08.08.2011 15:37
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fire-fighter
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Kommentare (10)
Wie Ihr wisst, arbeite ich ja im normalen Leben als Techniker. Feuerwehr ist ja quasi "nur" ein Hobby. Doch auch während der normalen Arbeit kommt man auch ab und zu in Situationen, in denen es "brenzlig" wird. Spätestens bei großen Firmen hat man einmal im Jahr eine Evakuierungsübung. Sollte man zumindest. Der Sinn liegt ja darin, den Mitarbeitern klar zu machen, wie man sich im Falle eines Falles richtig verhält. Auch in Schulen wird so etwas ja immer wieder einmal geübt. Die Qualität der Übung variiert allerdings. Auch die Nachbesprechung am Sammelplatz findet meist wenig bis gar keine Beachtung. Deshalb hier mal ein paar Tipps und Anregungen:
Wenn der Evakuierungsalarm ertönt, sollte man umgehend das Gebäude verlassen. Das heißt aber nicht, dass man in Panik verfallen soll. In Werkhallen ist es angebracht, laufende Maschinen per Not-Aus oder auch per Hauptschalter abzustellen. Geöffnete Gefahrgutschränke sollten verschlossen werden. Offene Fenster vor verlassen des Raumes schließen. Den Raum umgehend verlassen, im Winter evtl. noch die Jacke mitnehmen, wenn sie griffbereit in der Nähe ist Nach Verlassen des Raumes die Türe schließen. VOR dem Öffnen einer Tür kurz prüfen: Ist die Tür warm, quillt Rauch unter der Tür hervor? Wenn nicht, Türe vorsichtig öffnen. Wenn hinter der Tür Rauch zu sehen ist, diese sofort wieder schließen und einen alternativen Fluchtweg suchen. NIEMALS durch einen verqualmten Bereich laufen, auch wenn man den Ausgang schon sehen kann! Wenn es keine andere Fluchtmöglichkeit gibt, dann in die Nähe eines Fensters und auf sich aufmerksam machen! Hierzu evtl. per Handy die 112 oder aber auch einen Kollegen draußen anrufen, der dann der Feuerwehr sagen kann wo ihr seid. NIEMALS in Räume ohne Fenster flüchten (wie Badezimmer). Das Vorhandensein von Wasser mag beruhigend wirken, hilft aber keinesfalls gegen Qualm und Rauch! WENN ihr in einem verqualmten Raum seid, dann runter auf den Boden! Hier ist die Teperatur am niedrigsten und die Sicht am besten. Der Sauerstoffgehalt dürfte trotzdem gefährlich niedrig sein, also haltet Euch möglichst nicht auf!
Tipps für Eure nächste Evakuierungsübung: Sprecht doch mal mit Eurem Sicherheitsbeauftragten. Verraucht mal einen Raum, möglichst einen im Hauptfluchtweg. Hierzu könnt Ihr Diskonebel nutzen. Alles andere ist zu gefährlich! Natürlich müsst Ihr die Rauchmelder zur Brandmeldeanlage deaktivieren, aber darüber weiß der Sicherheitsbeauftragte ja Bescheid. Wenn jetzt der Alarm zur Evakuierung ausgelöst wird, muss jemand im Verqualmten Bereich stehen und kontrollieren, ob jemand in diesen Bereich hineinläuft. Sollte dies der Fall sein, dann wird derjenige festgehalten. Zum Abschluss der Evakuierung werden dann alle "Opfer" nach draussen geleitet. Der AHA-Effekt, wenn auf einmal einige "Tote" zu beklagen sind ist nicht zu verachten. Natürlich muss dann im Abschluss der Übung eine Besprechung zum richtigen verhalten erfolgen.
Das oben erwähnte Schließen der Fenster und Türen soll die Rauchausbreitung bei einem Feuer verringern. Ich erinnere mich hierbei immer wieder gerne an den nächtlichen Großbrand eines Möbelhauses, wo im Nachbargebäude im 3.OG die Bürofenster offen standen... Der Chef dieser Firma dürfte am nächsten Morgen sicherlich eine ziemlich teure Überraschung erlebt haben...
Tja, was gibts sonst noch zu sagen...
Fluchtwege kann man sich mit Feuerlöschern "freikämpfen". Man kann auch seinen "Rückzugsraum" mit Feuerlöschern verteidigen. Beides sind Mittel der letzten Wahl. Eine Flucht in Rauchfreie Bereiche ist immer besser, als ein Löschversuch.
