Automobiles_Leben

Aus dem täglichen Leben mit dem Automobil und den Menschen die sie fahren.

16.02.2013 13:11    |    Automobiles_Leben    |    Kommentare (35)

zeitungzeitung

Als ich bei meinem Zeitschriftenhandel gerade neue Lektüre nachgeladen habe, wurde ich mal wieder mit einer sog. Fachzeitschrift für Automobile konfrontiert. Die junge Dame hinter dem Tresen weiß, dass ich jenes Regal gezielt umschiffe und hält lächelnd das Exemplar vor sich. Würde jetzt noch die Musik des weißen Hais gespielt wäre die Szene für mich komplett und erst die Drohung den "Schöner wohnen" Aufsteller umzukippen lässt sie inne halten.

 

Ich erkenne allerdings schon aus großer Entfernung die Schlagworte: miese Werkstatt-Tricks, schamlos, skrupellos,Abzocke und Kundenfalle. Weil noch nicht viel los ist bekomme ich noch einen Kaffe spendiert und gemeinsam sezieren wir diesen Artikel, der mal wieder in das typische Bild passt das man gerne zeichnen möchte. Nicht zuletzt wegen einiger ähnlich klingender Artikel fallen mir diese Zeitschriften immer wieder auf und desto mehr meide ich sie.

 

Als erstes fällt mir da der Supertrick mit dem Waschwasser auf. Das soll man am besten gleich selber befüllen, da die Werkstätten für satte Preise nachfüllen und die Inspektion deshalb teurer wird. Kurz gesagt: Die Werkstatt füllt etwas nach und berechnet es dann. Skandalös. Ich will nicht ausschließen das es vll. schwarze Schafe gibt, die hier gerne etwas mehr berechnen wollen als nötig, aber ist das denn die Regel? Statt den Artikel so zu schreiben wäre es doch ev. sinnvoller, mal einen mehrseitigen zu schreiben in dem man zeigt wie man eine Vorabinspektion selbst macht, bevor man zur Werkstatt fährt. Dabei hätte man doch auch so ganz nebenbei in einer freundlichen und erklärenden Weise erwähnen können, dass dies den Inspektionspreis zusätzlich senken wird.

Statt also tatsächlich zu informieren und Tips zu geben, wird lieber wieder der Sturm im Wasserglas inszeniert. Oder eben im Waschwasserbehälter und keine Angst die 2 Euro lege ich dafür freiwillig in die Wortspielkasse.

 

Das nächste Verbrechen in Serie spielt sich im Kleinteileregal ab, denn Zitat "Kleinvieh macht auch Mist". Diese Dinge eignen sich laut Artikel bestens zum frisieren der Rechnung. Schön zu sehen das man den Werkstätten hier gleichzeitig auch etwas beibringen möchte, wenn mir dieser Umkehrschluss erlaubt ist. Gleich über dieser These ist ein Bild auf dem man einen Kasten Kotflügelscheiben etc. sehen kann. Besonders bei dem Bild musste ich fast lachen, denn wie oft war bei uns das Fach mit den Muttern und Scheiben leer, obwohl laut den Teilescheinen im laufenden Jahr kein einziges Stück verwendet wurde. Der Satz zum Lehrling "hol mal ein paar 8er Muttern!" führte häufig dazu, dass statt der benötigten 6 Muttern 20 an kamen und der Rest in die Werkzeugkiste des Gesellen "umgelagert" wurde. Allerdings tauchte auch kein Stück auf der Rechnung auf.

Aber mal ehrlich, tauchen denn bei euch wirklich im Rahmen einer Inspektion 50 Scheiben auf, die man euch auf Nachfrage als "total verschlissen" deklariert? Genau das steht nämlich in dem Artikel. Man soll sich das genau zeigen und erklären lassen.

Nun mal Spass beiseite, was soll denn das typische Kleinmaterial bei einer Inspektion sein? Eine Sicherung? Zwei? Der Dichtring der Ablassschraube? Machen diese Posten wirklich in der Gesamtsumme so viel aus, das man hier massiven Betrug vorwirft? Bei einer Inspektion lasse ich mir das ja noch gefallen, nur was soll jetzt der Tip wenn jemand einen massiven Motorschaden hat bringen? Da baut sich der Preis doch alleine durch andere Dinge schon hoch genug auf und wird sicherlich nicht durch "falsch" abgerechnete Kupferringe etc. dominiert.

 

Kommen wir nun zum Klassiker des Werkstattalltages, laut Artikel jedenfalls, denn der besteht aus dem Einbau von unnützen Neuteilen. Nein, nein nicht etwa weil man sich bei der Stellung der Fehlerdiagnose getäuscht hat, sondern aus purer Geldgier. Das müsste dann, folgt man der Logik des Artikels, und laut dem schmucken Bild daneben ungefähr so ablaufen: Während im Hintergrund langsam "good fellas" ertönt ,betritt der Meister das Büro und verkündet dem Kunden böses. Neue Bremsscheiben und Klötze sind fällig, auch wenn ihm das so noch gar nicht klar war. Die sicherlich vollkommen sinnfreie Kontrollleuchte im Kombiinstrument mit den Bremsbacken darauf, ist übrigens nur ein dreckiger Spitzel der Werkstätten, der den Fahrern falsche Informationen verkauft. Entschuldigung für die Ausdrucksweise. So lautet denn die Order des "Don" an den Gesellen: "Du weißt was du jetzt zu tun hast!" bzw. an den Kunden "Sie wissen ja was mit Leuten passiert die das nicht machen lassen". Am besten hängt dann noch ein Ausschnitt aus einer bekannte Tageszeitung an der Wand, mit der Schlagzeile " 18 jähriger springt mit Auto in Kirchenturm - hat der Keilriemen versagt?".

