Als ich mich vor ewigen Zeiten für eine Edition One Innenausstattung entschieden habe, hab ich schon mit einem Auge auf die passenden Recaros geschielt. Damals war das finanziell einfach nicht drin, aber letztes Jahr habe ich mir endlich diesen Traum erfüllt.
Ganz zufrieden war ich allerdings immernoch nicht. Die Seitenwangen der Sitzflächen sind ausgesessen, der Fahrersitz ist sichtbar geflickt und beide Sitze verstellen die Lehne, wenn man dran rüttelt (und niemand auf dem Sitz sitzt). Besonders auf Kopfsteinpflasterstraßen ist das nervig...
Ich hatte mich schon ein bisschen nach Spender-Recaros umgeschaut (nicht wahr, Edition82?
), war aber bisher recht erfolglos.
Letzte Woche rief mich dann der Verkäufer meiner Edition Recaros an. Er habe grad nen Schlachter da, vielleicht könnte ich ja noch einen Satz Recaros gebrauchen? Natürlich könnte ich! 
Heute war der Deal dann perfekt und ich bin stolzer Besitzer einer gut erhaltenen, grauen Recaroausstattung.
Das besondere: Die Türpappen sind für elektrische Spiegel (kein Loch auf der Beifahrerseite) und die Rückbank ist mit Kopfstützen ausgestattet.
Mein Plan ist jetzt folgender: Mit den neuen Materialien werden meine Recaros restauriert. Alles andere brauche ich nicht, im Anschluss wird also eine schöne, seltene Ausstattung (mit nicht ganz perfekten Recaros) zum Verkauf angeboten. Aber bis es soweit ist, werde ich hier dokumentieren, wie man eine Innenausstattung mit Hausmitteln aufarbeitet. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht 
Am Anfang steht der Sitz:

Der wird nun von seiner Konsole befreit:

Zwei Inbusschrauben sind etwas schwieriger zu erreichen, ein zur Verlängerung umfunktionierter Ringschlüssel hilft dabei recht gut:

Die Verriegelung der Kopfstützen befindet sich in der ersten Polsterritze. Ist n bisschen fummelig, aber wenn mans weiß, dann gehts:

Die Kopfstützen kann man dann einfach nach oben rausziehen.
Um die Lehne von der Sitzfläche trennen zu können, müssen beidseitig die Plastikverkleidungen ab. Diese sind mit drei Stiften befestigt, die man einfach nach innen drückt:

Auf einer Seite muss natürlich noch das Rad abgeschraubt werden.
Nun muss man nur noch pro Seite eine Sicherungsklammer entfernen, den Klappmechanismus nutzen und kann die Bleche vorsichtig über den Stift hebeln.
Jetzt sollte das ganze so aussehen:

Kleiner Tipp: Macht das nicht mit weißen Socken. Ist in der Regel ne ziemliche Sauerei 
Nächster Schritt: Die Sitzfläche. Vorne löst sie sich fast von alleine und lässt sich dann ungefähr bis zur Mitte hochklappen. Von unten sieht man dann, was noch stört:

Pro Seite muss ein Metallring aufgebogen werden. Ne kleine Zange ist dabei hilfreich.
Nun geht es dem Stoff für die Seitenwangen an den Kragen. Der tragende Draht ist mit kleinen umgebogenen Laschen am Sitz fixiert.

Diese lassen sich mit nem flachen Schraubendreher in die gewünschte Position biegen.
Hier sei anzumerken, dass ich den in Bild 5 zu erkennenden Bolzen nicht abmontiert habe. Die Dinger sind höllisch fest... Ich habe lieber den Stoff vorsichtig daran vorbeigezogen.

Im Idealfall hat man dann ein so gut erhaltenes Polster vor sich:

Auf der anderen Seite passiert die Geschichte mit den Laschen nochmal:

Und schon ist der Stoff draußen.

Der Stoff der Sitzfläche selbst ist von unten getackert:

Wenn man alle Nadeln rausgezogen (flacher Schraubendreher) hat und das ganze umdreht, erkennt man kleine Plastikringe, die zwei Drähte zusammenhalten. Diese lassen sich recht leicht aufbiegen.

Damit ist die Sitzfläche komplett zerlegt. Ich werde noch ein bisschen mit Dampf experimentieren, vielleicht steckt in den Polstern noch mehr, als man vermutet 
Die Kopfstützen sind schnell abgezogen. Es sind einfach zwei Plastikleisten mit Widerhaken, die es auseinanderzufummeln gilt. Aber das kriegt man hin 

Bei den normalen Sitzen sind die Teile mit Reißverschlüssen verschlossen:

Zum Schluss die Lehne.
An der Unterseite sind die Stoffe wieder mit Tackernadeln fixiert:

Sind diese entfernt steht man vor einer echten Herausforderung. Der gleiche Widerhaken, der schon bei den Kopfstützen genervt hat, ist auch hier verbaut. Nur in lang und widerspenstig!

Viel Glück dabei, mein Erfolgsrezept heißt "Fummeln"! 
Ist das geschafft, hat man leichtes Spiel. Das Lehnenteil selbst ist wieder mit Drahtringen gesichert:

Oben ist es an altbekannten Laschen gesichert. Und wieder von hinten getackert:

Auch die Seitenteile werden von Laschen gehalten:

Jetzt muss nur noch der Umklapphebel mit sanfter Gewalt abgezogen werden.
Sicherheitshalber habe ich auch die Kopfstützenführungen abgebaut:

Das wars soweit, der Stoff ist ab:

Auf dem ersten Bild hat man ja schon gesehen, dass die Recaros nicht die saubersten waren. Ich hab sie mal kurz mit ein bisschen Waschmittel in meine Badewanne gelegt, nur um euch zu zeigen, was da wirklich drinsteckt:

Das ganze ist also nach der Reinigung nicht nur schöner, sondern auch deutlich hygienischer. Besonders Allergiker werden sich freuen 
Wirklich sauber sind die Bezüge aber lange noch nicht. Ich werde alles noch im Schonwaschgang durch die Waschmaschine jagen.
Vorsicht: Hierzu müssen alle Drähte aus den Bezügen entfernt werden!
Die Drähte können die Maschine schwer beschädigen. Ich übernehme keine Haftung, wenn bei euch was kaputt geht!
... weiter gehts im nächsten Teil mit der Rückbank. 