28.02.2012 00:16    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: , , ,

audi80audi80

So etwas gibt es natuerlich nicht.

 

Ich fahre meinen Typ89 mit JN und KE-Jetronic III seit fast 10 Jahren und nur einmal ließ er mich fuer ca. 30 Minuten im Stich (Motor ging aus, ließ sich 30 Minuten lang nicht starten), aber allgemein kann man den Typ89 ohne viel Wartung bewegen. Wenn man auf Wasser und Oel achtet, so kommt man ziemlich weit.

 

Aber auch ein Typ89 kommt nicht ohne Wartung aus. Gekauft habe ich den Typ89 mit total runtergerocktem Standardfahrwerk (das erste), Feuchtbiotop im Kofferraum, Reifen, die so alt waren, dass bei Regen das ABS extrem frueh regelte, weil die Reifen einfach keinen Grip hatten, und absolut verbrauchten Bremsen.

 

Aber hey, er hatte Sportsitze mit Velours, ABS (via Taster abschaltbar), Scheibenbremsen vorne und hinten, elektrische und beheizte Spiegel und, woooh, ein Schiebedach, das ich so oft benutze, dass oben schon Moos ansetzt. Keine Servo, keine Klima, keine el. Fenster.

 

Oft wird der Audi 80 mit unzerstoerbar und wartungsfreundlich beschrieben, aber oft wird vergessen, dass gewisse Dinge trotzdem ordentlich Geld verschlingen und gemacht werden muessen, wenn man den Audi 80 taeglich benutzen moechte.

 

Oft vergessen wird das Fahrwerk, was bei den meisten, am Gebrauchtmarkt erhaeltlichen, Exemplaren eigentlich getauscht gehoert. Ich bin mit dem ersten Fahrwerk ueber 200tkm gefahren, was dann dazu fuehrte, dass man auf unebenen Fahrbahnen praktisch nicht mehr ausreichend bremsen konnte, weil man praktisch ueber die Schlagloecher "flog". Aehnlich interessant zeigte sich das Fahrverhalten auch auf der Autobahn. Wenn man das Fahrwerk ersetzt, muss man mit ca. 600-800 eur rechnen, je nach dem, was beim Tausch des Fahrwerks noch getauscht werden muss, weil es ausgeschlagen oder einfach nur verrottet ist. Da ich den Typ89 im Alltag viele KM antu, musste also ein neues Fahrwerk her. Das Fahrverhalten mit einem neuen Fahrwerk ist unglaublich gut. Das ist mit die wichtigste Investition bei einem so verbrauchten und alten Auto. Die Querlenker kommen im Leben eines Typ89 auch mindestens 1x. Das ist aber preislich nicht so wild.

 

Die Bremsen sind auch ein Thema, vor allem, wenn man hinten auch Scheibenbremsen hat, denn die Saettel rosten gerne fest und dann muss man die gaengig machen oder sogar gegen runderneuerte tauschen. Auch an meinem Typ89 rostete der linke hintere Sattel fest, aber ein Tauschsattel verrichtet schon jahrelang seinen Dienst und die 90 EUR waren gut angelegt.

 

Das Problem ist; sobald der Sattel Probleme macht, kann man eigentlich den Rundumschlag machen und muss gleich die Belaege mit Scheibe mit wechseln.

 

In der ganzen Zeit musste ich aber lediglich 2x alle Scheiben und 4x alle Belaege wechseln. Die Scheiben und Belaege gehen relativ gut ins Geld, wenn man bedenkt, was die Karre eigentlich nur noch wert ist, aber darum geht es ja bei einem Typ89 eh nicht mehr. Wenn man vor jeder Investition den eigentlichen Wert mit einfließen laesst, so wuerde man nie wieder etwas in den Typ89 investieren.

Vor kurzem hatte der Pruefmensch aber bei mir den Bremskraftregler rechts am Unterboden entdeckt und war entsetzt darueber, dass er nur noch ein Klumpen Rost war, der sich _gar_ nicht mehr bewegte, aber dicht war er immerhin. Trotzdem musste ich ihn tauschen, weil die "Niveauregulierung" nicht mehr funktionierte. Ich fahre halt immer alleine und unbeladen; der regelt bei mir nie und rostet halt fest. Der war schon die letzten Jahre ein Klumpen Rost, aber interessiert hat es niemanden. Jetzt habe ich einen neuen Reglerblock, der wieder blitzt, aber irgendwann wird auch er wieder zu Rost. Das Teil ist mit 200 eur relativ teuer fuer die einfache Funktionsweise, aber ok...

 

Die Kupplung...bei mir immer noch die erste, aber der Zustand ist nicht mehr gut. Mein Tacho zeigt 280tkm und weil der Zaehler nicht immer geht, sind es vllt. auch mehr. Die Kupplung ist auf jeden Fall nicht mehr angenehm; sie "knallt" und rupft :).

 

Die Zylinderkopfdichtung wurde ab ca. 220tkm undicht, was sich durch hoeheren Wasserverbrauch aeußerte. Zwischen 3. und 4. Zylinder war sie marode und siffte durch. An der Seite des Kruemmers verlor ich Oel und auf der anderen Seite Wasser. Ich bin mangels Geldausgeberwillen, bewaffnet mit Glysanthin und 10W40, mehrere Monate mit dem Kopfdichtungsschaden gefahren. Am Ende verabschiedeten sich die Kruemmerdichtungen und der Motor klang eigentlich richtig gut (kernig laut ;)). Zu dem Zeitpunkt wollte ich das Auto verschrotten lassen.

 

Ich rechnete es mir aber durch und fuer ca. 800 eur (da war noch mehr zu machen, deswegen so viel Geld) hatte ich wieder ein technisch fittes Auto mit 2 Jahren Tuev. Sowas bekommt man heute gekauft nur noch selten. Ein anderes Auto fuer 2-3k eur mit anderen Macken? Neee...keine Lust.

 

Die Zylinderkopfdichtung darf man ruhig zur "Wartung" zaehlen, denn die kommt bei jedem Audi Motor dieser Zeit bei ca. 200tkm. Manchmal frueher, manchmal spaeter. Das ist aber auch nicht teuer bei den R4 und R5-Motoren.

 

Der Zahnriemen...alle 5-6 Jahre oder 120tkm. Man sollte auch vorher mal gucken, wie der Zustand des Gummis ist, denn ein Uebersprung passiert schnell mal auch vor der genannten Zeit oder Laufleistung.

