Automobiles_Leben

Aus dem täglichen Leben mit dem Automobil und den Menschen die sie fahren.

23.02.2013 19:07    |    Automobiles_Leben    |    Kommentare (12)

Jeder kennt sicherlich Situationen in denen man glaubt, unfreiwillig in der Szene eines schlechten Filmes gelandet zu sein. So geht es mir in letzter Zeit sehr oft wenn es um ältere Technik geht, die mir vorstellig wird und scheinbar Opfer einer "gut gemeinten Hinrichtung" wurde. Was ich damit meine? Ich rede hier von Fahrzeugen die schon lange zum "alten Eisen" gehören und von den Besitzern oder Werkstätten förmlich kaputt repariert werden. Man denkt an dieser Stelle immer, dass der Mensch hier eine einmal erworbene Fähigkeit wieder verlernt hat. Warum? Na schauen wir mal.

 

Bei aktuellen Fahrzeugen wird oft das Wort "Baugruppe" verteufelt, denn es steht vielfach für ein Bauteil das wegen eines defekten Pfennigartikels komplett ersetzt werden muss. Ich glaube übrigens das ein Großteil der Hasstiraden die daraus entstehen, hier den Laden erst richtig am laufen halten oder? Und nein, dass sind nicht diese kleinen Desserts.

 

Wie dem auch sei, dieses Problem hat man bei vielen alten Fahrzeugen nicht und dennoch wird gerne großflächig ersetzt, obwohl das gar nicht nötig wäre. Ganz besonders fällt mir dieser Niedergang der Reparaturbereitschaft bei den alten Dieselfahrzeugen auf, die von ihrem Wartungspersonal noch ein paar graue Zellen einfordern. So werden Reiheneinspritzpumpen von den Werkstätten quasi verteufelt und deren mechanisches Werk als nicht reparabel eingestuft. Als vor 3 Jahren der letzte Boschdienst in meiner Gegend, der sich noch mit Hingabe diesen Dingen widmete seine Tore schloss, standen plötzlich viele Freunde von alten Autos, Nutzfahrzeugen und Landmaschinen vor einem Problem. So richtig wollte da keiner mehr heran und der nächst größere Boschdienst hatte dazu weder Lust noch Zeit, kümmerte man sich derweil doch schon in Vollzeit um die Common Rail Generation.

So weit zurück müssen wir beim Fahrzeugalter jetzt auch gar nicht gehen, denn als ein Bekannter mit seinem LT, Baujahr 88, in die Werkstatt fuhr um dort die Einspritzdüsen einstellen zu lassen, schickte man ihn direkt wieder Weg. "Fragen Sie mal da und da, ich glaub die machen so was noch..." hat ihm der Meister noch zugerufen. Ob er das selbst geglaubt hat?

 

Statt dessen wird so mancher Lückenfüller eingesetzt um dem Reparaturstau entgegen zu wirken und so wundert es mich nicht mehr was da aus mancher Pumpe heraus kommt. Es sind quasi meine persönlichen Ü-Eier, wobei sich das auch mehr und mehr zu einem reinen Sammelbecken für Flüssigdichtmittel wandelt.

Aber auch im kleineren Umfang will man nicht mehr so richtig an die Sache ran, denkt man beispielsweise an exotische Generatoren. Wird beim Standardmodell aus den 80ern vll. noch der außenliegende Regler getauscht, hört der Spass spätestens beim Plandrehen der Schleifringe auf. Das dies in einem akuten Fall der Dauerübeltäter abgebrochener Kontaktkohlen war, hab ich mir übrigens ausgedacht. Ahäm.

Kürzlich wurde ich übrigens auch als Idiot beschimpft, als ich mittels Ferndiagnose einen verbrannten Kontakt der Zitterspule eines G-Reglers attestierte. Ich vermute der Mann hat in den 80ern zuviele schlechte Schmuddelfilme gesehen und das von mir verwendete, seinerzeit gebräuchliche Vokabular, missgedeutet. Vll. konnte er meine Erklärungen im heimischen Schlafbereich dann doch noch umsetzen, wenn sie am Motor schon nicht ankamen.

 

Wenn ich jetzt mal alle gesammelten Erfahrungen der letzten Wochen zusammenfasse, muss ich mich ernsthaft fragen ob es tatsächlich so schlecht um das Gewerbe steht. Meine Bestandsaufnahme fängt mit der Werksattausstattung an. Wenn ich durch die Pkw Halle gehe, so muss ich sagen bin ich fast schon gelangweilt. Da steht das sagenumwobene Diagnosegerät, das Klimagerät, die Maschinen für Reifen und eine Menge Zeug für Modell X und Motor Y. Alles schön und gut, aber alles was ich da sehe hat soviel Reiz wie ein Fußsack. Frei nach Bud Spencer übrigens.