 

So oder ähnlich muss der Autor sich das wohl vorstellen. Sie werden gleich schockiert sein. Das stimmt sogar. Na ja fast. Also einigen wir uns auf ein "Ja, aber". Wenn Werkstätten erkennen, dass jemand bei der Inspektion nur noch wenige Kilometer fahren kann bis tatsächlich eine Meldung angezeigt wird, fragen sie tatsächlich nach ob vorher instandgesetzt werden soll. Warum? Es gibt zum einen Kunden die nicht 2 Wochen nach der Inpektion wieder in die Werkstatt wollen und daher schon vorher tauschen lassen, während andere ganz einfach nicht kommen können. Wer den Wagen beruflich nutzt, will zu den vereinbarten Terminen in die Werkstatt kommen und nicht außerplanmäßig wieder dort hin zurück. Das nennt man Kommunikation. Diese findet im Idealfall zwischen Kunde und Kundenbetreuer statt, hat nichts mit Abzocke zu tun. Davon schreibt man hier allerdings kein Wort.

 

Zu guter letzt muss auch das Motoröl dran glauben. Ich mache es kurz, denn es ist spät. Man soll es selbst mitbringen und die Werkstätten, wer hätte das gedacht, rechnen angebrochene Gebinde komplett ab. Ja, da strahlen die Augen des Autors bestimmt, denn wer hat sich über die Ölpreise der Werkstätten nicht schon mal geärgert? Das ist doch mal ein Argument.

Ja natürlich ist das Öl ein steter Preisfaktor bei unseren Autos, doch statt nur wieder pauschale Tips zu geben hätte man den Lesern das auch besser erklären können. Ein sog. "how to" wäre hier wieder die bessere Wahl gewesen. Statt blasser Aussagen mal ein sachlicher, technischer Artikel zu diesem Thema, das wäre lesenswert. Das warum, woher, wie und weshalb ist hier wieder gar nicht Mittelpunkt der Sache, sondern nur wieder irgendwas das gut dahin passt. Das mit den angebrochenen Gebinden ist ja wieder so eine Reisserei, die ich spätestens bei den großen Werkstätten nicht mehr gelten lasse. Wo bitte füllt man da Öl aus Kanistern ein, statt aus großen stationären Behältern bzw. Anlagen o.ä. ? Gerade jetzt wo Partikelfilter zum Einsatz kommen und auch das Öl dabei nicht ganz unwichtig ist, hätte man die zwei Seiten auch besser nutzen können.

 

Zum "Pauschalauftrag" sage ich jetzt mal gar nichts, denn die Kunden die in der Werkstatt sagen "Einmal alles was muss, egal was es kostet", sind wahrscheinlich die, welche auch ihren Hund im Handschuhfach vergessen. Oder eben den 2500€ Damenschuh unter die Leckage der Ölwanne stellen. Ja, so was gibt es.

 

Ich schließe hier mal mit dem einfachen Wunsch ab, die Zeitschriften würden wieder etwas mehr auf die Kernpunkte zurück kommen. Statt Themen immer nur oberflächlich anzukratzen, mal wirklich in die Tiefe zu gehen und den Lesern etwas zu vermitteln. Hier haben wir mal wieder das typische Beispiel zu sehen bekommen, wie man lieber zum x. Mal etwas schreibt, ohne dass jemand wirklich was damit anfangen kann. Besonders die großen Redaktionen enttäuschen mich, denn diese hätten die Möglichkeiten wirklich etwas auf die Beine zu stellen.

 

Und natürlich vielen Dank an Carina für die sehr realistische Fotonachstellung der Szene, auch wenn ich das anders in Erinnerung hatte.


Kommentare: 35

16.02.2013 13:29    |    skthomas

!!! TOP !!!

 

Saludo


16.02.2013 15:10    |    Dr Seltsam

Absolut großartiger Artikel. Einfach super geschrieben und voll auf den Punkt, inklusive klasse Titelbild :)

 

Sowas ähnliches kenn ich übrigens aus dem medizinischen Bereich auch, besonders wenn es um "Ärztepfusch" geht. Da wird dann aus einer missglückten OP mit vergessnem Tupfer im Bauchraum der Untergang des Abendlandes gezimmert, inklusive entrüsteter Oma die ohne die bösen Ärzte schon längst unter der Erde wäre. Und der Fakt das die OPs immer komplexer und aufwendiger werden intressiert auch keinen. Dazu noch n bisschen profundes Halbwissen und schon ist jeder Patient (theoretisch) schlauer als der Arzt.

 

Quote, Quote, Quote, um nix anderes gehts mehr in den Medien.


16.02.2013 17:21    |    Hellhound1979

Der Artikel isr hervorragend geschrieben, auch wenn ich mit dem Inhalt nicht ganz konform gehe. Gerade mit dem kleinen Detail des Wischwasser Auffüllens könnte die Werkstatt bei ihren Kunden Punkten wenn sie dies zum Service erheben würden und auf die 2,50€ verzichten würden. Ebenso der Ölwechsel, dort wird dann Teilweise mehr als 20,-€/L für ein Öl berechnet, das im Fass für 3-4,-€/L eingekauft wird. Da kommt ein beachtlicher Stundenlohn zusammen.

Aber ansonsten hast du recht, quasi viel Wind um nichts in den Zeitungen.


16.02.2013 18:36    |    wazzup

Ich sags mal so: Werkstätten, insbesondere die der Autohäuser zocken ab wo es nur geht, egal ob Öl oder Wischwasser. Wenn du gerne 100€ fürs Öl bezahlst das nur 20€ Wert ist oder eben 10€ fürs Wasser auffüllen (hatte die Seat/Audi Vertragswerkstatt bei mir mal gemacht weil ich nicht wusste das die das automatisch machen, wurde auch mit keinem Wort erwähnt oder vorher gefragt)... bitte, ist dein Geld. Unnütze Neuteile gibts eher bei ATU oder Pit Stop, gehört fest zu deren Geschäftsmodell.

Das sowas manchmal aufgebauscht wird ist nichts ungewöhnliches, aber fakt ist leider das viele Werkstätten bescheissen und das auf die eine oder andere Weise.