 

Bei mir ist der Zahnriemen vor dem Wechselintervall uebergesprungen, aber es ist nichts passiert. Neuer Zahnriemen, neue Rollen, Zuendung einstellen und fertig. Die Wasserpumpe braucht man dann nicht tauschen; die wird vom Keilriemen angetrieben und wird gewechselt, wenn sie einem um die Ohren fliegt. Bei meinem ist immer noch die erste Wasserpumpe verbaut (mit 280tkm).

 

Die Benzinpumpe wurde bei mir bei ca. 230tkm laut; da ich nicht stehenbleiben wollte, wurde sie getauscht und man hoert sie noch heute nicht. Die alte hingegen hatte man sehr deutlich gehoert.

 

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt Probleme mit der Zuendanlage. Neue Zuendkabel, Kerzen usw...hatten es zwar gebessert, aber defekt war der Hallgeber...ein aetzendes Teil, was zu dem auch noch recht teuer ist. Aber allgemein ist die Zuendanlage unauffaellig gewesen.

 

Das Kaltstartregelventil gab bei mir im Sommer mal den Geist auf und fuehrte dazu, dass der Motor kalt nach dem Start sofort ausging. Wenn man dank guter Batterie oft genug starten kann, bleibt man deswegen auch nicht stehen. Das Teil selbst kann man einfach auf Funktion pruefen, aber wie so oft ist auch dieses einfache Teil relativ teuer.

 

Grundlegend ist die KE-Jetronic und all ihr Beiwerk aber so robust, dass man sich eigentlich nie damit auseinandersetzen muss. Ich weiß zwar mittlerweile einiges ueber die KE, aber immer noch zu wenig. Das liegt aber daran, dass sie die ganzen Jahre einfach funktionierte. Ab und zu hat man halt Drehzahlprobleme, die sich dann irgendwann wieder in Luft aufloesen und solange man nicht stehen bleibt und der Verbrauch "normal" bleibt, bin ich auch so faul und lasse sie "arbeiten". Ich hatte auf jeden Fall nie die Befuerchtung, dass ich wegen der KE stehenbleibe. Selbst mit den staerksten Drehzahlschwankungen nicht.

 

Ist der Audi 80 Typ89 also wartungsarm? Nein, das sicher nicht. Es handelt sich trotzdem um ein altes Auto und man muss auf viele Dinge ein Auge werfen, _wenn_ man laenger Freude daran haben moechte. Sicherlich kann man den Typ89 auch ohne viel Wartung bewegen, weil er einfach faehrt, aber spaetestens bei der Hauptuntersuchung schlagen die Pruefer das Kapitel "Audi 80" auf und pruefen jede Schwachstelle.

 

Wuerde ich diesen Audi 80 wieder kaufen? Wahrscheinlich nicht :). Er bietet einfach zu wenig Komfort, keine Klima, keine Servo, die Sitze sind mittlerweile sehr unbequem, und durch die Turboueberflutete Autofront muss man auch immer oefter auf Gnade dieser Turbofahrer hoffen, wenn man mal wieder im dritten Gang ein Auto auf der Autobahn ueberholt und trotzdem nicht vom Fleck kommt :P (am besten zieht er im 5. ... kommt mir zumindest so vor). Der JN mit seinen 90PS bewegt den Typ89 richtig gut und ich bin auch voellig zufrieden, und auch die Vmax ist heute bei den vielen SUV immer noch zeitgemaeß, aber gerade die Beschleunigung in bestimmten Bereichen ist eben nicht mehr zeitgemaeß.

Man muss viel ruehren, immer fleißig drehen usw...das ist auch eine Art der Hektik, die man ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr haben muss. Wenn ich da an meinen Mark IV denke, wie man mit ihm ueber die Bahn schwebt...da kommt man schon auf den Geschmack. Im Typ89 ist man außerdem noch relativ laut unterwegs. Im B4 ist das schon um einiges leiser. Die schmale Spur und der kurze Radstand des Typ89 ist auf der Autobahn auch nicht immer so gut.

 

Wartungstechnisch ist man mit dem Typ89 aber allgemein sehr gut bedient. Die Verschleißteile gibt es alle noch neu zu kaufen, jede Werkstatt "um die Ecke" kennt sich mit den meisten Dingen aus (KE mal ausgenommen) und kann die Kisten "warten".

 

Die Ersatzteile sind, sofern man Qualitaetsware bestellt, relativ teuer. Richtig teuer wird es bei Zuendanlage und KE und teilweise bekommt man fuer diese Baugruppen auch keine Ersatzteile mehr, sondern nur noch Reparaturkits.

 

Ich werde meinen Bock aber trotzdem noch ein paar Jahre fahren; er hat einen, fuer LPG, modifizierten Motor, ein frisches Fahrwerk, neue Bremsscheiben und neue Belaege, ist extrem zuverlaessig, guenstig zu betanken und hat im Sommer eine kostenlose Sauna on Board ;).

 

Wieso schreibe ich den ganzen Mist eigentlich? Ach, irgendwie war mir danach.

 

M.f.G.

Andreas.


27.02.2012 23:31    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: , , , ,

Hi,

ich hatte an meinem '72er Mark IV Radkappen mit Speichen drauf, die ihm zwar eine "lockere" Optik gaben, aber durch die lockeren Speichenelemente klapperte es bei Schlagloechern fuerchterlich.

 

Ich habe mir "speichenlose" besorgt; mir gefallen sie besser :). Die "speichenlosen" sind auch deutlich leichter.

 

Urteilt selbst. Sie zu montieren war auf jeden Fall ungewohnt. Ich hatte vorher nur Radkappen aus Plastik montiert, was vergleichbar deutlich einfacher geht. Die Blenden aus Metall geben ja so gut wie gar nicht nach ;).


13.02.2012 09:41    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: , ,

Schon vor einem halben Jahr hatte ich den Verdacht, dass der KM-Zaehler nicht mehr

richtig funktioniert, aber da die Werte noch ungefaehr stimmten, schoepfte ich keinen

weiteren Verdacht.

 

Heute morgen war es aber gewiss, denn der Tageskilometerzaehler zeigte 6.9KM an, bei

einer Strecke, die eigentlich 35km lang ist ;).

 

Nun ist das natuerlich doof, da ich einen Motor fahre, dessen Steuerung mit einem

Zahnriemen funktioniert und dieser nach gewissen KM oder nach gewissem Alter getauscht

werden muss. Bei Kettentrieb ist das ja viel einfacher: klappert die Kette, so hat sie sich gelaengt.