Geht mal mit offenen Augen durch Eure Firma und achtet auf die Sicherheit. Wo sind Feuermelder, wo Feuerlöscher. Wo sind Fluchtwege, wo alternativen? Sind die Notausgänge zugänglich oder verstellt? Wisst Ihr, wo der Sammelplatz ist?
Mit ein wenig Überlegung im Vorfeld kann man im Falle eines Falles wertvolle Informationen abrufen. Das gleiche gilt übrigens auch für zu Hause, für das Urlaubshotel usw... Geht mit offenen Augen durchs Leben. Auch im Supermarkt nebenan. |




Kommentare: 10
08.08.2011 21:05 |
Bert Benz
Genau, die verdammte Bürosklavenhütte endlich abfakeln, dafür habe ich im Büro immer mehrere Kilo Brandbeschleuniger gelagert, anschliessend in den rauchenden Trümmern lecker Grillparty mit der neuen Kollegin und sturzbesoffen ab nach Hause für Monate!
Die Feuerwehrker könnten das Fundament noch wässern, nachdem sie die blitzartig von allen Kollegen errichtete Straßenbarrikade geräumt haben. Echtes Teamwork, da ist auf die lieben Kollegen Verlass! Träum...
08.08.2011 21:10 |
Andi2011
...mit den offensten Augen bin ich durchs Leben gegangen,als es im Schwimmbad Feueralarm gab und der Angriffstrupp den Auftrag hatte, die Damen-Sauna zu räumen
Das war spassig
08.08.2011 21:46 |
Goify
Um mal zum Thema zurück zu kommen: Ich bin ehem. freiwilliger Feuerwehrmann und kenne die Problematik. Die Möglichkeit eines Feuers wird einfach völlig ausgeschlossen, es brennt wenn überhaupt, dann nur bei den anderen.
Ich schaue mich auch meist genauer um, wenn ich weiß, dass ich an einem Ort länger sein werde. In Bayern sind zwar Rauchmelder in Schlafräumen nicht vorgeschrieben, jedoch habe ich mir einen an die Decke geschraubt, gerade bei unserem prähistorischem Heizsystem. Und in meinem Auto liegt ein Feuerlöscher immer griffbereit.
Ich habe vor Feuer einfach Respekt und versuche so gut wie möglich darauf vorbereitet zu sein, wenn es plötzlich ausbricht.
08.08.2011 23:00 |
Andi2011
Naja,ich glaub das liegt einem natürlich ein Stück weit im Blut,weil man ja nunmal in Einsätzen sieht,was so passieren kann.
Mit geht es auch so:
bin in Urlaub in Spanien in einer Appartmentanlage und merke mir mehr oder weniger automatisch sofort im ersten vorbeigehen, wo die Fluchtwege in der Anlage sind, wo der nächste Feuerlöscher ist, welchen Weg man nehmen würde wenn wir das Appartment schnell verlassen müssten und der normale Weg nicht möglich ist...usw.
Rauchmelder hab ich schon seit ewigen Zeiten im Haus - es aber andererseits teilweise immer noch nicht geschafft, selbst die nahesten Familienangehörigen davon zu überzeugen, die paar Euro bei sich auch zu investieren.
Das ist schon so wie Goify auch sagt, die Möglichkeit das MIR etwas passieren könnte wird von vielen automatisch ausgeblendet.
Und was Übungen angeht,je öfter je besser,habe da auch schon die tollsten Sachen erlebt,kann mich z.B. noch gut an einen Einsatz erinnern,wo zwei Mitarbeiter einen verrauchten Bereich verlassen wollten, als wenige Meter vor ihnen die Brandschutztüren automatisch zuvielen - völlig in Panik sind sie nicht auf den Gedanken gekommen,einfach die Klinke wieder runterzudrücken und durchzugehen,sie sind umgedreht,zurück in den Rauch...
Ein Beispiel vor wenigen Wochen:Bin mit meiner Tochter im Schwimmbad - auf einmal geht der Feueralarm los und eine automatische,sich wiederholende Lautsprecherdurchsage:"Achtung, verlassen sie sofort über die ausgewiesenen Fluchtwege das Gebäude,nehmen sie keine Gegenstände mit,helfen sie ggf. Kindern und behinderten Personen"...was passierte?Etwa 90% der Leute im Bad fingen in aller Seelenruhe an ihre Badetaschen zu packen und macht sich nicht auf den Weg nach draussen - nein Richtung Umkleidekabinen
-Gott sei Dank nur Fehlalam.