Ach ja, Teile wie Bremsen die im freien Handel sagen wir 60€ kosten für 200€ dem Kunden zu verkaufen (ohne Einbau versteht sich) ist auch eine Sache die ich unter Kundenbetrug verbuchen würde. Leider auch Standard in den Vertragswerkstätten.


16.02.2013 19:06    |    Automobiles_Leben

Erstmal danke für das Lob und was die Quote angeht, da hat man eben gezielt und getroffen. Wenn es spektakulär genug klingt, verkauft es sich eben gut.

 

Was den Ölpreis, genauer den VK Preis, angeht stimme ich im Prinzip schon zu. Für 30 - 35 Euro bekomme ich einen entsprechenden 5 Liter Kanister Öl im Handel. Da muss aber wirklich jeder der nicht an Vorgaben gebunden ist wissen, wie er sein Geschäft aufbaut. Es gibt ja mittlerweile genug Ketten, die das auch zum günstigen Tarif anbieten. Jeder muss so kalkulieren dass die Rechnung für ihn aufgeht und was dabei heraus kommt muss er eben dann selbst vertreten können.

Logisch ist aber nur eine Vorgehensweise:

Wenn ich den Kunden langfristig an mich binden möchte, dann werde ich ihn nicht durch überzogene Preise in die Arme der Mitbewerber treiben. Das Problem ist eben das viele Kunden immer nur mit dem Preis wandern, selbst wenn man ihnen vorher oft sehr entgegen gekommen ist. Um so wichtiger ist es zwischen einem echten Stammkunden und einem Springer zu unterscheiden. Wie sollte sich der Stammkunde denn sonst selbst identifizieren können? Wo sein Vertrauen in die Werkstatt herkommen? Man fragt ja schließlich nicht "Wollen Sie Stammkunde werden?", sondern gibt ja jedem erstmal die gleichen Einstiegsbedingungen und da ist z.B. der Scheibenfrostschutz gratis. Damit sagt man eben das man den Kunden gerne wieder sehen würde. Einige verstehen das eben, andere nicht.

 

Der Witz an der Sache liegt einfach darin, dass die Leute die das Öl selbst kaufen dabei überhaubt nicht auf den Preis achten. So bezahlen viele im Baumarkt 37€ für 5 Liter Öl, das sie beim Fachhändler für 31 bekommen würden. Da sind die 6 Euro mehr dann wieder vollkommen egal.


16.02.2013 19:20    |    Automobiles_Leben

@wazzup

 

Wie ich sage, ich schließe ja nicht aus das es schwarze Schafe gibt, nur bitte ich nicht alle immer pauschal abzustempeln. Das Vetragswerkstätten an feste Spielregeln bezüglich der Ersatzteile gebunden sind, ist ja nun nicht neu aber eben ein ganz anderes Thema. Das gewisse Werkstattketten an Folgereparaturen verdienen wollen verwundert mich überhaupt nicht. Wie kann man außer durch so etwas und eine entsprechende Größe solche Grundpreise machen? Das fördern aber auch alle die eben nur nach diesen Grundpreisen ihre Werkstatt wählen.


17.02.2013 08:53    |    VolkerIZ

Schönes Bild. Grüße an das Krümelmonster vom Gleichgesinnten!:D


18.02.2013 10:30    |    der_Derk

Gut geschrieben... :)

 

Leider gibt es in jeder "Fach"-Zeitschrift auch mehr oder weniger Lückenfüller, wie die siebenundzwanzigste Auflage der "Tipps". Schnell zusammenkopiert, fertig ist der Artikel. Wenn man jede Woche eine Auflage 'rausbringen will, bleibt auch kaum etwas Anderes übrig, denn gut recherchierte Artikel brauchen nunmal Zeit.

 

Außerdem - auch wenn's Schade ist: Langatmige Texte mit differenziertem Inhalt schaffen keine Stückzahlen, Du bist sozusagen nicht in der Zielgruppe des genannten Magazins ;).


18.02.2013 17:49    |    Automobiles_Leben

@der_derk

 

Nicht in der Zielgruppe dieser Zeitschriften? Was sagt man da? Danke? :)


18.02.2013 18:24    |    xc90er

Das Schlimme ist ja, dass die 80% schlechten Werkstätten, den Ruf einer ganzen Branche ruinieren :D

 

Mal im Ernst: Es gibt diese schwarzen Schafe tatsächlich, aber mit ein bisschen gesundem Menschenverstand kommt man denen auf die Schliche. Vielleicht nicht gleich beim ersten Mal, aber dann beim zweiten Mal. Ich jedenfalls habe aufgrund der Markenvielfalt meines Fuhrparks mehrere gute Werkstätten gefunden, die mich ehrlich bedienen und denen ich als Kunde sicherlich lange erhalten bleibe.

 

Gruß

xc90er


18.02.2013 20:59    |    TrustNo1

Hmm die Leute wollen halt gerne solche Sachen lesen und fühlen sich damit bestätigt. Ich denke aber das Problem liegt eher da drin, dass die Menschen aufgrund unserer schnelllebigen Gesellschaft es gewohnt sind, dass Dinge schnell und ohne Umstände repariert werden.

Dass das dann bei den Werkstätten mit ordentlichem Zeitdruck und viel Arbeit verbunden ist wird dann gerne ignoriert und dann wird auch noch rumgegeizt.


19.02.2013 14:12    |    Cruiser-Benz

Zitat:

Als erstes fällt mir da der Supertrick mit dem Waschwasser auf. Das soll man am besten gleich selber befüllen, da die Werkstätten für satte Preise nachfüllen und die Inspektion deshalb teurer wird. Kurz gesagt: Die Werkstatt füllt etwas nach und berechnet es dann. Skandalös.

Diese Frage wurde im Freundeskreis auch des Öfteren gestellt. Was man naiv als freundlichen Service der Werkstatt abtun kann, wird beim Blick auf die Rechnung alles andere als freundlich ausgehen...

Die selbe Story mit dem Motoröl - überzogene Preise. Würde die Werkstatt nur "etwas nachfüllen und berechnen", wie hier geschrieben wurde, würden sicherlich keine zweistelligen Preise zusammenkommen.