Laeuft der Motor dann auch noch unrund, dann ist es hoechste Zeit die Kette zu tauschen.

Wenn man einen Benz mit Duplexkette hat, dann sagt man, dass die 400.000km halten.

 

Nun merke ich gerade beim Schreiben, dass ich bei 235tkm einen Zahnriemenuebersprung hatte,

der dazu fuehrte, dass ich den Motor nicht mehr starten konnte, weil sich die Zuendung

verstellte; Glueck im Pech :). Der Motor nahm keinen weiteren Schaden. Es kam ein neuer Riemen

rauf, neue Umlenkrollen, fertig.

 

Jetzt muss ich mal schauen, wie viel KM der Bock wirklich runter hat...wobei das

sehr schwierig wird, weil ich nicht genau sagen kann, ab wann der Zaehler ungenau wurde.

 

Schwierig wird es auch, weil ich keine periodischen Inspektionen mehr mache. Ich mache das

alles nach Gefuehl. Oel allerdings wechsel ich maximal alle 10.000km. Das ist dann

auch tiefschwarz. Reifen nach Optik und Alter und Bremsen auch nach Optik.

 

Auf jeden Fall nervt mich das tierisch, weil ich anhand der angezeigten KM ungefaehr schaetze, wann

ich wieder tanken muss.

 

Ich habe eine Zeit lang meinen LPG-Verbrauch anhand der KM berechnet und bin dabei

immer auf ca. 11-12L gekommen, was wohl normal scheint. Im Benzinbetrieb hatte er vor 80tkm

in der Stadt ca. 10L verbraucht und auf der Autobahn zwischen 6-8L.

 

Ich werde mal beobachten, was der Zaehler macht. Vielleicht ist auch nur der Tageskm-Zaehler defekt.

Meine Hoffnung ;).


09.02.2012 12:51    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: ,

Ich hatte es gerade gelesen (http://www.autobild.de/.../...sburg-aendert-punkte-kartei-2862356.html). Dort steht, dass die Punktevergabe in Flensburg reformiert wird und es zukuenftig keine Punkte mehr bei fehlender Umweltplakette geben soll.

 

Leider ist der Diesel schon in Azerbaidschan...schade...


09.11.2011 23:00    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (0)


Hi,

ich habe gerade auf youtube gestoebert und bin auf dieses "lustige" Video gestoßen. Ich war leicht ueberrascht, aber danach fasziniert, wie schnell er reagiert hatte :).

 

Spult am besten bis 1:24 vor oder klickt hier: http://www.youtube.com/watch?v=3NRaqgab0_w&t=1m24s

 

Aber schaut selbst ;).


06.11.2011 18:02    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: , , , , ,

Hallo zusammen,

ich hatte ja vor einigen Wochen berichtet, dass ich an meinem Mark IV Oelwanne, Getriebe und Differenzial bei Speedkills in Essen abdichten lassen ließ. Das ganze hatte mich 1400 eur gekostet.

 

Nun war es so, dass ich das Auto danach so gut wie nicht mehr bewegt hatte. Ich hatte es nach der Reparatur nur noch in die Garage gestellt und damit war das fuer mich erledigt. Ich wollte die Reparatur eigentlich noch auf der Grube kontrollieren, aber mein Grundvertrauen sagte mir, dass Speedkills das schon richtig gemacht haben wird.

 

Heute dann wollte ich noch eine Runde drehen, weil ja sehr gutes Wetter war, aber leider verging mir heute der Spaß.

 

Nach 30mins Fahrt stellte ich das Auto in der Garage ab und es roch fuer mich nach verbranntem Gummi. Ich schaute nach rechts und es qualmte an der rechten Fahrertuer hoch. Ich schaute unters Auto und es qualmte am Auspuff an der Y-Gabelung, also direkt unter dem Automatikgetriebe. Ich dachte erst, dass ich etwas von der Straße aufgesammelt hatte, aber da war nichts zu erkennen.

 

Ich fuhr den Mark also aus der Garage und entdeckte einen 10-15cm großen Oelfleck. Das Oel war noch warm und vom Geruch her handelt es sich um Getriebeoel (das riecht ja anders als Motorenoel). Ich habe den Motor nach dem Zuruecksetzen laufen lassen und als ich das Auto wieder reinfuhr, war an der anderen Stelle erneut ein 10cm großer Oelfleck; wieder warm, wieder Getriebeoel.

 

Ich habe also jetzt eine entsprechend "gute" Laune. Besonders aergerlich ist die Tatsache, dass das Getriebe vorher deutlich weniger Oel verlor; es schwitzte lediglich Oel; einen Oelfleck hatte ich in meiner Einfahrt nie.

 

Es ist ja nicht nur die Tatsache, dass die Arbeit eventuell nicht ordentlich durchgefuehrt wurde, sondern die, dass man ein Getriebeoel eingefuellt hat, welches nicht mit dem Typ F identisch ist. Eingefuellt wurde ein ATF 4000 und ich habe wegen spechti extra gefragt, ob das Oel vergleichbar und korrekt ist, worauf hin man mir sagte, dass das alles seine Richtigkeit hat und man ja 20 Jahre Erfahrung hat usw...

 

Fakt ist, dass man dieses Typ F Oel noch heute ohne Probleme kaufen kann und mit Google habe ich in 3 Minuten erfahren, welches Oel man fuer den Mark IV nehmen muss. Spechti hatte es mir natuerlich vorher gesagt...ich hatte hier einfach Speedkills vertraut.

 

Habt keinen falschen Eindruck von mir; in der Regel habe ich einen gesunden Zweifel und kuemmer mich groeßtenteils selbst um mein Auto, aber da man hier angeblich ein "US-Spezialist" zu vermitteln versucht, habe ich mich da etwas aus der Verantwortung gesehen.

 

Das Problem mit Speedkills und mir ist, dass ich schon von Anfang an ein schlechtes Bauchgefuehl hatte und mich immer von diesem "US"-Image blenden ließ.

 

Das ganze fing ja damit an, dass man mir bei Speedkills empfahl eine Motorwaesche durchzufuehren, um zu sehen, wo ueberall das Oel herkommt. Bei der Empfehlung sagte mein Bauchgefuehl schon "nein, niemals eine Motorwaesche", aber ich vertraute ihnen und ich machte eine Motorwaesche; btw. nicht bei Speedkills, weil sie das nicht machen koennen.