Wirklich spannend wird es erst wieder wenn ich ich in die Schwerfahrzeugabteilung gehe. Da sind meine Prüfstände, Messgeräte,Prüfuhren, die gute alte Drehbank, die Pressen und vieles mehr. Hier fühlt man sich wie zu Hause und weiß das man gegen alle tückischen Mängel gewappnet ist. Ja so denkt man.

 

Leider steht man damit allein, denn wie mir erst kürzlich verkündet wurde ist das alles nur komplizierter Mist, während in der Pkw Abteilung alles "geil" ist. Am Porsche das Fertigteil zu wechseln und dann die Bremsanlage entlüften ist "geil" teilt man mir mit. Bei einem Tatra eine Komplettüberholung zu machen und alle Leitungen selbst anzufertigen ist aber ungeil. Beim Sportwagen mal kurz eine kleine Inspektion zu machen wird stilisiert, während die Inpektion beim Elefanten wieder uncool ist. "Da muss man ja Ventile einstellen, und ..moah und so viele Ablassschrauben", hallt es da wieder.

Wißt ihr da passt der Spruch "mehr Schein als Sein" eigentlich ganz gut. Der Großteil will scheinbar einfach mit dem eigentlichen Handwerk gar nichts mehr zu tun haben und degradiert sich selbst immer weiter herab. Der Schein vom Fahrzeugreparieren wird soweit wie es der "Flair" benötigt auch gewahrt, aber endet dann ganz abrubt. Bis auf die Ausnahmeerscheinungen geht der Ehrgeiz wohl irgendwie verloren. Die Tatsache das mein 87 jähriger Großvater und mein Vater verzweifelt versuchen gegen die immer größer werdende Lawine von vorgeführten Fahrzeugen an zu reparieren, bestärkt mich darin noch zusehends. Immer wieder prasseln die gleichen Geschichten auf uns ein, die meistens darin enden, dass keiner weiter helfen wollte oder konnte.

Es muss wohl immer auch ein bischen am Willen liegen, denn auch ich habe irgendwann das erste Fahrzeug von Henschel oder Kaeble vorgesetzt bekommen und bin auch nicht in Tränen ausgebrochen, sondern habe Unterlagen besorgt. So z.B. auch als ich verzweifelt versuchte den Zündzeitpunkt bei einem Uraltmotor einzustellen und mein Großvater mir, nicht ohne Häme, die "Einspritzdüsenreguliermeachnik" , nettes Wort übrigens, erklärte die das übernahm. Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits vor Wut über das nachrüsten von Langlöchern nachgedacht, weil man die damals bestimmt einfach noch nicht kannte. Auch hier wieder mein obligatorisches "Ahäm".

 

Also liebe Werkstätten, Mechaniker und Elektriker, steigt mal wieder voll in das Geschehen ein. Es wartet viel Arbeit da draußen und auch wenn die nicht immer ganz bequem ist, müsst ihr nicht davor weglaufen. Auch wenn man danach aussieht wie ein Schornsteinfeger und ganze Nächte damit verbringt Teile anzufertigen oder alte Unterlagen zu wälzen. Zeigt mal wieder Flagge statt zu überlegen mit welcher Werbeaktion man die Leute zum Öl- oder Bremsbelagwechsel lockt.

 

Ganz im Sinne dieses Artikels habe ich das Logo der alten Handwerksordnung mal neu aufgesetzt

 

Ich wünschhe allseits ein schönes Wochenende


20.02.2013 18:37    |    Automobiles_Leben    |    Kommentare (8)

Nach dem ich mich nun mehrfach mit Artikeln zu Wort gemeldet habe die relativ wenig technischen Nährwert hatten, geht es dieses mal um die schmierige Seite der Angelegenheit. Genauer gesagt werde ich hier mal den Spagat wagen und den Mythen der Ersatzteilbeschaffung auf den Grund gehen.

 

Kennt ihr nicht auch diese Diskussionen in denen mal wieder zwei Fraktionen voreinander stehen und nicht so richtig von der Stelle kommen? Genau so geht es immer wieder wenn es um die Ersatzteilbeschaffung geht und wirklich mit Fakten hat mir noch keine Seite etwas belegen können.

Wenn man genauer nachfragt weiß man es dann plötzlich nicht mehr ganz so genau, weil es eigentlich nicht bei einem selbst vorkam, sondern beim Schwager, des Nachbarn der jüngsten Tochter des...na sagen wir mal kürzlich verstorbenen Milchmannes. Ziemlich sicher ist man sich aber, dass er Hans Peter hieß. Nun ja ich schweife ab.