 

 

Zitat:

Leider gibt es in jeder "Fach"-Zeitschrift auch mehr oder weniger Lückenfüller, wie die siebenundzwanzigste Auflage der "Tipps". Schnell zusammenkopiert, fertig ist der Artikel. Wenn man jede Woche eine Auflage 'rausbringen will, bleibt auch kaum etwas Anderes übrig,

Ich frage mich jedesmal aufs Neue, wie Chip (Computer-Zeitschrift) uns immer wieder erklären möchte, dass man eben jene Ausgabe kaufen muss, um seinen PC gegen die neuesen Bedrohungen zu wappnen und die besten Tools zu bekommen, die es letzte Woche sowie alle anderen Wochen zuvor noch nie gab... Dort wird auch alle Tage das Ei des Kolumbus neu präsentiert.

 

 

 

Letztlich leben wir in einer Gesellschaft der Dramaturgie, der Skandale, die wir alle doch so haben wollen.

Was haben wir uns aufgeregt bei KTG, was haben wir uns empört bei Wulff, was schreien wir bei den neuesten Lebensmittelskandalen alle auf und gehen im gleichen Zug an die Gammelfleischtheke im Aldi, um das Nackenfilet für 1,99 zu kaufen. Was finden wir alle den Handwerkssektor unterbezahlt und geben im gleichen Zug bei myhammer.de dem billigsten Anbieter den Zuschlag für die Reperatur des Siphon inklusive Sanierung aller Fußböden für unschlagbare 200€ inklusive Anfahrt aus Polen...


19.02.2013 19:39    |    cng-lpg

Würde mich einer auffordern ein paar Branchen zu nennen, in denen systematisch und fast überall betrogen wird, fielen mir die Kfz-Werkstätten ganz sicher ein...

 

Ich finde die Berichte und besonders die üblichen Tests der Werkstätten auch immer total daneben - aber nicht im Sinne des TE, sondern ganz im Gegenteil: Da wird der tägliche Betrug viel zu wenig angeprangert In Wahrheit ist es viel schlimmer, nur haben wir uns längst daran gewöhnt, ausgenommen und nach Strich und Faden beschissen zu werden Die armen armen Werkstätten müssen ja auch leben...

 

Lächerlich! Die Branche ist nun einmal weitgehend überflüssig und gehört abgeschafft. Es wäre schon heute kein Problem die Autos so zu bauen, daß sie vom Werk bis zum Schrott nach mehreren 100.000 km ohne Inspektion durchhalten. Und die Mehrkosten lägen bei einem Bruchteil dessen, was der Normalkunde alleine zum Erhalt seiner Garantie für großspurig als "Inspekion" bezeichnete überflüssige Ölwechsel bezahlt.

 

Zurück zu den Zeitungen: Da werden den Werkstätten gute Leistungen attestiert, wenn sie 70 oder 80 % der Mängel in einem Testfahrzeug finden. Mängel, die zu 100 % gefunden werden müssten, wenn die vom Kunden bezahlte Arbeit tatsächlich gemacht würde.

 

Den meisten Endverbrauchern ist es egal, denn sie wissen, daß mehrere hundert Euro der Rechnungen dieser meist sowieso nicht vollständig durchgeführten "Inspektionen" letztlich nur für den Stempel im Service-Buch zum Garantieerhalt sind.

 

Ich sage es nochmals: Systematischer Betrug. Und das ist nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall. der so normale Regelfall, daß selbst die gescholtenen, angeblich kritischen Blätter das nicht einmal mehr als Thema sehen. Das ist schon so lange so, daran hat man sich gewöhnt...

 

Was die Zeitung schreibt? Zu wenig und zu unkritisch!

 

Gruß Michael


19.02.2013 21:35    |    Automobiles_Leben

@ Cruiser-Benz

Das mit dem "etwas nachfüllen" bezog sich auf die Scheibenwaschanlage und auch da wirst du keinen einheitlichen Nenner finden. Die einen sind empört wenn es gemacht wird, die anderen wenn es nicht pauschal dazu gehört. Da wäre ein System ala "Der individuelle Kunde" schon interessant. Aber ich wüsste jetzt pauschal kein System bei dem das Waschwasser nicht mit drin ist. Es geht mir ja auch mehr darum, dass man die die Dinge lieber schnell kritisiert statt etwas zu erklären um genau dem Fall vorzubeugen.

 

@cng-lpg

 

Mit überflüssig und abgeschafft schiesst du jetzt aber sehr scharf. Selbst in Bereichen in denen die Fahrzeuge gezielt für extrem hohe Verfügbarkeit gebaut werden, kommt man eben nicht gänzlich ohne Wartung aus. Dazu möchte ich noch hinzufügen, dass die Techniker leider nicht immer das tun dürfen was sie tun wollen, wie sie eswollen. Was den täglichen Betrug angeht kann ich jetzt nicht ganz mitgehen, bin aber natürlich an Details nicht uninteressiert, soweit diese nicht zu allgemein sind.


19.02.2013 22:07    |    Toso555

Vor 20 Jahren in einer KFZ-Vertragswerkstatt wurde für "Kupferring für Ölablaßschraube" 1,50 DM + Mwst berechnet. Klar macht einen das nicht kaputt, aber die Werkstatt reich.

1. war dieser Kupferring beim Ölfilter in der Verpackung beiliegend

2. bei 20 Ölwechsel/Inspektionen wären es pro Tag zum damaligen Zeitpunkt 30 DM für nix ... somit heute 30 Euro

 

... und das nur für eine Sache von evtl. mehreren


19.02.2013 22:14    |    Automobiles_Leben

Was heute auch darauf zurück zu führen ist, dass der Dichtring ein Teil mit der Schraube ist. Unnötig? Ja. Teurer? Ja. Aber genau das schreibt die Fachpresse eben nicht, genauso wenig wie z.B. die Information die du uns jetzt gerade gegeben hast. Das ist eben der Unterschied beim Informationsgehalt.