 

Bei der Motorwaesche wurde der Tempschalter zerstoert, Speedkills verkaufte mir einen Sensor, der natuerlich nicht geeignet war, ich bestellte dann bei Speedkills den Tempschalter, man sagte mir, dass es lange dauert, bis das Teil da ist, ich sagte "ist mir egal"; ich bestellte den Tempschalter am gleichen Tag noch bei rockauto und das Teil war 3 Tage spaeter in meinen Haenden. Den bestellten Tempschalter von Speedkills habe ich bis heute nicht bekommen.

 

Speedkills ist außerdem fuerchterlich schlecht organisiert. Ich bin mit meinem Audi 80 schon 10 Jahre bei einer "Hinterhofwerkstatt" und bin schon so einiges gewohnt, aber bei Speedkills habe ich echt eine Steigerung erfahren.

 

Bei meiner Hinterhofwerkstatt kann der Meister zumindest schaetzen, wie teuer eine Reparatur werden wird. Bei Speedkills wollte man mir partout keinen Schaetzwert nennen, mit der Begruendung, dass man bei einem alten Auto den Aufwand nicht schaetzen kann.

 

Es ist bei Speedkills aber auf einem ganz anderen Niveau; ich sollte das Auto abholen und bis 30Mins vor Abholung konnte man mir nicht sagen, wie teuer es wird. Ich habe dann kurz davor angerufen und ich fragte extra wie viel Geld ich von der Bank holen soll (mit Bargeld habe ich es nicht so; hab nur Karten), und man sagte mir "1300"; ich fahr hin und dann sagt man mir "sorry, ist doch teurer geworden" :>...

 

Es ist dort also alles ziemlich chaotisch. Mir ist sowas egal, wenn die Arbeit gut geleistet wird.

Ich habe also jetzt mehrmals entgegen meinem Bauchgefuehl gehandelt und wurde bei Speedkills bis jetzt jedes Mal dafuer bestraft.

 

eure Meinung ist gefragt:

Jetzt bin ich etwas unschluessig, wie ich weiter vorgehen soll. Der Mark IV steht jetzt natuerlich etwas weiter weg von der Werkstatt (ca. 25km); das Oel tritt wahrscheinlich nur aus, wenn es warm ist, denn als ich heute aus der Garage rausgefahren bin, war da noch kein Fleck auf der Erde und den Geruch haette ich ja bemerkt. Ich habe den Defekt unterwegs nicht bemerkt; kein Geruch an der Ampel usw...kann aber auch daran liegen, dass in der Garage einfach weniger "Umluft" herrscht.

 

Mein Bedenken ist der, das Auto jetzt noch zu bewegen. Ich wollte eigentlich noch auf die Grube und gucken, was genau defekt ist, aber ich denke, dass ich mir den Weg auch sparen kann. Ich sollte das Auto mit dem Trailer direkt zu Speedkills bringen oder? Oder kann ich damit noch bis dahin fahren.

 

Mich beschaeftigt auch die Frage, ob das jetzt wirklich schlampige Arbeit ist oder nicht. Fuer mich sieht das so aus, weil es vorher besser war als jetzt. Und sollte die Reparatur von Speedkills nun kostenlos durchgefuehrt werden?

 

Vielleicht ist auch das falsche Oel fuer den Schaden zustaendig. Welche Rolle koennte das falsche Oel spielen? Ich kenne das von alten Motoren, dass man bei einer Oelumstellung auf einmal Undichtigkeiten feststellt, weil das neue Oel so viel besser ist und die Ablagerungen abtraegt.

 

Ich bin auf jeden Fall angepisst und wuerde mich auf eure Worte sehr freuen.


25.10.2011 21:46    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: , ,

Hi zusammen,

ich habe fuer meinen Mark IV eine neue Garage angemietet, weil die "alte" am Haus eigentlich zu klein ist. Die Garage am Haus ist zwar groß genug, aber doch so klein, dass man an dem Auto nichts machen kann, weil sie sich dem Auto wie ein Maßanzug anschmiegt ;).

 

Die neue Garage aber ist viel groeßer als die alte und ich habe noch sehr viel Platz, wie man auf den Bildern erkennen kann. Der Platz vor dem Auto ist fuer mich sehr praktisch; obwohl das Auto komplett in der Garage steht, habe ich trotzdem diesen Platz davor und an der Seite (ich bin nicht ganz rechts rangefahren).

 

Jetzt kann ich also auch in der Winterzeit daran "fummeln". Ich bin hoechst erfreut :).

 

Die Garage kostet mich inkl. Stromanschluss 130 eur inkl. MwSt. pro Monat. Die Garage ist sehr trocken und macht einen gar warmen Eindruck, was eventuell an der Bauweise liegt. Sie hat Strom und ich habe das Glueck den Sicherungskasten bei mir zu haben ;).

 

Jetzt muss ich mich nur noch "einrichten".

 

Das wollte ich euch nur kurz ueber den Blog mitteilen :).


11.10.2011 22:24    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: , , , , , ,

Hi Jungs,

Ich war mit meinem Mark IV auf der Grube und ich hatte Oel an Oelwanne, Getriebe und Differenzial festgestellt; Speedkills riet mir darauf hin eine Motorwaesche zu machen, um ganz genau sagen zu koennen, wo das Oel herkommt und ob die Oelwannendichtung ueberhaupt undicht ist usw...mein Bauchgefuehl sagte "nein, bloß keine Motorwaesche", aber ich vertraute dem Greg von Speedkills und so geschah es dann auch...die Motorwaesche war erledigt, ich fahre los und schon 1km danach leuchtet die Temperatur Lampe und es piept laut. Der Temperaturschalter war defekt; ich bestellte einen neuen Temperatursensor, was falsch war, denn das Teil war laut V8 Triker fuer Anzeigen mit Skala gedacht...machte auch Sinn, denn die Temperature Lampe leuchtete anfangs hell und wurde immer staerker, bis es dann zusaetzlich piepte. Ich bestellte dann einen Temperaturschalter und man vertroestete mich mit "kann dauern"...ich bestellte also am gleichen Tag bei rockauto.com, das Teil kam drei Tage danach bei mir an, ich baute es ein und war wieder gluecklicher Mark Fahrer mit funktionierendem Tempschalter. Ich habe mir auch einen Infrarot-Temp-Sensor gekauft, um die Temperatur am Block und Kuehler zu messen, aber das war nicht noetig, da der alte Schalter schon Masse gab, wenn das Wasser handwarm war.