Da gibt es ja die einen die behaupten ein günstiger Artikel wäre besser, oder mindestens ebenso gut wie ein teures Markenersatzteil, während die anderen erstere Kategorie generell als mangelhaft abtun. Wir haben also die WC Parole "einmal kaufen, aber Qualität" gegen " für das Geld hätte ich zehn bekommen".

 

Da wollen wir doch mal Fakten schaffen denkt man sich und guckt mal kurz was an Fahrzeugen am Lager ist. Weil wir aber, da darf sich jeder Leser mit einbeziehen, die harte Garde sind die quasi die Bremsflüssigkeit erstmal selbst verkostet bevor sie in das Vehikel gepumpt wird, machen wir jetzt nicht den Test H7 Glühbirne a vs. b. Nein, wir suchen uns was unbequemes aus.

Ich sage wir nehmen Radlager und damit die Sache rund läuft gleich alle die da sind. Vorne und hinten. Ja vorne, auch wenn man sie lieber 50 mal hinten erneuert.

Natürlich machen wir einen kleinen Mix aus günstigen und teuren Teilen damit wir den tatsächlichen vergleich haben.

 

Der Kauf

Wir fangen mal vorne an und so bestelle ich erstmal das vordere Radlager im Internet, oder sagen wir mal besser gesagt zwei. Für 28 € plus Versand bekomme ich nämlich gleich zwei Stück und einzeln hat es der Händler gar nicht im Programm. Die beiden hinteren, ebenfalls im Set, gibts mit Zubehör für 12 Euro.

Teurer sind da die Teile aus dem Fachhandel, die mit 69,70 Euro für das vordere und ca. 30 Euro für das hintere Set zu Buche schlagen. Wohlgemerkt jeweils 1 Stück. Wir stehen also im Punkte der Kosten bei 40€ zu aufgerundet 100€. Dabei muss allerdings immer bedacht werden, dass man für 40 Euro ja doppelt so viel Material bekommt.

 

Los gehts

Ja dann wollen wir also mal und fangen gleich vorne an. Zentralschrauben gelöst,Räder runter, Bremsen zerlegt, Traggelenke ausgehängt und die Antriebswellen aus den Naben gezogen. Dann die Naben selbst abgezogen und die Lager ebenso. Geht doch fast von allein, he?

Rein äußerlich unterscheiden sich die neuen Lager erstmal überhaupt nicht und auch ihre Montageteile sind vergleichbar. Lediglich die Verpackungen und Kennzeichen auf den Lagern sind unterschiedlich, denn das günstige Set kommt gänzlich ohne Herstellerkennung aus. Es gibt einen neutralen Karton und keine Aufdrucke am Lager selbst. Das Teil aus dem Fachhandel hat einen Karton mit Herstellerlogo und einen Verwendungsnachweis darauf, sowie ein Hinweisblatt (keine Anleitung!) mit dabei. Soweit gibt es also keine wesentlichen Unterschiede die ich erkennen könnte, außer dass die beigelegten Schrauben unterschiedliche Köpfe haben. Die Onlinevariante einen 24er Schlüsselkopf, die vom Händler einen 24er Inbus. Der Größte Unterschied ist mit blossem Auge nicht zu sehen und mittels einer Waage habe folgende Werte(Lager) ermittelt: Onlineteil 206g, Händlerteil 267g und das Altteil 271g.

Das Ersatzteil aus dem Onlineversand habe ich links verbaut und das vom örtlichen Händler rechts.

 

 

Nach dem wir also vorne wieder für klare Verhältnisse gesorgt haben, verlagern wir unser Spektakel nun an die Hinterachse. Also alles wie gehabt, Räder ab, Bremse beiseite und runter mit der Radnabe. Zum Glück entfällt hier der Abziehvorgang des Lagers und den allerseits bekannten Lagerwechsel werde ich jetzt nicht zum 398. mal runterleiern. Nicht etwa weil ich zu faul wäre, sondern weil > hier sinnvolle Erklärung einfügen<. Nein im ernst, wenn das wirklich jemanden interessiert schreibe ich dazu gerne mal einen Bericht.

Gibt es aber nun bei den hinteren Lagern einen Unterschied zwischen den Ersatzteilen? Rein von der Verpackung ändert sich nichts. Das Onlineteil kommt wieder im neutralen Karton daher und die Teile unterscheiden sich rein äußerlich nicht von den Altteilen die ausgebaut wurden. Bis auf eine Ausnahme, nämlich den Simmering der die Nabe auf dem Achsstummel abdichtet. Während das ausgebaute Teil eine immer noch sehr geschmeidige Dichtlippe besitzt, wirkt die des Neuteiles sehr hart und unbeweglich. Die Lagerschalen lassen sich ohne Probleme montieren und auch sonst gibt es keine bösen Überraschungen, außer dem viel zu kleinen Splint der die Kronmutter sichern soll, denn der fällt komplett durch die Bohrung hindurch. Das kann man aber nun wirklich verschmerzen und greift in das heimische Ersatzteilregal zu passender Ware. Auch hier wiege ich mal nach und erhalte beim Onlineteil 67g, beim Händlerteil 73g und schlussendlich beim Altteil 75g.

