31.07.2011 16:19
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Andi2011
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Kommentare (14)
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Dies Das
Was muss ich tun um mal einen Formel Rennwagen zu steuern? Mich an Zakspeed oder einen Internet Anbieter wenden und rund 400-500 Euro bezahlen oder Geburtstag haben und sich das Ganze schenken lassen wie ich letztes Jahr.
Dafür bekommt man einen Formel Schnupperkurs geboten und darf tatsächlich mal selbst ans Steuer. Weitere zu erfüllende Grundvoraussetzungen:
Mindestalter 18 Jahre > ok Check
Körpergröße bis 1,95 Meter >ok Check
Gewicht bis 100 kg > äh,naja ich äh...CHECK!
Schuhgröße < 47 >46 Check
Keine gesundheitlichen Einschränkungen > kaputter Rücken,diverse Muskelverspannungen,Schulterschmerzen... > CHECK
Ich bin dabei!
Was kriege ich jetzt dafür?
Einen Renault Formelwagen mit 4 Zylindern und ca.140 PS bei einem Gewicht von 450Kg (ja plus ich,also noch mal 100Kilo) macht eine mögliche Höchstgeschwindigkeit von ca. 240 km/h.
„Beim Formel fahren lernen Sie den Nürburgring von seiner schönsten Seite kennen“ so stets im Prospekt und da ich den Nürburgring kenne, weiß ich was unter „schön“ zu verstehen ist: mit Glück ist es nicht arschkalt sondern nur kalt und mit noch mehr Glück gibt es keinen Regen. Aber gefahren wird außer bei Glatteis immer,also... ich mache mich mit einigen Kumpel die mich begleiten auf den Weg und wir werden nicht enttäuscht, leichter Nieselregen,kalt (aber immerhin nicht arschkalt),also rein ins Hotel und...
...los geht’s mit der Instruktion:die heutigen 11 Teilnehmer und ich kriegen erklärt wie ein Rennauto im groben funktioniert (ich weiß doch schon alles – gähn), was ein Bremspunkt ist (gähn), wie man theoretisch eine Kurve richtig fährt (gähn), noch mal was ein Bremspunkt ist und wie ein Formelfahrzeug bremst (gähn).... halloooo, ich habe Ayrton Senna bei dutzenden Rennen zugesehen: ICH WEISS BESCHEID!
Nach dem wir eingekleidet sind (Rennoverall und Helm werden gestellt) geht’s endlich ins Auto, da stehen sie fein säuberlich aufgereiht die kleinen Renault und nach erneuter kurzer Erklärung geht’s los...
Verdammt eng das Cockpit (100 Kilo,CHECK!)und die Handschaltung hat einen gefühlten Weg von 1x1cm...wir werden ermahnt:schön entspannt bleiben beim schalten, Zurückschalten in der Kurve nicht vergessen, den Fünften nur auf der Geraden... Jeder hat einen eigenen „Chefmechaniker“ der beim Anlegen der Gurte, Helm, Sprechfunk hilft. Ja die haben Sprechfunk im Helm, also eher Hörfunk, denn ich kann nur hören, nix sagen.
An der Strecke stehen diverse Instruktoren und sagen einem beim fahren über den Knopp im Ohr was man richtig und falsch macht. Ja und es wird auch noch mal darauf hingewiesen, dass Regelverstöße die Absichtlich begangen werden zum sofortigen Ende der Fahrt führen.
Es geht zur Einführungsrunde. „Wir lernen mal das Auto etwas kennen“ Das Auto kennen, hallooooo, ich weiß doch bescheid, Formel Fahrzeug, 140 PS, dreht bis knapp 8000U/Min...anfahren bitte mit etwa 3000U/Min... ….Gas....Gas...noch etwas mehr....ok 3000/U/Min....halten....Kupplung...und …. AUS!