 

Eigentlich war es eher unfreiwillig, dass ich die Wassertemp zu spueren bekam :). Ich drehte den Tempschalter raus, als das Wasser schon warm war (Motor lief zuvor) und dann spritzte es mir entgegen. Das Wasser war aber nur lauwarm; mir geht es also gut ;).

 

Der Schalter selbst kostete nur 12 EUR, aber mit Versand aus USA inkl. Zoll, 2x MwSt usw...war ich dann bei ca. 45 eur. Das war es mir aber locker wert, denn ohne Schalter fahren war fuer mich keine Alternative und mit defektem Schalter zu fahren machte ja auch keinen Sinn und zu der Zeit waren die Wochenenden ja noch sonnig und warm; ich wollte also fahren! :)

 

Ich habe nach der Motorwaesche den sauberen Motor begutachtet und Fotos gemacht; ich bin dann eine Stunde sinnlos herumgefahren und habe dann geschaut, wo das Oel herkommt; lediglich aus der Deckeldichtung kommt etwas Oel, aber der Oelverbrauch ist fast nicht zu messen.

 

Ich wollte also erst mal die wichtigeren Dinge abdichten: Getriebe, Differenzial und Oelwanne :).

 

Heute hatte ich meinen Mark IV nach Speedkills gebracht, damit sie Getriebe, Oelwanne und Differenzial abdichten. Die Oelwannendichtung wuerde ich selber machen und so auch das Differenzial, aber an das Getriebe traue ich mich nicht heran. Ich bin da wahrscheinlich, wie viele anderen auch, und wurde so erzogen, dass Automat immer "kompliziert" bedeutet. Ich weiß ja, dass es bei den alten Mark IV alles andere als hochkomplex ist, aber ich habe einfach zu wenig Infos und da sollen die das mal machen ;). Ich habe außerdem momentan wenig Zeit (bissel Umzugsstress) und da sich Speedkills eh noch bewaehren soll, ist das jetzt eine gute Moeglichkeit. Und ich will beim Automat auch nichts falsch machen und da gibt es sicherlich viel falsch zu machen.

 

Was Speedkills angeht; das ist so ein US-Car Importeur hier in Essen mit Werkstatt. Die haben ueber diese Firma auch auf VOX schon eine Reportage gedreht.

 

Ich brauchte fuer den Mark jemanden, der sich um die Mechanik kuemmert und ich versuche mich jetzt mal mit Speedkills. Ich bin von denen allerdings momentan nicht ueberzeugt :). Ohne in die Details zu gehen kommt mir da alles etwas chaotisch vor; wie sie technisch drauf sind, weiß ich noch nicht. Aber das ist halt nur so ein Gefuehl.

 

Wenn sie sich nicht bewaehren, dann werde ich mich persoenlich mit allen technischen Infos eindecken, mich einarbeiten und damit dann zu "meiner" Hinterhof-Werkstatt gehen, wo man meinen Audi 80 seit 10 Jahren immer ueber die Runden bringt ;). Wenn ich denen die Teile bring, dann machen die das...muessen nur mal gucken, ob der Kasten auf die Buehne passt. Die Teile bestellen kann ich naemlich auch selber; dafuer brauche ich Speedkills nicht unbedingt. Wenn es nach Speedkills ginge, dann haette ich immer noch keinen Tempschalter, aber gut; ich will da jetzt auch nicht drauf rumhacken :).

 

 

Jo, viel Text fuer relativ wenig "Neues", wa? :) Aber ein paar Bilder sind ja auch dabei, aber nicht so gute :Z; und am Ende werde ich dann berichten, was die Abdichtung gekostet hat und ob sich Speedkills bewaehrt hat. Die sind auf mich nicht angewiesen, ich auf sie aber auch nicht (unbedingt :P).

 

Mal sehen :). Ich werde berichten.


17.09.2011 20:12    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: , , , ,

Hallo zusammen,

gestern hat es mich gepackt und ich wollte dem Rost an der Heckklappe meines Mark IV zur Leibe ruecken.

 

Der Kofferraumdeckel des Continental macht optisch den Anschein, als wenn im Kofferraum ein Rad hochkant stehen wuerde und man deswegen diese Woelbung hat. Das ist aber nur eine optische Taeuschung, denn es befindet sich dort kein Rad. Ich nenne diese Woelbung hier im Text einfach mal "pseudo-Ersatzrad-Woelbung" :).

 

Die untere Kante des Deckel hat außerdem eine Chromeleiste, die mit mehreren Schrauben vom Innern des Deckels befestigt ist. Diese Leiste macht optisch "was her", aber leider hat diese Leiste den Nachteil, dass sich hinter Ihr Dreck sammelt und somit auch Feuchtigkeit.

 

Mit angebauter Leiste konnte ich schon einige Stellen sehen, die "Blasen" werfen, aber erst als die Leiste demontiert war, sah ich, wie fies diese Leiste war und sein wird :). Ich musste fast an der kompletten Kante Rost entfernen.

 

Von innen der Heckklappe hat es außerdem in den Ecken der pseudo-Ersatzrad-Woelbung maechtig gerostet. Diese Ecken hatte ich schon eine Woche vorher mit der Drahtbuerste, Fertan und Owatrol behandelt. In der Zwischenzeit haben sich also Teile geloest, die ich dann mit meinem Proxxon Dremelersatz entfernt hatte.

 

Den Rost zu entfernen war langwierige Fummelarbeit, weil in diesem Bereich viele kleine Ecken und Kanten sind, die einem das Leben schwer machen. Ich wollte außerdem sicherstellen, dass jeder Rost entfernt wird.

 

Ich habe die Stellen entsprechend mit meinem Dremelersatz abgeschliffen, mit Owatrol behandelt, dann verzinkt, und wieder lackiert. Da ich leider auch aeußerliche Stellen behandeln musste, habe ich außen an der Kante des Kofferraums nun eine andere Gruenfarbe, die auch die Chromeleiste nicht ueberdeckt, aber der Kofferraumdeckel muss eh lackiert werden und das soll dann ein "Lacker" machen, der die Farbe dann selber mischen soll; ich kann sowas nicht :).