 

 

Das zweite Set verhält sich an der Hinterachse nicht anders als sein Gegenstück an der Vorderachse. Der Karton mit Herstellerlogo und ein Verwendungsnachweis sind auch hier präsent und auch ein Faltblatt mit Hinweisen ist wieder dabei. Nur um das klar zu sagen, es handelt sich weder vorne noch hinten um eine Montageanleitung die einem Drehmomente etc. mitteilt, sondern nur um die obligatorischen Sicherheitshinweise. Im Set dabei sind im Prinzip alle Teile die auch beim güstigen Set dazu gehören, außer dass es ein zweiter Splint mitgeliefert wird. Das Lager passt also sicherlich für 2 Fahrzeugtypen, denn benötigen tun wir ja nur die größere Variante. Der Simmering wirkt ähnlich elastisch wie sein Vorgänger und bildet damit den einzigen Unterschied zum günstigeren Radlagersatz, denn der dort verwendete ist wesentlich steifer.

Zusammenfassung

 

Der Wagen hat also nun vier neue Radlager bekommen, wobei die linke Seite aus dem Onlinehandel stammt und die Teile der rechten Seite vom örtlichen Ersatzteilhändler. Der Preis ist dabei stark unterschiedlich ausgefallen und bei der Montage hat sich kein Set einen wirklichen Patzer erlaubt, der eine negative Beurteilung zulassen würde. Damit wir recht schnell eine hohe Kilometerleistung erreichen, habe ich auch schon einen perfekten Einsatzzweck für den Wagen gefunden. Alexandra ist beruflich viel unterwegs und ihr derzeitiger Wagen würde, um die begehrte Plakette zu erlangen, einen erheblichen Betrag verschlingen. Deshalb übernimmt sie unseren "Testwagen" der zwar ebenfalls betagt, aber trotzdem noch gut in Schuss ist und wird hoffentlich in Rekordzeit etliche Kilometer damit fahren. Damit haben wir also eine win-win Situation erreicht. Eine engagierte Berufseinsteigerin bekommt einen verkehrssicheren Wagen und ich meinen Test.

 

Warum?

 

Warum mache ich mir diese Arbeit eigentlich? Die Frage lässt sich sehr einfach beantworten, wenn man sich die anfangs geschilderten Umstände nochmal durch den Kopf gehen lässt. Wenn mich jemand zu der Thematik der Ersatzteilpreise und deren Qualität fragt, dann könnte ich natürlich pauschal eine Antwort geben. Wenn man diese aber dann in Frage stellen würde, wie soll ich dann argumentieren? Soll ich mich darauf berufen dass dieses oder jenes ja allgemein bekannt ist und damit zur "Universalwahrheit" wird? Der Punkt ist doch dass ich dann nichts in der Hand habe, dass auf Fakten beruht und wenn ich mich dazu äußere, möchte ich mich schon auf Tatsachen berufen können. Mir ist allerdings schon klar das, egal wie diese Sache verläuft, am Ende einer sagen wird "Ja aber das ist doch alles Quatsch!". Von mir aus, das muss wohl so sein.

Mal ganz abgesehen davon hat ein gutes Auto zurück auf die Straße gefunden und erfüllt dazu noch einen guten Zweck (eigentlich ja sogar zwei), statt einfach vor sich hin zu vegetieren.


16.02.2013 13:11    |    Automobiles_Leben    |    Kommentare (35)

zeitungzeitung

Als ich bei meinem Zeitschriftenhandel gerade neue Lektüre nachgeladen habe, wurde ich mal wieder mit einer sog. Fachzeitschrift für Automobile konfrontiert. Die junge Dame hinter dem Tresen weiß, dass ich jenes Regal gezielt umschiffe und hält lächelnd das Exemplar vor sich. Würde jetzt noch die Musik des weißen Hais gespielt wäre die Szene für mich komplett und erst die Drohung den "Schöner wohnen" Aufsteller umzukippen lässt sie inne halten.

 

Ich erkenne allerdings schon aus großer Entfernung die Schlagworte: miese Werkstatt-Tricks, schamlos, skrupellos,Abzocke und Kundenfalle. Weil noch nicht viel los ist bekomme ich noch einen Kaffe spendiert und gemeinsam sezieren wir diesen Artikel, der mal wieder in das typische Bild passt das man gerne zeichnen möchte. Nicht zuletzt wegen einiger ähnlich klingender Artikel fallen mir diese Zeitschriften immer wieder auf und desto mehr meide ich sie.