20.02.2013 11:26    |    Shibi_

Gut geschrieben, aber einige Sachen davon sind mir wirklich schon passiert. Das Wischwasser fülle ich vor jedem Werkstattbesuch auf und es passiert immer mal wieder, dass dennoch Spritzwasser auf der Rechnung steht. Einmal sogar 5L und das bei einem komplett gefüllten 4,7L Tank. Und bei den Preisen die die für simples Wischwasser verlangen ist das teilweise schon ärgerlich.

 

Das mit den Bremsen ist mir mal bei der E-Klasse meines Opas passiert. Dort hatte ich vor einem halben Jahr die Bremsscheiben und Beläge gewechselt. Bei unter 10tkm im Jahr sind diese also höchstens 5tkm bewegt worden, also fast noch neu.

Mein Opa gibt seine E-Klasse bei Mercedes zur Inspektion, ich hole sie am nächsten Tag ab. Auf der Rechnung unter anderem rundum neue Scheiben und Beläge. Auf meine Nachfrage ob die wirklich nötig waren verschwindet er in der Werkstatt und kommt mit völlig runtergerittenen und verrosteten Bemsscheiben wieder und meint die waren völlig fertig...

Es kommt also selbst in den Markenwerkstätten vor.


20.02.2013 12:44    |    Mark-86

Ich hab nur wenige gesehen, die mit ner KFZ Werkstatt reich geworden sind.

 

Sicher ist ein Dichtring manchmal dabei, aber oft auch nicht, also hält man erstmal 30 Standarddichtringgrößen vor. Die müssen regelmäßig kontrolliert und nachbestellt werden und wenn man 30x20 Dichtringe vorhält, verkauft man von manchen Sorten nie eine.

 

Das Sortiment muss irgendwo stehen, da wo es steht muss n Dach drüber sein, damit der Mechaniker im Winter da hin findet muss Heizung dort sein und damit er überhaupt was findet, Licht.

 

Das Bestellen, das Heraussuchen, das Nachbestellen, etc. kostet alles Geld und deshalb kostet n Dichtring 1,50 DM.

 

Zitat:

bei 20 Ölwechsel/Inspektionen wären es pro Tag zum damaligen Zeitpunkt 30 DM für nix ...

1. Ist das Umsatz, und nicht Gewinn.

2. Ist das nicht für nix, sondern der Kunde hat nen neuen Dichtring ;)

 

 

Genau so verhält es sich mit vielen Dingen.

Auch mit dem Wischwasser.

 

Im Sommer kenne ich das Auffüllen nur kostenlos. Geht es auf den Winter zu, kommt Frostschutzmittel rein und das kostet nunmal Geld, von daher ist eine Berechnung davon völlig OK.

 

Das ist auch keinesfalls so, das man das als Werkstatt für 1€ den Liter einkauft, zumal das den Herstellervorgaben zu entsprechen hat und ich nicht die Werkstatt sein will, die hinterher nen Kunden stehen hat, der sagt, seine Xenonscheinwerfer zu 1800€ sind nun gelb, weil der Frostschutz im Scheibenwaschmittel verkehrt war...

 

Bei dem Thema Motoröl sind die Aufschläge teilweise wirklich sehr happig.

Ein VW 0W30 Longlife kauft man aber auch als Werkstatt nicht für 3€ pro Liter.

Weiterhin muss das Öl in einer Werkstatt den gesetzlichen Vorgaben nach gelagert werden, es muss dementsprechend entsorgt werden, dies wiederrum muss dokumentiert werden, es muss entsprechend transportiert werden, etc.

 

Wenn einer das immer alles billiger kann, soll er mal machen...


20.02.2013 14:19    |    Ascender

Sorry, wenn ich das mal so frech sage: Ist das nicht typisch "deutsch"? Meckern ist doch hier sowas wie ein Volkssport (ich ertappe mich ja selbst dabei - liegt bestimmt am Wetter). Zumindest habe ich den Eindruck, dass es so ist. Überall mit erhobenem Zeigefinger rumrennen und motzen.

Genau das spiegelt der Artikel (aus der Autoblöd?) doch haargenau wieder. Sensations-Journalismus nenne ich sowas. Reißerischer Titel, und der Artikel selbst drückt nur das aus was sich Hans Wurst in seinem Kleinhirn auch selbst schon zusammengereimt hat und ständig am Stammtisch wiederholt. Nur findet sich Hans Wurst durch diesen Artikel bestätigt und findet das wirklich toll, dass ein "renomiertes Magazin" genauso denkt wie er. Also kauft er auch weiterhin Ausgaben dieses Magazins. Ist klar, oder?

 

Wer möchte denn ernsthaft Tipps lesen wie er sein Auto warten kann? Ich behaupte mal, dass die Hälfte aller Autofahrer noch nichtmal weiß wie man die Motorhaube entriegelt, geschweige denn wo sich der Wischwasserbehälter befindet.

 

Abgesehen davon, dass die Redakteure bei der Autoblöd wahrscheinlich eh keine Ahnung von der Materie haben, weil sie so viele "So-könnte-der-neue-beliebiges-Volumenmodell-aussehen"-Artikel schreiben müssen. Hat dann immer so den Eindruck als ob man Nostradamus mit Photoshop gekreuzt hat. Aber die Autobild ist nicht die einzige Zeitschrift, die das macht. AMS ist ja mittlerweile auch schlimm geworden. Die Autoblöd sticht halt nur besonders heraus. :)

 

Es gibt aber auch einige hochwertige Magazine, wie ich immer wieder betone.

Die Motor Klassik fand ich garnicht mal so schlecht.

 

Ich lese nur noch die Sport Auto und die Powerslide, weil mich Motorsport interessiert. Wirklich geniale Magazine sind das. Kann ich jedem nur empfehlen.