Verdammt, abgewürgt!!! Das ist doch keine Kupplungsweg, dass ist ein Witz! Ich hab nur meinen Fuß etwas zu mir hin bewegt....naja, ich bin Profi, kann passieren (lag bestimmt an der Kupplung
Nach einer langsamen Runde weiß ich jetzt vier Dinge:
1. Das Cockpit ist super eng und sobald ich schalte oder mich sonst wie bewege (was eh kaum geht) schlage ich links und rechts ans Cockpit
2. Der für uns abgesperrte Streckenteil ist sehr kurvig, es geht bergauf, bergab und es gibt eine schnelle Gerade (nur hier dürfen wir auch überholen)
3. Die Strecke unterteilt sich in drei Abschnitte, den ersten trockenen mit etwas Sonne, den zweiten wo der Asphalt nass ist und den dritten auf dem es grad regnet – ja wir sind am Nürburgring
4. Der Instruktor der vorn als erstes fährt ist `ne coole Sau, fährt FAST so gut wie ich
Nach der Runde geht’s wieder in die „provisorische“ Boxengasse,aussteigen,wie wars?:
Unsere einzige weibliche Teilnehmerin will nicht weiter fahren, sie ist Polo gewöhnt und das ist kein Polo!!! Ein zweiter Teilnehmer steigt ebenfalls aus weil sein Rücken nach den zwei Runden am Ende ist. Wir übriggebliebenen 10 sind also die Elite, die neue Formelgeneration, die Hoffnungsträger...und wir sind heiß, heiß endlich mal Gas geben zu dürfen.
Nun beginnt unser „Rennen“ wir haben 30 Minuten auf der Strecke, kriegen noch mal die Leviten gelesen von wegen nicht übertreiben, dran denken das Ding ist ruckzuck auf über 200, Schalten nicht vergessen (gähn,ich weiss DAS!)...
Meine erste Runde ist wieder die Einführungsrunde (nicht abgewürgt, puh) und nun geht’s endlich los, ich komme zum ersten Mal auf die Gerade und in meinem Ohr sagt jemand: „und jetzt voll drauf“...3Gang – 4Gang- unglaublich der Lärm im Cockpit, unglaublich geil, ich fliege nach vorne wie vom Gummiband abgeschossen – 5Gang- „BREMSPUNKT“ ruft einer in mein Ohr...Bremspunkt? Oh ja verdammte Axt da war doch was...Rechtskurve!
Rauch steigt auf, meine Vorderräder stehen, ich lasse die Bremse los und lenke ein...bitte, bitte nicht in den Kies, dann ist mein Rennen vorbei...mein linkes Vorderrad streift leicht die Kurbs. Ich hab die Kurve noch geschafft (ja völlig falsch angefahren).
„KNAPP“ sagt die Stimme in meinem Ohr...ich weiß! Aber jetzt weiter aufs Gas...hmm zieht irgendwie nicht mehr die Karre....“SCHALTEN“ sagt die Stimme... Mist bin immer noch im Fünften...
Die dritte Runde klappt deutlich besser, die Vierte und Fünfte machen richtig Spaß und ab jetzt läuft es immer besser. Unglaublich welche Bremsmanöver mit dem Ding möglich sind und wie schnell man manche Kurve nach mehrmaligem ausprobieren fahren kann. Der Instruktor ist dabei eine große Hilfe, denn er fährt immer an der Spitze (und von da vertreibt den Profi auch niemand). Wenn man sich an ihm orientiert und sich langsam im Auto wohlfühlt, kommt der Spass von ganz alleine. Irgendwann fange ich an lockerer zu werden, die Stimme in meinem Ohr sagt ab und an noch Dinge wie „Super“ Schön den Bremspunkt erwischt“ und nur noch selten so was wie „Schneller Schalten“ ...als ich grad anfange mich etwas zu „entspannen“ sagt die Stimme „BOX“...die Zeit ist rum!
Ich steige aus, mein Körper ist voller Adrenalin es war einfach geil! Ein höllischer Spaß den ich am liebsten morgen wieder haben will. Auf der Heimfahrt bin ich froh, dass ich nicht fahre, meine Arme und Schultern Schmerzen, mein Nacken auch. Am nächsten Morgen hab ich den Muskelkater meines Lebens und blaue Flecken an beiden Oberarmen (von der Cockpitwand), meine Handgelenke gehören mir gar nicht und ich bin hundemüde (gähn).
Ich hab was gelernt:
1. Einen Formel-Rennwagen zu fahren ist mit das Größte was man mal gemacht haben muss
2. Mein Respekt vor den Jungs und Mädels die „Doch nur im Kreis fahren“ ist noch höher als sonst
3. Jeder der meint,wenn man ein schnelles Auto fahren kann,kann man auch ein Formel Auto fahren ist ein Depp (wie ich am Anfang
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) zweiter Versuch...puh geklappt, ich rolle juhu.



