22.09.2011 22:26
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UHU1979
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Kommentare (8)
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Fahrzeuge,
Produktion,
Logistik,
Morgan,
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England,
UK
Hallo,
normalerweise beginnen Legenden damit, dass an einem kalten Abend langsam der Nebel vom Meer kommend langsam über das Hochmoor kriecht, der einsame Reisende noch einige Meilen vor sich hat usw … Doch halt, es geht hier nicht um die Legende vom Exmoor, sondern um die Legende von Malvern Links. Gemeint ist natürlich die traditionsbewusste Fertigung des Morgan Roadsters .
Wer die Werke in Sindelfingen, Wolfsburg und Dingolfingen kennt, wird dieses Werk erst einmal übersehen. Nur 800 Fzg. pro Jahr werden von etwas mehr als 100 Mitarbeitern hergestellt, wobei das Ganze den Charme der 1950er Jahre und erlesenen Handwerks versprüht. Also eher kleine, dunkle Hallen und Arbeits-/Pausenbeginn werden durch eine klassische Klingel angekündigt. Bemerkenswert ist, dass nebenbei im Hintergrund das Radio läuft; bisher habe ich keinen Werksleiter erlebt, der dies duldete. Und so erfolgt die Fertigung zu Klängen von Robbie Williams.
Und natürlich wird gefeilt und geschliffen.
Dort wird jedes Fzg. händisch in der Lackierkabine bemalt und daher existieren auch keine Einschränkungen, was die Farbwahl betrifft. Gut, wie die Beispiele zeigen, übertreiben es manche mit ihrem Geschmack.
Handarbeit nach traditionellen Werten auf handwerklicher Basis ist halt heute etwas Besonderes und somit ist auch das Ergebnis dieses Schaffens etwas Besonderes. Deutlich wird dies auch in der kleinen Sattlerei.
Im diesen Sinne ist es zwar objektiv etwas seltsam, Geld dafür zu bezahlen, anderen bei der Arbeit zuzuschauen, aber interessant ist es dennoch.
Mehr Bilder von der Fertigung gibt es wie üblich in der Galerie.
BTW: Wer etwas über die Legende des Exmoores wissen möchte, muss diese für sich selbst recherchieren, darüber wird es also keinen Blogartikel geben.
Danke fürs Lesen. Schöne Grüße,
der Uhu |




































Kommentare: 8
22.09.2011 22:44 |
Andi2011
Obstrus,liebenswert,spannend,wirtschaflich fraglich,wünschenswert....und diverse andere Attribute fallen mir ein.
Ich habe schon mal einen Fernsehbericht über das Werk gesehen und das Buch "Morgan - 100 Years: The Official History of the World's Greatest Sports Car" dazu gelesen- klasse!
Bilder als wär man selbst dabei gewesen - ein Beitrag in gewohnt erstklassiger UHU-Qualität,danke dafür!
Grüße
Andi
22.09.2011 23:33 |
Goify
Du warst also in den heiligen Morgan-Hallen. Da muss ich auch mal hin. Ob das nächstes Jahr was wird?
Der Morgan ist ja eines der nachhaltigsten Fahrzeuge unserer Zeit, denn er ist handgerfertigt, was viele Menschen in Lohn und Arbeit stellt, er besteht teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen (Holz, Leder) und er hält nahezu unbegrenzt lang. Sparsam ist er obendrein. Dagegen ist ein aktueller Golf eigentlich ziemlich sinnlos und verschwenderisch.
Nur schade, dass die nichst Praktisches herstellen, wie einen kombiähnlichen Wagen.
23.09.2011 12:19 |
Lewellyn
In den 90ern hab ich mal einen Artikel mit einem Interview vom Morganchef gelesen, da wurde von einem Bericht eines "Unternehmensberaters" berichtet, der nach einem Besuch bei Morgan in irgendeiner Businesszeitung von den völlig veralteten und ineefizienten Produktionsmethoden schrieb und dringend empfahl, dort moderne Produktionsmethoden einziehen zu lassen, da er sonst für die Zukunft der Firma schwarz sehe.
Die Konsequenz war, dass aus lauter Angst, keinen echten Morgan mehr zu bekommen, der Auftragseingang immens stieg und die Lieferzeit von etwas über einem auf fast 3 Jahre schnellte.
23.09.2011 15:18 |
Austro-Jag
Ein Fixpunkt auf meiner geplante Englandreise! Erst kürzlich hab ich einen kleinen Film gesehen, den ein Freund bei der Besichtigung gedreht hat - einfach Wunderbar. Die seit fast 100 Jahren in Einsatz befindliche Holzpresse für die Kotflügel, das Zuschneiden der Motorhaube, einfach so nach Augenmaß - hier kann man Automobile Geschichte hautnah miterleben! Ich kanns kaum noch erwarten!
Außerdem ist ein Morgan eigentlich das einzige Auto, das ich mir auch neu kaufen würde. Nach dem Tod von Rover, TVR und Marcos, sowie der radikal Modernisierung von Jaguar bleibt sonst eigentlich nichts mehr übrig. Naja, eventuell noch Bristol und Aston Martin, vorrausgestzt die Lottozahlen stimmen
. Mal sehen was sich so ergibt, denn ein gebrauchter +8 oder eventuell ein neuer Three-wheeler wären schon recht nett.
23.09.2011 19:54 |
FrescoBG
Mich interressiert jetzt schon welches Modell, und welche Farbe, Uhu sich für seinen neuen Morgan raus gesucht hat.
Schöne Manufaktur, da muß man bestimmt reingeboren sein um dort arbeiten zu dürfen.
23.09.2011 20:13 |
UHU1979
Ich überlege noch, Fresco.
Austro-Jag, ich kann den Besuch wirklich empfehlen, insbesondere weil es eben ein großer Unterschied ist zur Großserienherstellung. In einer solchen traditionsreichen Manufaktur mit familiären Betriebsklima ist der Slogan "Wir leben Autos" eher zutreffend. Klar, man hängt von der Tradition und dem Image ab, weshalb man es gut pflegt. Aber bereits die Tatsache, dass man Besucher frei fotografieren lässt, macht die Firma sympathisch.
Allerdings denke ich nicht, dass eine solche Fertigung defizitär ist, wenn die Prozesse effizient organisiert sind (Bestände, Auslastung, Qualität), da ist das eigentliche Verfahren egal. Natürlich gewährleistet aber ein Familienbesitz das Wahren der Tradition vor kurzfristiger Renditemaximierung.
Bei der Nachhaltigkeit stimme ich Goify zu. Wenn man bedenkt, was für Materialien (und deren Gewinnung) allein die Elektronikkomponenten in den modernen Fzg. bzw. in den vielleicht kommenden Elektrofzg. erfordern … Aber für die Großserie und die Bedürfnisse der Mehrheit der Autonutzer sind diese Fzg. halt nicht.
14.12.2011 11:54 |
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29.12.2011 14:21 |
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