 

Als erstes fällt mir da der Supertrick mit dem Waschwasser auf. Das soll man am besten gleich selber befüllen, da die Werkstätten für satte Preise nachfüllen und die Inspektion deshalb teurer wird. Kurz gesagt: Die Werkstatt füllt etwas nach und berechnet es dann. Skandalös. Ich will nicht ausschließen das es vll. schwarze Schafe gibt, die hier gerne etwas mehr berechnen wollen als nötig, aber ist das denn die Regel? Statt den Artikel so zu schreiben wäre es doch ev. sinnvoller, mal einen mehrseitigen zu schreiben in dem man zeigt wie man eine Vorabinspektion selbst macht, bevor man zur Werkstatt fährt. Dabei hätte man doch auch so ganz nebenbei in einer freundlichen und erklärenden Weise erwähnen können, dass dies den Inspektionspreis zusätzlich senken wird.

Statt also tatsächlich zu informieren und Tips zu geben, wird lieber wieder der Sturm im Wasserglas inszeniert. Oder eben im Waschwasserbehälter und keine Angst die 2 Euro lege ich dafür freiwillig in die Wortspielkasse.

 

Das nächste Verbrechen in Serie spielt sich im Kleinteileregal ab, denn Zitat "Kleinvieh macht auch Mist". Diese Dinge eignen sich laut Artikel bestens zum frisieren der Rechnung. Schön zu sehen das man den Werkstätten hier gleichzeitig auch etwas beibringen möchte, wenn mir dieser Umkehrschluss erlaubt ist. Gleich über dieser These ist ein Bild auf dem man einen Kasten Kotflügelscheiben etc. sehen kann. Besonders bei dem Bild musste ich fast lachen, denn wie oft war bei uns das Fach mit den Muttern und Scheiben leer, obwohl laut den Teilescheinen im laufenden Jahr kein einziges Stück verwendet wurde. Der Satz zum Lehrling "hol mal ein paar 8er Muttern!" führte häufig dazu, dass statt der benötigten 6 Muttern 20 an kamen und der Rest in die Werkzeugkiste des Gesellen "umgelagert" wurde. Allerdings tauchte auch kein Stück auf der Rechnung auf.

Aber mal ehrlich, tauchen denn bei euch wirklich im Rahmen einer Inspektion 50 Scheiben auf, die man euch auf Nachfrage als "total verschlissen" deklariert? Genau das steht nämlich in dem Artikel. Man soll sich das genau zeigen und erklären lassen.

Nun mal Spass beiseite, was soll denn das typische Kleinmaterial bei einer Inspektion sein? Eine Sicherung? Zwei? Der Dichtring der Ablassschraube? Machen diese Posten wirklich in der Gesamtsumme so viel aus, das man hier massiven Betrug vorwirft? Bei einer Inspektion lasse ich mir das ja noch gefallen, nur was soll jetzt der Tip wenn jemand einen massiven Motorschaden hat bringen? Da baut sich der Preis doch alleine durch andere Dinge schon hoch genug auf und wird sicherlich nicht durch "falsch" abgerechnete Kupferringe etc. dominiert.

 

Kommen wir nun zum Klassiker des Werkstattalltages, laut Artikel jedenfalls, denn der besteht aus dem Einbau von unnützen Neuteilen. Nein, nein nicht etwa weil man sich bei der Stellung der Fehlerdiagnose getäuscht hat, sondern aus purer Geldgier. Das müsste dann, folgt man der Logik des Artikels, und laut dem schmucken Bild daneben ungefähr so ablaufen: Während im Hintergrund langsam "good fellas" ertönt ,betritt der Meister das Büro und verkündet dem Kunden böses. Neue Bremsscheiben und Klötze sind fällig, auch wenn ihm das so noch gar nicht klar war. Die sicherlich vollkommen sinnfreie Kontrollleuchte im Kombiinstrument mit den Bremsbacken darauf, ist übrigens nur ein dreckiger Spitzel der Werkstätten, der den Fahrern falsche Informationen verkauft. Entschuldigung für die Ausdrucksweise. So lautet denn die Order des "Don" an den Gesellen: "Du weißt was du jetzt zu tun hast!" bzw. an den Kunden "Sie wissen ja was mit Leuten passiert die das nicht machen lassen". Am besten hängt dann noch ein Ausschnitt aus einer bekannte Tageszeitung an der Wand, mit der Schlagzeile " 18 jähriger springt mit Auto in Kirchenturm - hat der Keilriemen versagt?".