20.02.2013 16:01    |    19 Nuss

Heute in der Schlagzeile " Krümmel du hast den Kecks gestohlen .... " :p


20.02.2013 17:36    |    cng-lpg

Mein "überflüsig und abgeschafft" ist natürlich etwas überzogen, aber klappern gehört zum Handwerk. Um etwas deutlich zu machen, muß man manchmal auch etwas übertreiben.

 

Fakt ist aber, daß es stimmt: Wir haben ein extremes Überangebot. Trotz des Werkstattsterbens herrschen Überkapazitäten. Seit vielen Jahren. Theoretisch sollte ein Werkstattüberangebot die Preise drücken, praktisch passiert das nicht, weil ohnehin eine große Anzahl an Werkstätten eigentlich längst pleite ist. Da ist keine Luft für Preisanpassungen nach unten. Was wird in der Branche also gemacht? In der Hoffnung die Krise zu überleben, wird aus jedem Idioten, der so blöde ist...., sorry, wird aus jedem geschätzten Kunden der maximale Erlös gezogen. Und wie macht man das? Man nimmt ohne mit der Wimper zu zucken völlig unangemessene Preise, berechnet phantasievoll (seien wir ehrlich: Bei nicht wenigen Werkstätten muß man glauben, es würde regelmäßig das Datum noch zur Rechnungssumme addiert) und hofft, daß die Dumm.... äh Kunden das mitmachen bis genug der anderen Werkstätten pleite sind und eine korrekte Kalkulation dank ausreichender Werkstattauslastung wieder machbar sein wird.

 

Auch wenn es schon länger her ist, hier mal ein Erfahrungsbericht zu einer typischen Inspektion: Der Neuwagen muß zur 1.000 km Inspektion. Und er ist schmutzig. Als ich einen Tag später den Wagen abholen will, ist er immer noch schmutzig. Schlechter Service? In diesem Falle nicht! So konnte ich sehen, daß kein Mensch die Radkappen berührt hatte. Das geht nämlich nicht, ohne Abdrücke zu hinterlassen. Der Inspektionsbericht weist aber aus, daß auf meine Kosten alle Radmuttern mit einem Drehmomentschlüssel kontrolliert wurden... Uiihhh!!! Die sind aber modern, die arbeiten mit Materiedurchdringung! Ich habe den Werkstattmeister gefragt, wie das gemacht worden sein soll und bekam noch frech zu hören, daß die Radmuttern kontrolliert wurden, wenn das abgehakt sei. Ich habe dann die mittlere Führungsebene dieses Autohauses bemüht und um Erklärung gebeten. Um eine Erklärung, die ich wieder nicht erhielt. Meiner Argumentation, daß ich angesichts der harten Fakten keine Veranlassung habe anzunehmen, daß auch nur einer der vielen abgehakten Punkte erledigt wurde konnte man aber folgen: Die Inspektion sollte wiederholt werden. In meinem Beisein. Und dabei wurden wieder vom Hersteller vorgeschriebene und vom Kunden - also mir! - BEZAHLTE Arbeiten nicht erledigt. Namentlich sollte das Auto an den Motortester, um evtl. Mängel feststellen zu können. In der Werkstatt war man aber der Meinung, daß man sowieso nie Mängel fände, wenn der Kunde keine Mängel im Motorlauf beobachtet habe. Ja, auch ich fand die Vorgabe des Herstellers etwas übertrieben, aber es gab die Vorgabe und die Arbeitszeit dafür bezahlt man. Also warum wird die Arbeit dann nicht erledigt? Wie gesagt, sogar bei der zweiten Inspektion - weil die erste nachweislich nicht korrekt erledigt wurde! - wird der Kunde beschissen. Anders kann ich es nicht nennen, wenn Leistungen berechnet werden, die nicht erbracht werden. Die vorsätzlich und systematisch berechnet und nicht erbracht werden.

 

Juristisch ist das Betrug. Auch wenn es - traurig genug! - der alltägliche Normalfall ist...

 

 

Gruß Michael


20.02.2013 20:32    |    kiaora

Zitat:

 

1. Ist das Umsatz, und nicht Gewinn.

2. Ist das nicht für nix, sondern der Kunde hat nen neuen Dichtring ;)

@Mark-86

 

zu 1. das ist wie oben erwähnt Gewinn da

zu 2. den neuen Ring der Kunde ohnehin hätte, da er ja schon vorhanden war (beim Ölfilter und damit bezahlt ) und nicht von den nicht verkäuflichen, vorgehaltenen Ringen entnommen werden mußte. ;):rolleyes:

 

Zitat:

Wenn einer das immer alles billiger kann, soll er mal machen...

Weil´s gerade so schön passt:

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.

(John Ruskin 1819 - 1900 )

 

Was aber nicht sagt, dass das Teuerste das Beste ist

 

In diesem Sinne - darüber nachdenken.

 

LG robert


23.02.2013 12:45    |    ToledoDriver82

Leider muß ich cng-lpg recht geben.

 

Ich war im letzten Jahr zweimal mal zum Kontrolieren und Vermessen meines Wagens wegen einseitig abgefahrener Reifen. Zweimal wurde die Arbeit erledigt(so stand es im Protokoll und Rechnung) und ich habe dafür bezahlt.

 

Am Donnerstag stand TÜV an, deswegen war ich Mittwoch in der Werkstatt wo ich auch den TÜV machen lasse(ich kenne den Meister schon sehr lange und auch privat). Ich habe ihn mal auf mein Problem angesprochen. Nach dem er sich die Protokolle meiner letzten Vermessung angeschaut und die Werte in seinem Programm nachgeschaut und verglichen hat, stellte er Ungereimtheiten fest. Werte pasten nicht und selbst wenn man die Werte aus dem Protokoll genommen hätte, wären sie auserhalb der vom Hersteller festgelegten Tolleranzen.

Das heist ich habe zweimal Vermessung umsonst bezahlt und mir völlig unötig meine Reifen zerstört. Wie kann das sein?

Ich muß also davon ausgehen das hier unfähiges Personal am werken war oder garnichts gemacht aber abgerechnet wurde.