 

Viel Arbeit bereitete mir auch die Chromeleiste selbst, denn in ihr befand sich gaaanz viel Erde und Rost. Das musste entfernt werden. Und ich musste natuerlich dafuer sorgen, dass die Leiste nicht wieder rostet, wobei ich mir nicht sicher bin, ob der Rost von der Leiste kam oder vom Rest; ich denke vom Rest.

 

Das eigentliche Problem ist damit jetzt nicht behoben; die Leiste nimmt immer noch Dreck auf. Ich muss mir mal ueberlegen, wie ich das mache. Vielleicht erledigt sich mit der "Idee" auch die etwas andere Farbe oberhalb der Chromeleiste (ca. 3-5mm).

 

Nun, das war es schon :). Und ich werde mir jetzt eine Atemschutzmaske und eine Schutzbrille bestellen. Mir ging es nach den Arbeiten ganz "komisch". Und ab und zu flogen mir Rostfetzen in die Augen, was unangenehm war, aber leichtsinnig ist man ja gerne :).

 

Schaut euch die Bilder an; vielleicht muss ich das naechstes Jahr wiederholen, wenn ich schlecht gearbeitet habe.

 

M.f.G.

Andreas.


11.09.2011 15:16    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (25)    |   Stichworte: , ,

Vor fast einem Jahr fing ich an mich ueber den Continental Mark IV und V zu informieren. Ich guckte mir mehrere Exemplare an, lernte dabei einige Schwachstellen kennen und habe mir dann am 27. August 2011 von privat einen Continental Mark IV gekauft und am 30. August zugelassen.

 

Aber kurz zu der Entstehung des Interesses: ich bin schon seit fruehester Kindheit an Autos interessiert, und als ich dann 18 wurde und meine Fahrerlaubnis bekam, interessierte ich mich fuer den ersten Cadillac Seville . Zu der Zeit waren die Kisten noch _extrem_ billig; sie wurden einem hinterhergeschmissen (heute um die 8k+ eur, damals 3-4k eur). Spaeter dann interessierte ich mich kurz fuer die dritte Generation des Chevrolet Caprice. Irgendwann aber wurden mir Seville und Caprice zu langweilig; ich Kojak guckend entwickelte ein Interesse fuer einen Buick Century als Sedan, aber als ich ihn in echt sah, empfand ich das Heck als bider, weil es beim Sedan ziemlich kurz ist und "komisch" aussieht. Mein Interesse bewegte sich also zum Buick Regal dritte Generation als Coupé. Leider ziemlich selten in DE anzutreffen und selbst bei Anfragen bei US-Importeuren stiess ich mit dem Modell oefter mal auf Schulterzucken. Vor kurzem dann hatte ich das Verlangen nach etwas "ganz" speziellem und fand mich beim Cadillac Eldorado (7. Generation) wieder; 8.2L, schoen lang, breit...das war fuer mich ein echter Traum und ist es immer noch. Was mir beim Eldorado nicht gefiel war der Innenraum, der fuer mich sehr mager und ungemuetlich wirkte. Es gab noch andere Autos, fuer die ich mich interessierte...

 

Nur durch einen dummen Zufall bin ich ueberhaupt erst auf den Continental gestoßen. Wir haben hier in der Naehe einen US-Car Haendler (RD-Classics), der extrem viele Autos vor Ort stehen hat, die man sich alle angucken kann. Dort war ich und setzte mich aus Spaß einfach mal in einen Continental Mark IV und ich war sehr beeindruckt. Mein erster Gedanke war: ach du scheisse ist der lang und och, trotzdem hat man einen guten Ueberblick.

 

Das war auch der Zeitpunkt, an welchen ich den ersten Beitrag im US-Car Beitrag bezueglich eines Continental schrieb und mich informierte.

 

Fast ein ganzes Jahr dauerte es dann, bis ich mir dann endlich einen gekauft hatte. Die Suche nach Mark IV gestaltet sich eigentlich relativ einfach, weil es in den USA noch viele davon gibt und auch viele noch gefahren werden.

 

Aber genug geschwallt.

 

Jetzt mal was zum Auto:

 

Allgemein

Mein Continental Mark IV ist EZ 1972, wurde in Wisconsin gekauft und bewegt. Im Jahre 2010 dann wurde das Auto von dem Vorbesitzer nach Deutschland importiert und H-zugelassen. Er hat ihn dann ca. 1 Jahr gefahren. Soweit ich das sehe, wurde so gut wie nichts umgeruestet (Blinker usw...); er blinkt also ganz gelassen mit seinen roten Blinkern (hinten).

 

Zustand

 

Lack und Dach:

Mein Continental Mark IV hat eine gruene Lackierung, die noch original zu sein scheint. Der Lack ist an Motorhaube und Heckdeckel nicht mehr gut (siehe Fotos), aber immer noch ansehnlich. Ich habe ihn gestern poliert und konnte noch einiges rausholen (die Bilder entstanden allerdings vor der Politur). Ich habe an der linken Tuer einen Kratzer; hat jemand mit dem Schluessel gemacht.

Er hat ein weisses Vinyldach; das Dach selbst ist in einem sehr gutem Zustand; das Vinyl ist weich, hat keine Risse und keine Pickel sind zu spueren (also kein Rost unter dem Vinyl *vermutlich*).

 

Motor, Automat:

Das 5-stellige Tacho ist vermutlich 1x rumgelaufen und zeigt jetzt 11k Meilen an. Das Automatikgetriebe schaltet sehr weich und fast unbemerkt die Gaenge hoch. Die reale Motorlaufleistung wird man vermutlich nicht mehr genau bestimmen koennen, aber das ist ehrlich gesagt auch irrelevant. Der Motor laeuft sehr ruhig und nimmt Gas willig an. Der Motor hat offiziell 212PS. Das Auto wiegt aber 2.2t+ und ich war bis zu der ersten Fahrt damit auch sehr skeptisch, ob der Motor das ueberhaupt stemmen kann.

Mein Alltags Auto wiegt 1050kg und hat 90PS, also 11.7 kg pro PS. Beim Continental waeren das also mindestens 10.4kg pro PS, bei der Annahme, dass das Auto 2200kg wiegt. Diese Rechnung ist aber pure Theorie. Die Praxis zeigt, dass der Motor schon bei leichtem Gas enorme Kraft hat und diese 2.2t+ wie ein Federgewicht bewegt. Wenn man auf die Idee kommt das Gaspedal beim Anfahren durchzutreten ist man enorm erstaunt. Wie gesagt, mit 212PS drehen die Raeder beim Anfahren und bei Vollgas sofort durch.