09.08.2011 01:23 |
viktor12v
Hattet ihr auch an euren "Strahlrohren" Sicherheitsleinen angebracht?

09.08.2011 09:53 |
r-o-b-e-r-t
Diese Tipps sind ja ganz nett, aber wer denkt im Ernstfall bitte an den ganzen Mist
Wenn es bei mir brennt ist es mir wichtig, dass die anderen und ich heile aus dem Gebäude kommen. Ob irgendwo noch ein Fenster offen ist oder nicht, geht mir ehrlich gesagt sonst wo vorbei.
Naja, wir hier sitzen eh im EG. Da ist jedes Fenster ein Fluchtweg.
09.08.2011 10:57 |
fire-fighter
Wenn Du jetzt darüber nachdenkst, dann läuft im Ernstfall eine art Automatismus ab. Du bleibst ruhig und besonnen und verfällst nicht in Panik. Ruhig und zügig arbeitest Du effektiver als hektisch und ohne Überblick. Deine Ruhe überträgt sich positiv auf andere. Wenn Du bemerkst, dass ein anderer einen Fehler macht, kannst Du ihn davon abhalten.
Denk mal darüber nach!
Wenn Dein Fenster zu ist und es nebenan brennt, dann bleibt Dein Arbeitsbereich rauchfrei. Wenn das Fenster offen steht und der Qualm wird in Deinen Arbeitsraum reingedrückt, dann kannst Du alles entsorgen. Sind alle Dinge in Deinem Arbeitsraum entbehrlich? Oder können 10sec überlegtes handeln helfen, viele Sachwerte zu schützen??
Denk mal darüber nach!
Wenn Du erst einmal anfängst Dir über solche Sachen Gedanken zu machen, bist Du auf dem richtigen Weg! Dann HAST Du über einige Sachen schonmal nachgedacht und wirst im Ernstfall nicht überrascht!
09.08.2011 14:38 |
Mimro
Ich arbeite bei einem Versicherungsmakler im Gewerbe-/Industrieberich und kann nur sagen, dass es erschrekend ist, wie gerade der Mittelstand mit diesem Thema umgeht..... Der von fire-fighter zitierte Sicherheitsbeauftragte ist bei Betriebsbesichtigungen häufig nur zur Deko da und hat bei Fragen von Tuten und Blasen oft keine Ahnung! Hier werden oft so eklatante Fehler gemacht, dass es mich wundert, dass nicht mehr passiert!
Auch die von Goify angesprochene fehlende Pflicht zu Rauchmeldern kann ich nicht nachvollziehen.... Je nach Zimmeranzahl ist ein Haus schon für unter 100 EUR mit diesen lebensrettenden, kleinen Helferlein auszurüsten!
09.08.2011 14:45 |
fire-fighter
Interessant wäre auch mal eine Übung kurz nach einer Übung. Denn nach der ersten Übung "wissen" ja alle, dass die nervige Evakuierungsübung gerade erst gewesen ist... Also verhalten sich einige sicherlich etwas anders, weil man ja nun von einem Ernstfall ausgeht.
Habe sowas bei uns noch nicht veranstaltet, war unseren Firmengurus zu teuer... So eine Übung kostet ja auch ein paar Teuros, von wegen "ausgefallene Arbeitszeit", usw...
10.08.2011 22:46 |
MagirusDeutzUlm
die leute, die sich im vorfeld gedanken darum gemacht haben!
das sollte es dir aber nicht, da es dich durchaus deine (und die anderer) gesundheit kosten kann!
sobald du in einem raum - wo die fenster geöffnet sind - die tür richtung treppenhaus aufmachst entsteht ein kamineffekt, binnen weniger sekunden kann dann das ganze treppenhaus verraucht sein! von dem umstand, das dadurch das feuer erst richtig angefacht wird mal ganz abgesehen...
deinen fluchtweg hast du dir damit selbst abgeschnitten!
und der raum, der dir vorher als rauchfreie rückzugsmöglichkeit zur verfügung stand, ist nun verqualmt...wenige atemzüge rauchgas können im übrigen tödlich sein...