 

So oder ähnlich muss der Autor sich das wohl vorstellen. Sie werden gleich schockiert sein. Das stimmt sogar. Na ja fast. Also einigen wir uns auf ein "Ja, aber". Wenn Werkstätten erkennen, dass jemand bei der Inspektion nur noch wenige Kilometer fahren kann bis tatsächlich eine Meldung angezeigt wird, fragen sie tatsächlich nach ob vorher instandgesetzt werden soll. Warum? Es gibt zum einen Kunden die nicht 2 Wochen nach der Inpektion wieder in die Werkstatt wollen und daher schon vorher tauschen lassen, während andere ganz einfach nicht kommen können. Wer den Wagen beruflich nutzt, will zu den vereinbarten Terminen in die Werkstatt kommen und nicht außerplanmäßig wieder dort hin zurück. Das nennt man Kommunikation. Diese findet im Idealfall zwischen Kunde und Kundenbetreuer statt, hat nichts mit Abzocke zu tun. Davon schreibt man hier allerdings kein Wort.

 

Zu guter letzt muss auch das Motoröl dran glauben. Ich mache es kurz, denn es ist spät. Man soll es selbst mitbringen und die Werkstätten, wer hätte das gedacht, rechnen angebrochene Gebinde komplett ab. Ja, da strahlen die Augen des Autors bestimmt, denn wer hat sich über die Ölpreise der Werkstätten nicht schon mal geärgert? Das ist doch mal ein Argument.

Ja natürlich ist das Öl ein steter Preisfaktor bei unseren Autos, doch statt nur wieder pauschale Tips zu geben hätte man den Lesern das auch besser erklären können. Ein sog. "how to" wäre hier wieder die bessere Wahl gewesen. Statt blasser Aussagen mal ein sachlicher, technischer Artikel zu diesem Thema, das wäre lesenswert. Das warum, woher, wie und weshalb ist hier wieder gar nicht Mittelpunkt der Sache, sondern nur wieder irgendwas das gut dahin passt. Das mit den angebrochenen Gebinden ist ja wieder so eine Reisserei, die ich spätestens bei den großen Werkstätten nicht mehr gelten lasse. Wo bitte füllt man da Öl aus Kanistern ein, statt aus großen stationären Behältern bzw. Anlagen o.ä. ? Gerade jetzt wo Partikelfilter zum Einsatz kommen und auch das Öl dabei nicht ganz unwichtig ist, hätte man die zwei Seiten auch besser nutzen können.

 

Zum "Pauschalauftrag" sage ich jetzt mal gar nichts, denn die Kunden die in der Werkstatt sagen "Einmal alles was muss, egal was es kostet", sind wahrscheinlich die, welche auch ihren Hund im Handschuhfach vergessen. Oder eben den 2500€ Damenschuh unter die Leckage der Ölwanne stellen. Ja, so was gibt es.

 

Ich schließe hier mal mit dem einfachen Wunsch ab, die Zeitschriften würden wieder etwas mehr auf die Kernpunkte zurück kommen. Statt Themen immer nur oberflächlich anzukratzen, mal wirklich in die Tiefe zu gehen und den Lesern etwas zu vermitteln. Hier haben wir mal wieder das typische Beispiel zu sehen bekommen, wie man lieber zum x. Mal etwas schreibt, ohne dass jemand wirklich was damit anfangen kann. Besonders die großen Redaktionen enttäuschen mich, denn diese hätten die Möglichkeiten wirklich etwas auf die Beine zu stellen.

 

Und natürlich vielen Dank an Carina für die sehr realistische Fotonachstellung der Szene, auch wenn ich das anders in Erinnerung hatte.


13.02.2013 20:12    |    Automobiles_Leben    |    Kommentare (7)

Wenn wir auf dieses Bild hier schauen, was sehen wir dann? Nun, wer in der Kunst unbewandert ist wird sagen, hier wäre nur Rost und viel Spachtelmasse zu sehen, doch da öffnet er seinen Geist nicht weit genug für das hier vorliegende Werk. Hier handelt es sich mehr um den Versuch, auf kunstvolle Art und Weise zu zeigen, dass der äußere Schein nur Fassade ist, während hinter jeder Schicht noch eine weitere liegt. Der nahtlose Übergang der "Fassade" in den Verlauf der hochwertigen Kunststoffleiste, lässt auf einen wahren Meister schliessen, der dem Verkäufer des Werkes leider nicht namentlich bekannt ist. Nicht viele beherschen die Fertigkeit den Karosserieschmuck in Stärken über 1 cm aufzutragen, der in seiner Massivität an die undurchdringbare Stärke und Sicherheit der Modularpanzerung eines Kampfpanzers erinnert. Die Botschaft die uns dieser feinste Stuck vermitteln möchte springt uns förmlich entgegen und schreit "Kraft und Stärke!". Im krassen Gegensatz dazu steht dabei die zweite Schicht. Sie soll die Depression nach der vorangegangenen Überschwenglichkeit darstellen. Man möchte fast soweit gehen und behaupten der Schöpfer wollte dem Betrachter damit die Vergänglichkeit allen Seins aufzeigen. Fast trotzig deutet das Loch in der Fläche an, dass auch nach dieser depressiven Phase des Seins nicht das Ende erreicht ist, sondern nur der Übergang in tiefere Sphären beginnt. Der Künstler unterstreicht dieses imposant und zugleich brillant einfach durch Einsatz von Wasser. Der Stoff des Lebens. Hinter Blendwerk und wahrer Depression versteckt sich die Basis des Lebens auf diesem Planeten. Simpel aber eindrucksvoll. Die Diskrepanz der Zusammenhänge erschlägt den Betrachter fast, denn während das Wasser einerseits für das Leben steht, hat es auch zur Schaffung der Depressivschicht beigetragen. Dem Verfall. Erst kürzlich zeichnete eine unabhängige Prüfungsorganisation das Gesamtwerk mit einem Schreiben aus.

