28.02.2012 00:16
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schipplock
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Kommentare (9)
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80,
Audi,
B3 (89),
Wartung
audi80
So etwas gibt es natuerlich nicht.
Ich fahre meinen Typ89 mit JN und KE-Jetronic III seit fast 10 Jahren und nur einmal ließ er mich fuer ca. 30 Minuten im Stich (Motor ging aus, ließ sich 30 Minuten lang nicht starten), aber allgemein kann man den Typ89 ohne viel Wartung bewegen. Wenn man auf Wasser und Oel achtet, so kommt man ziemlich weit.
Aber auch ein Typ89 kommt nicht ohne Wartung aus. Gekauft habe ich den Typ89 mit total runtergerocktem Standardfahrwerk (das erste), Feuchtbiotop im Kofferraum, Reifen, die so alt waren, dass bei Regen das ABS extrem frueh regelte, weil die Reifen einfach keinen Grip hatten, und absolut verbrauchten Bremsen.
Aber hey, er hatte Sportsitze mit Velours, ABS (via Taster abschaltbar), Scheibenbremsen vorne und hinten, elektrische und beheizte Spiegel und, woooh, ein Schiebedach, das ich so oft benutze, dass oben schon Moos ansetzt. Keine Servo, keine Klima, keine el. Fenster.
Oft wird der Audi 80 mit unzerstoerbar und wartungsfreundlich beschrieben, aber oft wird vergessen, dass gewisse Dinge trotzdem ordentlich Geld verschlingen und gemacht werden muessen, wenn man den Audi 80 taeglich benutzen moechte.
Oft vergessen wird das Fahrwerk, was bei den meisten, am Gebrauchtmarkt erhaeltlichen, Exemplaren eigentlich getauscht gehoert. Ich bin mit dem ersten Fahrwerk ueber 200tkm gefahren, was dann dazu fuehrte, dass man auf unebenen Fahrbahnen praktisch nicht mehr ausreichend bremsen konnte, weil man praktisch ueber die Schlagloecher "flog". Aehnlich interessant zeigte sich das Fahrverhalten auch auf der Autobahn. Wenn man das Fahrwerk ersetzt, muss man mit ca. 600-800 eur rechnen, je nach dem, was beim Tausch des Fahrwerks noch getauscht werden muss, weil es ausgeschlagen oder einfach nur verrottet ist. Da ich den Typ89 im Alltag viele KM antu, musste also ein neues Fahrwerk her. Das Fahrverhalten mit einem neuen Fahrwerk ist unglaublich gut. Das ist mit die wichtigste Investition bei einem so verbrauchten und alten Auto. Die Querlenker kommen im Leben eines Typ89 auch mindestens 1x. Das ist aber preislich nicht so wild.
Die Bremsen sind auch ein Thema, vor allem, wenn man hinten auch Scheibenbremsen hat, denn die Saettel rosten gerne fest und dann muss man die gaengig machen oder sogar gegen runderneuerte tauschen. Auch an meinem Typ89 rostete der linke hintere Sattel fest, aber ein Tauschsattel verrichtet schon jahrelang seinen Dienst und die 90 EUR waren gut angelegt.
Das Problem ist; sobald der Sattel Probleme macht, kann man eigentlich den Rundumschlag machen und muss gleich die Belaege mit Scheibe mit wechseln.
In der ganzen Zeit musste ich aber lediglich 2x alle Scheiben und 4x alle Belaege wechseln. Die Scheiben und Belaege gehen relativ gut ins Geld, wenn man bedenkt, was die Karre eigentlich nur noch wert ist, aber darum geht es ja bei einem Typ89 eh nicht mehr. Wenn man vor jeder Investition den eigentlichen Wert mit einfließen laesst, so wuerde man nie wieder etwas in den Typ89 investieren. Vor kurzem hatte der Pruefmensch aber bei mir den Bremskraftregler rechts am Unterboden entdeckt und war entsetzt darueber, dass er nur noch ein Klumpen Rost war, der sich _gar_ nicht mehr bewegte, aber dicht war er immerhin. Trotzdem musste ich ihn tauschen, weil die "Niveauregulierung" nicht mehr funktionierte. Ich fahre halt immer alleine und unbeladen; der regelt bei mir nie und rostet halt fest. Der war schon die letzten Jahre ein Klumpen Rost, aber interessiert hat es niemanden. Jetzt habe ich einen neuen Reglerblock, der wieder blitzt, aber irgendwann wird auch er wieder zu Rost. Das Teil ist mit 200 eur relativ teuer fuer die einfache Funktionsweise, aber ok...
Die Kupplung...bei mir immer noch die erste, aber der Zustand ist nicht mehr gut. Mein Tacho zeigt 280tkm und weil der Zaehler nicht immer geht, sind es vllt. auch mehr. Die Kupplung ist auf jeden Fall nicht mehr angenehm; sie "knallt" und rupft
Die Zylinderkopfdichtung wurde ab ca. 220tkm undicht, was sich durch hoeheren Wasserverbrauch aeußerte. Zwischen 3. und 4. Zylinder war sie marode und siffte durch. An der Seite des Kruemmers verlor ich Oel und auf der anderen Seite Wasser. Ich bin mangels Geldausgeberwillen, bewaffnet mit Glysanthin und 10W40, mehrere Monate mit dem Kopfdichtungsschaden gefahren. Am Ende verabschiedeten sich die Kruemmerdichtungen und der Motor klang eigentlich richtig gut (kernig laut
Ich rechnete es mir aber durch und fuer ca. 800 eur (da war noch mehr zu machen, deswegen so viel Geld) hatte ich wieder ein technisch fittes Auto mit 2 Jahren Tuev. Sowas bekommt man heute gekauft nur noch selten. Ein anderes Auto fuer 2-3k eur mit anderen Macken? Neee...keine Lust.