Der Motor tropft kein Oel. Laut Vorbesitzer frisst er 1L Oel auf 1000km. Er hat den Motor mit 15W40 bewegt. Das mache ich aktuell auch.

Der Kuehler wurde laut einem Forumsmitglied von der Limo uebernommen. Mein Continental hat aus diesem Grund kein Recovery System und der Kuehlwasserbehaelter ist hier wirklich nur ein einseitiger Ausgleichbehaelter (bei Ueberdruck). Ich habe zumindest bis Cold Level aufgefuellt (im Behaelter) und nach einer laengeren Fahrt wurde der Kuehlmittelstand nicht "mehr" (bis Hot level). Der Motor frisst auch kein Kuehlwasser. Ich bin also mechanisch guter Dinge; auch wenn der Kuehler nicht ganz "original" zu sein scheint :). Achja, der Vorbesitzer hat die komplette Auspuffanlage erneuert. Eine Ein-Rohr-Auspuffanlage. Ich finde das den besten Kompromiss; er klingt typisch amerikanisch, aber ist dabei nicht zu laut. Eigentlich hoert man den Motor nur beim Beschleunigen und Anfahren. In fast allen anderen Situationen hoert man den Motor so gut wie nicht; auch mit offenem Fenster nicht.

 

Die Bremsen, die Reifen:

Das Auto ist schwer; sehr schwer sogar und man merkt das auch, wenn man vorher ein 1050kg Auto gefahren ist. Die Bremsen aber sind gut genug, um das Auto zum stehen zu bringen. Ich musste sogar schon das Suretrack System testen (unfreiwillig). Es kam ein Auto aus der Seitenstrasse, es regnete und ich musste vollbremsen; das System verhaelt sich wie das bekannte ABS. Heisst nur anders. Ich konnte sicher bremsen. Interessant ist auch, wenn man die Zuendung anmacht: "plump" macht es. Angeblich ein gutes Zeichen fuer das Suretrack System. Insgesamt aber fahre ich mit dem Auto vorausschauender als mit meinem Alltagsauto. Ganz einfach, weil es eben doch schwerer ist und man das eben auch abbremsen muss. Das Gewicht merkt man auch in den Kurven. Logisch.

Die Bremsleitungen und Bremsen wurden bei diesem Auto letztes Jahr gemacht. Genau wie die Kraftstoffleitung.

Die Reifen sind von 2010 und haben viel Profil. Die original Radkappen sehen gut aus, scheppern aber bei Unebenheiten. Mal gucken, ob ich da authentischen Ersatz in Form einer Felge fuer bekomme oder ob ich es einfach so lasse.

 

Die Innenausstattung:

Der Continental hat natuerlich eine Klimaanlage, die auch funktioniert. Sie hat aber eine nicht (mehr) zulaessige Befuellung. Der Lueftermotor, der anscheinend hinter dem Handschuhfach liegt, macht die ersten 2 Minuten fuerchterliche Geraeusche, aber wenn er einmal laeuft, dann sehr leise und effektiv. Darum muss ich mich irgendwann mal kuemmern.

Der Continental hat noch das originale Radio mit Kassette verbaut, was auch alles wunderbar funktioniert. Insgesamt 4 Lautsprecher, die noch alle Laute von sich geben. Ich werde daran nichts machen; das Radio bleibt. Elektrische Antenne, Intervall-Scheibenwischer, Tempomat, huebsche Ledersitze und einen sehr schoenen Teppich. Alle elektrischen Elemente funktionieren bis auf die Zentralverriegelung; die funktioniert nur, wenn ich den Knopf manuell betaetige; dann bewegt sich auch der von der Beifahrertuer. Nicht weiter schlimm, denke ich.

 

Der Rost:

Ich habe natuerlich keinen perfekten Continental gekauft, denn das war ja auch nicht das Ziel. Ein bisschen fummeln will ich ja; das ist ja nun mein Hobby.

Im Kofferraum jeweils links und rechts befindet sich in den Tiefen der Kotfluegel etwas Rost. Der Rost ist nur leicht und furztrocken. Ich vermute, dass im Kofferraum Wasser reingelaufen ist, denn links habe ich trockene Erde rausgeholt. An der Stelle ist er noch lange nicht durchgerostet, aber darum werde ich mich die naechste Woche kuemmern. Nach Beseitigung der Rostschaeden werde ich ihn dann hohlraumkonservieren (lassen).

Die Tuerunterkanten sind auch rostig; sichtbar nur von innen, wenn man die Tueren geoeffnet hat. Auch das werde ich diese oder naechste Woche "angreifen"; je nach dem, wie schnell ich das mit dem Kofferraum hinbekomme. Die Konsistenz ist aber noch gut.

Unterhalb der Kante der Motorhaube waren auch mehrere Roststellen; die habe ich bereits entfernt. Am Heckdeckel blueht es auch unterhalb der Kante; sieht man nur, wenn man Deckel oeffnet. Das Problem dort ist die "Chrom"-Zierleiste. Dort sammelt sich offensichtlich das Wasser und verbleibt dort wohl auch. Da muss die Zierleiste ab und der Rost entfernt werden, bevor er sich ausbreitet. Ist aber alles schoen verschraubt; geht also alles gut ab und auch wieder ran.

Der vordere, rechte Radlauf hat drei Pickel, die sicher bald "aufgehen". Da besteht also ebenfalls Handlungsbedarf. Die Problematik, dass man den Lack nicht mehr so hinbekommt wie original, ist mir bekannt, aber bei so kleinen Stellen wird man eine kleine Veraenderung vllt. nicht so stark bemerken...mal sehen, wie gut "mein" Lacker das hinbekommt.

GANZ bitter war die Batterie, die der Vorbesitzer drin hatte; die ist ausgelaufen und die Batteriesaeure hat den Traeger darunter angefressen. Die Batterie hatte ich sofort entsorgt und den Traeger entsprechend bearbeitet. Ich mache dem Vorbesitzer keinen Vorwurf, weil die Saeure ja ganz langsam entweicht, aber darauf haette man ein Auge werfen sollen, auch wenn Batterien ziemlich teuer geworden sind. Das war das erste, was ich bei dem Auto gemacht habe.