 

Das es nicht gerade verdrauensfördernt ist und Kunde nur noch denken das sie beschissen werden ist doch normal.

 

Und was Ersatzteilpreise angeht. Es gibt heut genug Teile die besser sind wie die Originalen, viel länger halten und entweder gleich viel oder gering mehr kosten. Also ist es doch möglich Teile zuverbauen die länger halten bei fast gleichen Kosten...............das WILL man aber nicht und genau das ist das Problem.


23.02.2013 13:11    |    Automobiles_Leben

@ Toledo

Was hat man denn damals festgestellt als Ursache der fehlerhaften Spur? Ich meine die verstellt sich ja nicht von allein bzw. wenn sie nicht passt hat das ja Gründe. Die Werte und Messvorschriften zieht das Programm ja aus der Datenbank, je nach Fahrzeugtyp.

Was die Ersatzteile angeht ist es nun kein großes Geheimniss, dass es im Zubehör das gleiche Teil wie beim Fahrzeughersteller gibt, nur eben im Karton des Teileproduzenten inkl. Preisersparnis.


23.02.2013 15:20    |    ToledoDriver82

Beim erstenmal waren die Querlenker und Koppelstangen hin. Nach dem wechsel wurde alles eingestellt. Beim wechseln von Sommer auf Winterreifen stellte ich fest das die neuen wieder ausen abgefahren waren. Darauf bin ich wieder hin und habe es überprüfen lassen....Ergebniss...es wäre alles ok. Nach dem Winter zeigten meine Winterreifen aber die selben Verschleißerscheinungen also bin ich wieder zum Überprüfen gefahren...ohne das Fehler gefunden wurden.


24.02.2013 11:47    |    o2bo

Wenn 1 l Scheibenwaschwasser so viel kostet wie eine gute Flasche Wein, dann fülle ich selber auf und gönne mir und meiner Frau am nächsten WE vom gesparten Geld den Rebensaft.


24.02.2013 15:35    |    UURRUS

An alle hier, die sich über zu hohe Ersatzteilpreise beschweren(ich meine nicht die schlampig ausgeführten Reparaturen). Führt mal ein Autohaus wirtschaftlich und dann sehen wir weiter. Bin mal gespannt was ihr dann darüber schreibt. ;)


24.02.2013 16:27    |    kiaora

@ UURRUS,

 

warum kostet der Dichtsatz für das Automatikgetriebe bei BMW ca. 100,-- und der gleiche Dichtsatz bei Opel ca. 200,-- (ich kann die genauen Preise auch raussuchen). Kleines Detail am Rande - das 5L40-E Getriebe wird von GM erzeugt und ist im BMW 525d und im Omega 2.5DTI völlig gleich.

Hier könnte ich noch mehrere Teile aufzählen, wo es so große Diskrepanzen gibt.

Gibt es dafür eine nachvollziehbare Erklärung?

 

LG robert


24.02.2013 16:45    |    ToledoDriver82

Warum werden "minderwertige" Teile verbaut, wo es doch zu fast gleichen Preisen bessere gibt? Und ich rede nicht von billig Teilen von Auktionshäusern. Warum wird bei der Rostvorsorge gespart wo es doch heutzutage so viele gute Möglichkeiten gibt? Wird ja immer hin gutes Geld für neue Autos verlangt.

 

Achja, jetzt weiß ich´s wieder.....man will ja was verkaufen....was lange hält bringt kein Geld....eine saublöde Einstellung wie ich finde.

Was bringt es mir zig tausende Autos zubauen die dann rum stehen weil sie keiner kaufen kann oder wegen der Qualität keiner kaufen will.

In einem Bericht hat mal ein Manager gesagt, das es billiger ist Überkapazitäten zuproduzieren als garnichts zuproduzieren.....klasse. Rohstoffe verbrauchen für nichts ist besser wie keine zuverbrauchen...ich kann ja vor lachen nicht.


25.02.2013 10:56    |    där kapitän

Das ist leider ganz normale Praxis.

 

Ich kenne das aus meiner Branche auch. Wenn man dem Kunden eine 20 kV Mittelspannungsstation mit u.A. Leistungsschaltern plant und baut, dann kostet der besagte Schalter z.B. 5.500 bis 6.000 Euro. Marke sage ich jetzt mal nicht, da die sich alle nichts nehmen.

 

Geht etwas kaputt (Aufzugsmotor, Antrieb, Kontaktteile o.ä.), bezahlt man für die Teile ganz andere Preise im Service.

Ich hab mir anfangs mal den Spaß gemacht und habe mit Servicepreisen so einen Schalter zusammengestellt.

Würde ich den Schalter aus Servicepreisen kaufen, käme er über 30.000 Euro. Derselbe Schalter. Aber eben nur, weil ein Aufzugsmotor statt 170 Euro auf einmal 800 Euro kostet, und so zieht sich das hin bis auf über 30 große Scheine.

 

Von daher wundert mich überhaupt nicht, dass Ölpreise pro Liter über 20 Euro liegen, mittlerweile. Mein ganzer 5 Liter Kanister von Highstar hat 18 Euro gekostet. Filter besorg ich mir im Baumarkt und Kerzen auch, den Rest beim Teilemann im Ort, und nur was ich gar nicht selbst machen kann (Zahnriemen, WaPu und Xenon-Vorschaltgerät habe ich auch selbst gemacht), lasse ich machen.

 

Und auch da gehe ich in eine freie Werkstatt, die besorgte Teile akzeptiert und die Arbeiten auch macht, statt aufzuschreiben.

Ich fahre im Vectra seit zweieinhalb Jahren ein generalüberholtes Lenkgetriebe für ein Viertel des Preises des Opel-Austauschgetriebes, das kam 1.000 Euro damals, nur das Getriebe. Da habe ich einen Lenkungsspezialisten angefragt und der hatte mein komplett überholtes Getriebe als Austauschteil für knapp 250 Euro. Inklusive Einbau und Zurückschicken des Altgetriebes lag ich bei 580 Euro.