 

Nach dieser etwas humoristisch angehauchten Niederschrift, kommen wir mal wieder zurück in die Realität. Liebe Autoverkäufer, dreht Fahranfängern bitte nicht solche Autos an und verlangt noch unverschämte Preise dafür. Autos bei denen die Achsaufnahmen schon zu 90% abgerostet sind, gehören nicht auf die Straße und ich denke das wisst auch ihr. Danke.


10.02.2013 18:05    |    Automobiles_Leben    |    Kommentare (3)

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Wie das Ersatzteil zum ersetzten Teil wurde

 

Oder:

Wenn Ersatzteile die nächsten Schäden vorprogrammieren

Vor nicht all zu langer Zeit wurden Reparaturen aufgrund der Preise meistens mit etwas sachkundiger Hilfe selbst ausgeführt und der Geldbeutel durch den eigenen Einsatz etwas entlastet. Diese Hilfe habe ich immer gerne beigesteuert wenn dadurch ein Fahrzeug wieder sicher auf Straße kam. Die Besitzer haben dabei zum größten Teil immer Spass daran gefunden ihr Fahrzeug frustfrei wieder in Ordnung zu bringen, etwas dabei zu lernen und dabei noch den Geldbeutel zu schonen.

Leider hat sich in diesem Bereich einiges zum schlechten gewendet. Selber an seinem Auto eine Reparatur auszuführen, erfreut sich zwar immer noch einer gewissen Beliebtheit, allerdings hat sich die Art und Weise stark verändert. In den meisten Fällen muss es jetzt einfach schnell gehen, wenig kosten und den Anforderungen der modernenen Fahrzeuge möchte man eigentlich auch nicht gerecht werden.

Ich habe es aufgrund dieser negativen Erfahrungen mittlerweile aufgegeben Hilfestellungen zu geben, da ich mir diese "Vorgänge" wirklich nicht mehr anschauen konnte. Dafür habe ich zunächst viel Kritik einstecken müssen, aber irgendwo hört doch bei jedem die Gutmütigkeit auf. Bei mir hat die Verwendung von dubiosen Ersatzteilen den Ausschlag gegeben, die praktisch zum Dauertauschteil wurden und keine Betriebssicherheit boten. Auch wollten viele gerne mal ungeliebte Helferlein die eine Kontrollleuchte aktivierten komplett abschalten, damit zwangsweise wieder Ruhe herscht. Übrigens auch wenn es gesetzlich fragwürdig gewesen wäre.

 

Bevor ich jetzt aber hier über Dinge schreibe die niemand nachvollziehen kann, werde ich mal aus dem Alltag berichten und vor allem das etwas unverständliche Verhalten der Fahrzeugbesitzer aufzeigen. Schauen wir uns doch mal so einen Fall genauer an.

 

