommen. Ich habe ihn leider noch nicht gesehen... vielleicht sollte ich es mal nachholen
Da Thematik komplex ist und ich wenig Zeit habe, verzichte ich mal mit meinem Halbwissen darauf, darauf einzugehen. (ein komischer Satz)
08.05.2009 20:01 |
UHU1979
Ja der Film ist von 2006 und kam Anfang 2007 in die Kinos in D. Ich habe ihn aber auch erst diese Woche zum ersten Mal gesehen.
In erster Linie ging es mir hier auch 1. um das Thema Afrika und 2. um den fett geschriebenen Satz/Message.
11.05.2009 08:55 |
Emmet Br0wn
Guter Filmtipp, ich werde mir den mal angucken.
11.05.2009 23:51 |
motorina
Dein Filmtipp scheint sehr empfehlensert zu sein, @UHU1979.
... und deine Sätze nach dem Trailer spiegeln die Situaton wieder.
Wenn man aktiv Entwicklungshilfe/Humanitäre Hilfe betreibt, dann steht man anfangs wirklich deinem Satz gegenüber: "Manchmal ist Desillusion befreiend, auch wenn es schmerzt."
Begriffe wie Desillusion, Frustration oder auch Schmerz (oft Wut gegenüber politischen Vorgaben) gehören bei dieser Arbeit dazu.
Das Problem "Hilfe zur Selbsthilfe" wird sehr oft verkannt (in der Vergangenheit noch viel häufiger) und wird meist nur im kleinen Rahmen erfolgreich durchgeführt - weitab vom Presserummel.
Grüsse, motorina.
26.05.2009 20:52 |
rayvip
Danke für den Tipp, hört sich gut an der Film und ich werde mal schauen ob ich ihn bei Amazon oder so bekommen werde.
MfG Ray
27.05.2009 22:01 |
judyclt
Super Film, kann ich nur empfehlen. Fand ihn damals klasse. Einer der wenigen Streifen, die einen gedanklich noch viele Stunden fesseln.
01.06.2009 09:14 |
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Kommentiert auf: Spamtastic four:
Zwei MODS schlimme SPAMMER!!!
[...] Es gab einen Riss in der Matrix Ich hatte ein Deja Vu, aber erst jetzt die Erklärung gefunden. Die Überschneidungen sind einfach eklatant.
Möge die Macht Euch immer auf den richtigen [...]
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