 

Der Verbrauch:

Der Verbrauch interessiert mich nicht, weil das Auto mein Hobby ist und ich damit nicht jeden Tag zur Arbeit fahren will. Ich habe den Verbrauch auch noch nicht gemessen. Ich habe das Auto vollgetankt, bin 320km Autobahn bei 120km/h mit 3km Stau bei Schritttempo gefahren (als ich ihn abgeholt hatte) und die Nadel war danach kurz vor der Haelfte (2mm *g*). Beim ersten Tanken bin ich falsch an die Saeule gefahren. Die Tankoeffnung ist ja hinter dem Nummernschild und wenn man ganz normal vorfaehrt kann der Schlauch recht kurz werden. Man muss also immer etwas vorfahren, so dass der Arsch unmittelbar an der Saeule ist. An "meiner" Tankstelle kann ich deswegen nur rueckwarts an die Saeule fahren, weil ich sonst mit der Schnauze den Weg versperren wuerde. Mir ist außerdem aufgefallen, dass die Zapfpistolen hier etwas zu spaet "ausklicken". Bei mir laeuft am Ende immer etwas ueber. Nicht weiter schlimm, aber man hats dann halt an der Pistole...zum Glueck ist es kein Diesel. Benzin riecht ja kurz danach nicht mehr. Vielleicht ist auch einfach nur etwas defekt oder inkompatibel.

 

Fazit:

Ich bin mit dem Auto sehr zufrieden. Wenn ich mal schlecht gelaunt bin, dann setze ich mich einfach in das Auto und dreh eine Runde. Ich habe danach wirklich bessere Laune. Wenn man es liest, glaubt man es nicht, aber wenn man einmal drin sitzt, will man echt nicht mehr aussteigen. Es sitzt sich ultragemuetlich in dem Auto und man hat auch ueberhaupt nicht den Drang zu "rasen" oder hektisch irgendwo hinzufahren. Ich bin manchmal richtig unentspannt und fahre mit meinem Alltagsauto viel schnell und bin nach diesen Fahrten auch immer total "fertig", weil man sich bei solchen Fahrten immer sehr konzentrieren muss, aber mit dem Continental passiert mir das erst gar nicht.

Das Coupé ist breiter und laenger als eine aktuelle S-Klasse von Mercedes, aber dadurch, dass die Form so klar definiert ist, laesst sich das Auto extrem gut steuern. Ich weiss immer, ob es passt oder nicht, da man jede Ecke und Kante im Auge hat. Die Servo war mir am Anfang viel zu weich, aber daran gewoehnt man sich. In engen Baustellen kotzt einen die Servo dann aber an; mich zumindest; ich habe aber nicht vor damit mehr als noetig auf der AB zu fahren. Der fehlende rechte Spiegel stoerte mich die erste Zeit, weil ich den eigentlich benutze, um Abstaende nach rechts einzusehen. Mittlerweile habe ich mich an die Ausmasse gewoehnt, aber ich will den trotzdem irgendwann nachruesten.

 

Was mich an diesem Auto ein wenig stoert ist die allgemeine Aufmerksamkeit; ich habe das Auto ja ausschließlich fuer mich gekauft, aber man kann nicht auf oeffentlichen Strassen fahren, ohne aufzufallen...das war mir zwar vorher klar, aber ich kann damit noch nicht so richtig umgehen. Ich mag auch nicht gelobt werden...da habe ich wohl ne Macke :). Woran ich mich schon gewoehnt habe, sind die anderen AMI-Fahrer, die mich grueßen; das gehoert sich wohl so. Keine Ahnung.

 

Wuenscht mir viel Erfolg mit dem Auto; auf dass es ein langes Leben bei mir fristet :).

 

//Nachtrag

das Radio ist kein Originalradio; beim '72er Mark IV konnte man kein AM/FM Stereo Kassettenradio dazubestellen. Ich habe das auf http://automotivemileposts.com/mark41972optionalequipment.html gelesen ("On Ford vehicles, you could either get AM/FM Stereo OR an AM/Stereo Tape combination, but not all three combined"). Ein Skip Cullen hat mir geschrieben (von der Seite), dass manche '72er mit dem 8-Band Kassettensystem von den '73er Modellen ausgeliefert wurden.


26.06.2011 21:11    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (28)    |   Stichworte: , ,

Vor 1-2 Jahren fing es an; im Sommer hatte ich nach jeder Fahrt schwarze Kruemel in der Hand -> das Lenkrad loeste sich auf. Das mit den Kruemeln hoerte irgendwann auf, aber das Gummi oder der Schaum loeste sich vom Metallkranz, so dass das Lenkrad sich wirklich nicht mehr gut anfassen liess.

 

Ich ergriff Initiative und fuhr nach Audi. Dort fragte ich nach einem Ersatz und man sagte mir, dass es das Lenkrad in Ausfuehrung "Gummi/Schaum" nicht mehr gibt, aber die Ledervariante gibt es noch. Ich weiss es nicht mehr genau, aber ich glaube, dass der Preis so um die 330 eur lag. Die Gummivariante haette nur um die 200 eur gekostet ;).

 

Ich hatte mir das mit dem Lenkrad also einfach aus den Kopf geschlagen und fand mich mit dem ollen Ding ab.

 

Vor kurzem entschloss ich mich aber wieder ein neues Lenkrad zu kaufen und die Auswahl war riesig. Mein Problem dabei war, dass es hauptsaechlich Sportlenkraeder gab, die eben auch eine entsprechend sportliche Optik haben, was mir persoenlich nicht gefaellt. Es kam hinzu, dass die meisten Lenkraeder auch noch sehr klein waren, was meinem Auto ohne Servo nicht zugute kommen wuerde.

 

Letztendlich aber hatte ich einen kleinen Shop gefunden, wo ich dann das Raid 1 Typ 1 Urlenkrad (Leder) gefunden hatte. Es hat den gleichen Durchmesser wie das Serienlenkrad und sieht nicht sportlich aus.

 

Ich finde es optisch viel besser und es fasst sich natuerlich auch viel besser an als das alte Ding. Nun habe ich also ein neues, dickeres Lederlenkrad und gekostet hat mich das Lenkrad nur 134 eur und die Nabe allerdings 57 eur. Beides natuerlich Neuware :).

 

Was meint ihr? Passt doch zu der alten Kiste oder? :)


03.03.2011 16:29    |    schipplock schipplock    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: ,

Ich hatte es gerade auf SPON gelesen: "Biosprit-Einführung vorerst gestoppt".

 

Ich sage, dass es das AUS fuer E10 sein wird.

 

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,748899,00.html

 

Was meint ihr dazu?


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