Ein stolzer Fahrzeughalter rollt an und berichtet von defekten Radlagern an der Vorderachse, die er gerne reparieren möchte. Die Bühne ist frei, ich habe Zeit und so steht seiner Instandsetzung nichts im Wege. Während er seine Räder demontiert erzählt er nebenbei wie die Werkstatt den Mangel feststellte und ihn sogleich reinlegen wollte. So sagte er jedenfalls. Grund des Aufruhrs war der Preis der veranschlagt wurde, wobei mir dieser eigentlich mehr als fair erschien. Nun gut, nach der Reparatur wird er wissen woher der Preis kommt, denke ich mir und lasse ihn werkeln. Nebenbei berichtet er über den Kauf der Radlager, die im 2er Set weniger gekostet hätten, als die Werkstatt für eines verlangte. Möglich war dies durch einen Onlinekauf. An dieser Stelle habe ich dass erste mal die Stirn gerunzelt, denn wenn die nichts taugen hat man doppelte Arbeit und vor allem kauft man dann auch doppelt. Da ich aber den Hersteller/Händler nicht kannte, habe ich bewusst keine Bedenken geäußert, obwohl ich aus Erfahrung wusste dass Ersparnisse in diesem Bereich sich oft rächen. Als das Gemecker über die "Werkstattverbrecher" aber nicht abreißen wollte, wagte ich trotzdem zu erwähnen dass der Preis ja irgendwo herkommen muss und erntete dafür nur weniger sachliche Äußerungen. Als die Angelegenheit beim Radlagerausbau sichtlich ins Stocken geriet, bot ich meine Hilfe an, denn wer die eingepressten Lager kennt weiß wie schwer sie zum Teil heraus gehen. Mit dem geeigneten Werkzeug lässt sich die Angelegenheit deutlich einfacher und sachgerechter in den Griff bekommen. Wer nun denkt das der Monteur sich freut einfacher an das Ziel seiner Träume zu kommen, hat sich noch nie so geirrt. Diese Dinger hätte er in der Werkstatt auch schon gesehen und so etwas hat er früher schon nicht gebraucht. Wenn man für viel Geld so einen Tand kauft, wäre es ja auch kein Wunder dass man alles teurer machen müsse. Gut, denke ich und packe alles wieder in den Schrank.

 

Unter Flüchen und mit viel Zeitaufwand wird das Lager dann schließlich vollkommen zertrümmert aus dem Achsschenkel getrieben. Der Einbau des neuen Lagers mittels Holzklotz und Hammers misslingt erwartungsgemäß, so dass dann doch auf bewährte Mittel zurück gegriffen wurde. Statt aber daraus etwas zu lernen, wurde der Hersteller des Fahrzeuges beschimpft und dessen Fähigkeit eine vernünftige Passung zu produzieren in Frage gestellt. Auf der anderen Seite sollte dann der Stabschleifer für genug Raum sorgen, damit es quasi von alleine herein rutscht. Als ich davon abrate, wurde ich aber gleich wieder mit den Worten: "Das geht schon!" abgewürgt. Wie das alles "ging" hatten wir ja gerade in diesem Moment gesehen und ich war eigentlich schon ziemlich gefrustet wie resistent mancher Zeitgenosse so ist. Da die andere Seite mangels Ersatzteil nun nicht mehr reparabel war (bei der Montage mittels Hammer beschädigt), baute man die linke Seite wieder zusammen und fährt von dannen.

 

In der nächsten Woche hatte man ein neues Radlager gekauft und das Spiel began von vorne. Leider haben weder Worte noch Taten der Vorwoche eine Wirkung gehabt und das Drama spielte sich wieder wie gehabt ab. Eine traurige Wiederholung, denn die Zwangspause hatte keinen Lerneffekt. Mit den verbauten Teilen hatte der gute Mann leider auch kein Glück, denn der Winter setzte den Lagern leider arg zu und so quittierten sie durch Rost im Inneren nach ca. 10000 km ihren Dienst(siehe Bild). Auch dem Hinweis auf weitere Defekte wurde wenig Beachtung geschenkt, denn der nächste HU Termin wäre ja erst in einem Jahr und die Lager würde ja auch nur wegen der störenden Geräusche gewechselt.

 

Warum ich diesen Artikel hier Schreibe?

Nun, es geht mir hier nicht darum den Onlineteilehandel schlecht zu reden, oder die Preise der Werkstätten zu rechtfertigen. Ich bin lediglich schockiert darüber wie wenig Gedanken man sich scheinbar um die wirklich sicherheitsrelevanten Teile der Fahrzeuge macht und wie Komfortsysteme statt dessen in den Vordergrund treten. So ist in meinem Beispiel ein Radlager für 70 Euro übertrieben teuer, während parallel dazu für ein Multimediagerät das dreifache gezahlt wurde. Ist denn mittlerweile ein DVD Player im Auto wirklich wichtiger als die Funktionstüchtigkeit des Wagens? Ein Gespräch mit dem Ersatzteilhändler meines Vetrauens bestätigt mich in dieser Annahme, denn er berichtet davon dass seine Zunft oftmals nur noch als vorab Preisauskunft benutzt wird. Von den meisten Anfragen hören die Händler dann nur noch ein "ich melde mich dann wieder". Auch die zu Hilfenahme von Reparaturleitfäden ist selten geworden und so wird manche Schraube nicht mit dem entsprechenden Drehmoment angezogen.

 

Mir bleibt daher wirklich nur übrig an alle zu appellieren eure Fahrzeuge immer in einem sicheren Zustand zu halten und vernünftige Teile zu verbauen. Informiert euch zunächst darüber ob ihr die Reparatur selbst ausführen könnt, oder ob spezielle Werkzeuge nötig sind und benutzt Reparaturleitfäden damit alles sachgerecht montiert wird.


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