Die Zylinderkopfdichtung darf man ruhig zur "Wartung" zaehlen, denn die kommt bei jedem Audi Motor dieser Zeit bei ca. 200tkm. Manchmal frueher, manchmal spaeter. Das ist aber auch nicht teuer bei den R4 und R5-Motoren.
Der Zahnriemen...alle 5-6 Jahre oder 120tkm. Man sollte auch vorher mal gucken, wie der Zustand des Gummis ist, denn ein Uebersprung passiert schnell mal auch vor der genannten Zeit oder Laufleistung.
Bei mir ist der Zahnriemen vor dem Wechselintervall uebergesprungen, aber es ist nichts passiert. Neuer Zahnriemen, neue Rollen, Zuendung einstellen und fertig. Die Wasserpumpe braucht man dann nicht tauschen; die wird vom Keilriemen angetrieben und wird gewechselt, wenn sie einem um die Ohren fliegt. Bei meinem ist immer noch die erste Wasserpumpe verbaut (mit 280tkm).
Die Benzinpumpe wurde bei mir bei ca. 230tkm laut; da ich nicht stehenbleiben wollte, wurde sie getauscht und man hoert sie noch heute nicht. Die alte hingegen hatte man sehr deutlich gehoert.
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt Probleme mit der Zuendanlage. Neue Zuendkabel, Kerzen usw...hatten es zwar gebessert, aber defekt war der Hallgeber...ein aetzendes Teil, was zu dem auch noch recht teuer ist. Aber allgemein ist die Zuendanlage unauffaellig gewesen.
Das Kaltstartregelventil gab bei mir im Sommer mal den Geist auf und fuehrte dazu, dass der Motor kalt nach dem Start sofort ausging. Wenn man dank guter Batterie oft genug starten kann, bleibt man deswegen auch nicht stehen. Das Teil selbst kann man einfach auf Funktion pruefen, aber wie so oft ist auch dieses einfache Teil relativ teuer.
Grundlegend ist die KE-Jetronic und all ihr Beiwerk aber so robust, dass man sich eigentlich nie damit auseinandersetzen muss. Ich weiß zwar mittlerweile einiges ueber die KE, aber immer noch zu wenig. Das liegt aber daran, dass sie die ganzen Jahre einfach funktionierte. Ab und zu hat man halt Drehzahlprobleme, die sich dann irgendwann wieder in Luft aufloesen und solange man nicht stehen bleibt und der Verbrauch "normal" bleibt, bin ich auch so faul und lasse sie "arbeiten". Ich hatte auf jeden Fall nie die Befuerchtung, dass ich wegen der KE stehenbleibe. Selbst mit den staerksten Drehzahlschwankungen nicht.
Ist der Audi 80 Typ89 also wartungsarm? Nein, das sicher nicht. Es handelt sich trotzdem um ein altes Auto und man muss auf viele Dinge ein Auge werfen, _wenn_ man laenger Freude daran haben moechte. Sicherlich kann man den Typ89 auch ohne viel Wartung bewegen, weil er einfach faehrt, aber spaetestens bei der Hauptuntersuchung schlagen die Pruefer das Kapitel "Audi 80" auf und pruefen jede Schwachstelle.
Wuerde ich diesen Audi 80 wieder kaufen? Wahrscheinlich nicht Man muss viel ruehren, immer fleißig drehen usw...das ist auch eine Art der Hektik, die man ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr haben muss. Wenn ich da an meinen Mark IV denke, wie man mit ihm ueber die Bahn schwebt...da kommt man schon auf den Geschmack. Im Typ89 ist man außerdem noch relativ laut unterwegs. Im B4 ist das schon um einiges leiser. Die schmale Spur und der kurze Radstand des Typ89 ist auf der Autobahn auch nicht immer so gut.
Wartungstechnisch ist man mit dem Typ89 aber allgemein sehr gut bedient. Die Verschleißteile gibt es alle noch neu zu kaufen, jede Werkstatt "um die Ecke" kennt sich mit den meisten Dingen aus (KE mal ausgenommen) und kann die Kisten "warten".
Die Ersatzteile sind, sofern man Qualitaetsware bestellt, relativ teuer. Richtig teuer wird es bei Zuendanlage und KE und teilweise bekommt man fuer diese Baugruppen auch keine Ersatzteile mehr, sondern nur noch Reparaturkits.
Ich werde meinen Bock aber trotzdem noch ein paar Jahre fahren; er hat einen, fuer LPG, modifizierten Motor, ein frisches Fahrwerk, neue Bremsscheiben und neue Belaege, ist extrem zuverlaessig, guenstig zu betanken und hat im Sommer eine kostenlose Sauna on Board
Wieso schreibe ich den ganzen Mist eigentlich? Ach, irgendwie war mir danach.
M.f.G. Andreas. |

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). Zu dem Zeitpunkt wollte ich das Auto verschrotten lassen.