 

Und man muss auch dazu sagen, dass Opel bis 2004 Dichtungs-/Reparatursätze für seine Lenkgetriebe verkauft hat. Mein altes Getriebe war nur undicht. Dann hat Opel gemerkt, dass man mit kompletten Getrieben mehr verdient und seit 2005 gibt es die Dichtungssätze nicht mehr. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Denn vorher ging es doch schließlich auch, ohne ein neues Getriebe für 1000 Euro (!) kaufen zu müssen.

 

Es geht mir nicht ums Kaputtsparen, aber wenn es gute günstige Alternativen gibt, und es teilweise leichte Arbeiten sind, dann regel ich das anders bzw. selbst.

 

Denn was ist an einer Ölablassschraube oder einer Wasserpumpe gegenüber den Teilen, mit denen ich im Alltag zu tun habe (die wirklich klein, schwarz und hässlich machen, wenn man pfuscht, gerade im Elektrobereich), nun so dermaßen anders, dass da Halbgötter in Weiß Mondpreise für verlangen?

 

Und Bremsen waren auch so ein Thema. Drei Mal á 5.000 km habe ich neue Scheiben gekriegt, originale. Ständiges Rubbeln und keine Bremswirkung, trotz Einfahrens, die ersten Scheiben haben 155.000 km gehalten (ich bin also kein Heizer oder Kaputtfahrer). Erst als ich mir selbst bei Ate gescheite Scheiben und Klötze besorgt hab, war das Ergebnis zufriedenstellend.

Ich weiß, die Regel ist das nicht. Aber jetzt habe ich wenigstens für den gleichen Preis wie bei Opel die Powerdiscs an der Vorderachse, die rosten im Winter nicht an wie die serienmäßigen Scheiben (der Wagen fährt nur noch von 04 bis 10).

 

cheerio


25.02.2013 11:11    |    där kapitän

Das Krümelmonster ist übrigens total niedlich. :)

 

cheerio


25.02.2013 11:24    |    ToledoDriver82

Das mir den Bremsen hab ich auch schon zweimal erlebt. Das erstemal bei meinem Opa seinem A4. Hatte nen heiden Geld bezahlt und dann waren die waren die nach 30tkm fertig. Hab ihn dann mal in die Werkstatt geschickt wo ich immer hin geh. Der Meister kannte das Problem und durch viel Erfahrung hatte er welche gefunden die nur 2/3 vom original Preis kosten aber fast doppelt solange halten.

 

Und bei meinem Dad seinem Octavia RS war es so, das nach dem wechseln der hinteren Scheiben und Klötzer es nur Probleme gab. Es war ein heftiges rubbeln zuspüren, die Bremsleistung war schlecht wie vorher. Zwei Nachbesserungen ergaben laut Werkstatt keine Erkenntnisse....bis eine andere Werkstatt einfach mal die neuen Scheiben ausgebaut hat und mal ein paar andere reingemacht hat...plötzlich war alles fein. Wieso hat das die andere Werkstatt ne geschafft?

Dabei ist ihnen aufgefallen das auch die vorderen Bremsen eine Erneuerung notwendig haben da beide Scheiben einen Riß zeigten und die Klötzer fast runter waren.

 

Sowas kann doch nicht sein. Ich geh in eine Werkstatt und frag ob alles ok ist, man sagt mir ja und es ist nicht so.....und dann bezahl ich auch noch richtig Geld dafür.


25.02.2013 17:51    |    Automobiles_Leben

Nur um das noch mal ganz deutlich zur Geltung zu bringen: Es ging mir nicht darum gute Werkstatt, böse Werkstatt zu spielen. Ich wollte mit dem Artikel rüber bringen, dass man diese Dinge auch lesenswert und lehrreich hätte verpacken können, so das der Leser daraus einen echten Vorteil für sich rausholen kann. So hätte man ein Gespräch zwischen Werkstatt und Kunde wiedergeben können wie es vor einer Inspektion sein sollte, oder was man ergänzend selbst vorweg nehmen kann und eben genau diese Dinge. Wenn es meine Zeit zulässt werde ich zu diesen Dingen noch ausführlich schreiben, aber im Moment sehe ich da leider ehr schwarz.

 

P.S.

Ah ok Herr Kapitän, ich werde es an die Fotografin weiterleiten. ;)


26.02.2013 10:06    |    där kapitän

Ich hab schon verstanden, was Du mit dem Artikel sagen wolltest. Allerdings ist das ja übergreifend auf alle Themen, die Recherchearbeit erfordern, gleichermaßen zutreffend.

 

Handwerklich schlechter Journalismus oder einfach nur dümmliches Abschreiben, eine "gefühlte Meinung" ohne Fakten zu verkaufen ist halt heutzutage angesagt.

Reißerische Überschriften tun das Übrige.

 

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mir Feinde mache, aber man merkt es vielen Artikeln an, dass zwei Drittel aller Journalisten in Deutschland dem grünsozialistischen Gedankengut zugetan sind.

 

Wenn ich nämlich sehe, wie übergreifende Themen selbst im deutschsprachigen Ausland beschrieben und diskutiert werden, da kann man hier nur noch die Zeitung Zeitung sein lassen und gehen.

 

Dazu fällt mir ein schönes Video in drei Teilen ein:

 

http://www.youtube.com/watch?v=EYYclQmqU7Q

 

Für den zweiten Teil des Videos sehr passend: Meine Frau ist auch ursprünglich Biochemikerin gewesen und kann das Gesagte 1:1 bestätigen. Heute arbeitet sie auch in der Pharmazie, als Selbständige.

 

Selbst einfache Zusammenhänge wollen oder können heute nicht mehr vermittelt werden. Aber dazu alles in dem Video. Kann ich in allem leider nur bestätigen. "Entwicklungsland" Deutschland.

 

cheerio


07.03.2013 09:21    |    kjw1980

Einfach ein großartiger Artikel, den Du da verfasst hast.

Du triffst den Nagel absolut auf den Kopf.:D


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